SPEZIALITÄT AUS HATTINGEN: MAYOLA UND PAASMÜHLE PRODUZIEREN SCHWANEN-KAFFEE

Schwanen-Kaffee heißt das neue Mayola-Produkt (Foto: RuhrkanalNEWS)

Hattingen- Die kleine, aber feine Kaffee-Rösterei Mayola aus Hattingen geht ab sofort mit einer neuen Spezialität an den Markt. Bei dieser neuen Röstung spielen Tiere der Wildvogelstation „Paasmühle“ eine entscheidende Rolle. Die Kaffebohnen werden dort vor der Röstung an die Schwäne verfüttert. Im Magen-Darm-Trakt werden die rohen Bohnen fermentiert, das verspricht ein einzigartiges Aroma. „Aus Indonesien kennen wir den hochbegehrten Kopi-Luwak, der weltweit zu Höchstpreisen gehandelt wird“, sagt Olaf Scherff, Mayola-Inhaber. „Da die Nachfrage immer deutlich größer ist, als das Angebot, haben wir lange über eine Alternative nachgedacht.“

Die fermentierten Kaffeebohnen werden von Hand eingesammelt (Foto: RuhrkanalNEWS)

Im Indonesischen Original fressen Schleichkatzen die Kaffeebohnen. Werden die fermentierten Bohnen ausgeschieden, müssen sie anschließend mühsam im Urwald eingesammelt werden. Schleichkatzen in Hattingen zu halten kam für Scherff nicht in Frage. Er experimentierte mit vielen verschiedenen Tierarten, bis er mit Schwänen endlich Erfolg hatte. Die Tiere fressen die ungerösteten Bohnen gerne und in ausreichender Menge. Bei den Versuchen waren Tiere am Kemmnader Stausee die Vorkoster. Doch hier landete anschließend ein großer Teil der fermentierten Kaffeebohnen unerreichbar im Wasser.

Olaf Scherff bei der Röstung des ersten Schwanen-Kaffees (Foto: RuhrkanalNEWS)

„Da kamen wir ins Spiel“, berichtet Thorsten Kestner von der „Paasmühle“. „Wir haben ständig Schwäne bei uns, die hier bis zur Wiederauswilderung gesundgepflegt werden.“ Ende vergangenen Jahres setzte sich Olaf Scherff mit Thorsten Kestner zusammen, um über eine Kooperation zu sprechen. Der Vogelfachmann war anfangs skeptisch ob die Tiere die ungewohnte Nahrung vertragen. Doch den Schwänen bekommt sie gut. „Wir könnten viel mehr verfüttern, aber wir wollen nicht, dass sie sich nur noch davon ernähren“, stellt Thorsten Kestner klar. Einmal am Tag werden die fermentierten Bohnen von Hand auf dem Gelände eingesammelt und in der „Paasmühle“ zwischengelagert.

Das Logo des Hattinger „Schwanen-Kaffee“ (Logo: Mayola)

Nach etwa vier Wochen ist genug Material zusammen, sodass sich eine Röstung lohnt. Mindestens 30 Kilogramm fermentierte Kaffebohnen müssen für die kleinsten professionellen Kaffee-Röstöfen gesammelt werden, damit ein gutes Endprodukt entsteht. Mehr ist natürlich wirtschaftlicher. In der Anfangsphase haben die Helfer von Thorsten Kersting etwa 5 Kilo Kaffeebohnen pro Tag verfüttert, und etwa 2 Kilogramm wieder einsammeln können. „Vor der Röstung wird der Kaffee natürlich gründlich, aber schonend gereinigt“, betont Olaf Scherff. „Bakterien die noch am Ausgangsmaterial sein könnten, sterben spätestens bei der Röstung. Wir erreichen hier Temperaturen zwischen 150 und 170 Grad.“ In der Kaffeetrinker-Szene ist die neue Spezialität bereits bekannt. Anfragen aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz kamen bereits vor dem Verkausstart per Mail.

In Hattingen wird der Schwanen-Kaffee hergestellt (Video: RuhrkanalNEWS)

„Der Schwanen-Kaffee hat ein einzigartiges Aroma, unser neues Produkt ist mit nichts zu vergleichen, was wir bisher im Angebot hatten“, ist Olaf Scherf ganz begeistert. Allerdings hat die aufwendige Herstellung ihren Preis, als Einführungsangebot ist der Hattinger Schwanen-Kaffee für 130 Euro pro Kilo zu haben, später wird er 150 Euro pro Kilo kosten. Von dem Erlös profitiert auch die Wildvogelstation „Paasmühle“, die mit den Einnahmen die Pflege verletzter Tiere finanzieren kann.

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