WANDERAUSSTELLUNG „NEUES SEHEN – NEUE SACHLICHKEIT“ ERÖFFNET

Dr. Ute Christina Koch, Gudrun Schwarzer-Jourgens und Dieter Blase. (Foto: Stadt Hattingen)

Hattingen- „Wir freuen uns, dass das Bauhaus in diesem Jahr noch einmal Einzug hält, mit einem Aspekt, den wir im vergangenen Jahr noch nicht so herausgestellt haben: der Fotografie“, sagt Gudrun Schwarzer-Jourgens, Leiterin des Stadtmuseums Hattingen. Die Wanderausstellung „Neues Sehen – Neue Sachlichkeit. Fotografische Positionen in Westfalen vom Bauhaus bis heute“ eröffnet am 13. März um 19 Uhr und wird bis zum 10. Mai im Stadtmuseum zu sehen sein. „Diese Ausstellung hat ihre Wurzeln im Bauhaus, geht aber weit über das Bauhaus hinaus in die heutige Zeit“, weiß Dr. Ute Christina Koch Wissenschaftliche Referentin beim LWL-Museumsamt Münster.

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat das Jubiläum 100 Jahre Bauhaus im vergangenen Jahr zum Anlass genommen, in dieser Wanderausstellung Impulse aus Westfalen auf die klassische Moderne im Bereich der Fotografie aufzuzeigen. In drei Zeitabschnitten stellt die Ausstellung dar, wie sich die Fotografie in Westfalen zu einem eigenständigen künstlerischen Medium entwickelte: Beginnend bei den Fotografen des Bauhauses und Albert Renger-Patzsch bis zu zeitgenössischen Künstlern verdeutlicht die Ausstellung Traditionslinien und Brüche. Das Stadtmuseum Hattingen ist die fünfte von acht Ausstellungsstationen der Wanderausstellung.

54 Reproduktionen, vintage prints und modern prints werden durch einige Objekte wie Bücher und Zeitschriften in Vitrinen ergänzt. Der Sammler und Galerist Jürgen Wilde unterstützt die Ausstellung mit wichtigen Werken von Albert Renger-Patzsch.

Die Fotografen des Bauhauses gingen bei den Darstellungskonzepten neue Wege: Aufsicht, Untersicht, Nahaufnahmen und Experimente mit Licht nutzten sie als Stilmittel. „Insbesondere Formen als solche weckten das künstlerische Interesse. Man kann alles auf die Grundformen der Natur zurückführen, wie Eier-, Kreis- und Sternformen und Rechtecke“, erklärt Fotograf und Mitinitiator der Ausstellung, Dieter Blase. 

Bauhaus und Neue Sachlichkeit haben die Grundlagen einer Moderne in Deutschland von 1919 bis 1933 gelegt. Fotokünstlerische Strömungen wie „subjektive fotografie“, aber auch Einzelpositionen nahmen das avantgardistische Erbe nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auf.

Auch die jüngere Fotogeschichte offenbart zahlreiche Berührungspunkte zur Ästhetik und Programmatik der Neuen Sachlichkeit. Dies zeigt sich beispielsweise in der Studienklasse von Bernd und Hilla Becher an der Kunstakademie Düsseldorf.

„Gerade für Laien und interessierte Amateure ist diese Ausstellung interessant, denn sie zeigt einen Rundumblick, wie er sonst in der Akademie gelehrt wird“, betont Dieter Blase.

Ein Katalog vertieft die Themenbereiche und zeigt die einzelnen Werke der Ausstellung. Er umfasst 140 Seiten mit zahlreichen Abbildungen und kann im Stadtmuseum oder beim LWL-Museumsamt für 14,90 Euro erworben werden.

Darüber hinaus wurde von der Geschichtsmanufaktur Dortmund ein museumspädagogisches Begleitprogramm für Erwachsene sowie die Sekundarstufe II entwickelt.

Jugendliche ab 16 Jahren können sich zu einem zweitägigen Workshop am Samstag, 28. März von 10 bis 17 Uhr und am Sonntag, 29. März von 11 bis 16 Uhr anmelden. Unter dem Titel „Der besondere fotografische Blick – eingefangen, festgehalten und ausgestellt“ können sich die Jugendlichen dabei gemeinsam mit dem Fotografen Dieter Blase sowohl theoretisch als auch praktisch dem besonderen fotografischen Blick nähern. Unter professioneller Anleitung entstehen eigene thematische FotoSerien, die zum Abschluss in einer kleinen Ausstellung präsentiert werden. Die Teilnahme ist kostenfrei, Anmeldung sind möglich beim Stadtmuseum Hattingen, Marktplatz 1-3, Telefon (02324) 204-3521/3522, oder per Mail an: stadtmuseum@hattingen.de.

Fotos aus der Ausstellung gibt es hier zum Download: https://www.lwl.org/pressemitteilungen/nr_mitteilung.php?urlID=48238

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