LITERATURKRONE FÜR LINDA KÖNIG

Die Siegerin der Jury, Linda König (Foto: Pielorz)

Hattingen – Zum 25. Mal wurde der Hattinger Förderpreis für Junge Literatur im Stadtmuseum vergeben. Viel Zeit vergangen ist seit der Erstvergabe 1991, die von der Kulturinitiative (Kubischu) initiiert wurde. Seit 2011 wird er gemeinsam von der Stadt Hattingen und dem Förderverein des Stadtmuseums ausgelobt.

Die Preisgabe mit Linda König und Leah Braekau (Foto: Dr. Anja Pielorz)

Acht junge Autoren und Autorinnen, eine sogar aus Österreich, wurden unter rund 150 Einsendungen zur Präsentation ihrer Werke eingeladen und stellten sich dem Publikum. Den Jurypreis gewonnen hat eine junge Frau, die auch beruflich in der Welt von Wort und Bild Fuß fassen will und erste Schritte bereits erfolgreich hinter sich gebracht hat. Linda König (21) spielt seit mehr als einem Jahr die Rolle der „Larissa Huber“ in der RTL-Serie „Unter uns“. Den Job allerdings hat die talentierte junge Frau jetzt an den Nagel gehängt – am kommenden Dienstag ist die letzte Folge mit ihr zu sehen. Bereits mit 16 Jahren zog sie nach Berlin und schreibt ihre Texte. Jetzt wird sie ihr Studium von Drehbuch und Dramaturgie in Babelsberg aufnehmen. Sie arbeitet auch bereits an einem Drehbuch aus ihrer eigenen Feder.

Für den mit 300 Euro dotierten Hattinger Literaturpreis hat sie sich beworben mit einer Kurzstory „Freitag – der dreizehnte“. Wie fast alle gehörten Beiträge haben die Geschichten der jungen Autoren einen ersten Hintergrund. Kriegserlebnisse, Missbrauch, Alterskrankheiten – all das findet sich wieder in oft berührenden Worten, die auch den Vorsitzenden des Fördervereines, Walter Ollenik, zu Tränen rührten. Mucksmäuschenstill war es im Stadtmuseum, als die jungen Autoren die passenden Worte in ihrem Vortrag fanden. Die preisgekrönte Geschichte handelte von einem Liebespaar – sie unterwegs in einem Zug, er noch in Paris. Dann kamen die Schreckensmeldungen über die Attentate in Frankreich – es war Freitag, der 13. In diesem Fall allerdings geht die Geschichte zumindest für das Paar gut aus – nach spannungsgeladenen Zwischentönen summt das Mobiltelefon und es nicht mehr seine Stimme auf der Voicemail, sondern in Echtzeit.

Die jungen Autoren mit Walter Ollenik (links), Vorsitzender des Fördervereines: Linda König, Anna Hackl, Melanie Wolf, Tabea Zeltner, Leah Braekau, Johannes Dietz, Dana Kaufmann und Jasper Hillejan. (Foto: Dr. Anja Pielorz)

Auch das Publikum konnte einen mit 300 Euro dotierten Preis vergeben. Diesen erhielt die 20jährige Lea Braekau mit ihrer Geschichte über „Alfred“ und „Emma“ – die Geschichte eines jungen Widerstandes im Krieg. Während der Bruder (Alfred) erschossen wird, weil er den Hitlergruß nicht zeigen will, muss seine Schwester Emma versuchen zu begreifen, was er kurz vor seinem Tod gesagt hat: „Irgendwas wirst Du verstehen…“

Rund achtzig Besucher, darunter Schirmherr Ulrich Land, Bürgermeister Dirk Glaser, Altbürgermeister Dieter Liebig, der frühere Kulturdezernent Andreas Bomheuer, Hellmut Lemmer und Axel Schuldes, folgten den Lesungen, die musikalisch von der Band Jazzpana eingerahmt wurden. Die Jury setzt sich zusammen aus der ehemaligen Grundschulleiterin und stellvertretenden Vorsitzenden des Fördervereines Stadtmuseum, Christa Heinbruch, der Germanistin Ursula Ollenik, dem Journalisten Lars Friedrich sowie den Buchhändlern Julia Fischer und Julian Geißler. Eines wurde den jungen Autoren noch von Bürgermeister Dirk Glaser mit auf den Weg gegeben: Die Literatur gibt der Seele Nahrung. Sie bessert und sie tröstet sie (Voltaire).

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