MEDIZINER GEHEN – FREUNDE BLEIBEN

V.l. Dr. Rainer Poburski, Dr. Gerhard Schlosser, Dr. Helfried Waleczek, Beigeordnete Christine Freynik, Prof. Dr. Andreas Tromm (Chefarzt Innere EvK), Dr. Udo Polenske und Prof. Dr. Joachim Zülch, Rotary Präsident, bei der Verabschiedung der Ärzte in der St.-Georgs-Kirche. (Foto: Dr. Anja Pielorz)

Hattingen- Viele Jahre waren drei Ärzte aus dem Evangelischen Krankenhaus Hattingen nicht nur mit dem Krankenhaus, sondern auch mit dem Wohle der Stadtgesellschaft in Hattingen verbunden. Die Chefärzte Dr. Rainer Poburski und Dr. Gerhard Schlosser wurden in der St. Georgs-Kirche feierlich in einen Teil-Ruhestand verabschiedet. Das Evangelische Krankenhaus in Hattingen verlässt auch Dr. Helfried Waleczek. Er übernimmt einen Chefarztposten im Elisabeth-Krankenhaus in Recklinghausen.

Gemeinsam ist den drei Ärzten das Engagement weit über den Berufsalltag hinaus. So haben sie beispielsweise die Marke „med in Hattingen“ mitverantwortet und gestaltet. Das weiß auch Beigeordnete Christine Freynik zu würdigen, die an der Feierstunde in der Kirche teilnimmt. Für die Ärzteschaft würdigt Prof. Dr. Andreas Tromm die Leistungen seiner Kollegen. Insbesondere die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist ihm wichtig. Immer wieder wurde so zum Wohle der Patienten fachübergreifend gearbeitet. Neben zahlreichen Mitarbeitern des Krankenhauses sind übrigens auch Patienten anwesend. Eine von ihnen, Steffi Högener, ist den Lesern von IMAGE und ruhrkanal.NEWS in Text, Foto und Film bereits bestens bekannt – sie wurde von Helfried Waleczek von einem 51 Zentimeter großen und acht Kilogramm schweren Tumor befreit. Mit Dirk Hagemann ist ein weiterer Patient bei der Verabschiedung vor Ort – er hat seine positiven Erfahrungen im Bereich Adipositas gemacht. Und noch jemand ist mit seiner Frau gekommen: der über 80jährige Fritz Gellermann wurde vom Team Waleczek/Tromm von einem Magenkarzinom befreit, mehr noch: ihm wurde im August 2015 der Magen entfernt. Auch mit diesem Patienten gingen die Ärzte 2018 – mit seinem Einverständnis – in die Öffentlichkeit. Im Dezember 2015 stand Fritz Gellermann mit seinem Arzt Helfried Waleczek am Stand des Hattinger Weihnachtsmarktes und genehmigte sich einen Glühwein. Geschafft. Es war vorbei. Zu seinem 80. Geburtstag vor drei Jahren überraschte ihn seine Frau mit einem ganz besonderen Gast: Helfried Waleczek.

RuhrkanalNEWS Filmbeitrag

Es ist diese Mischung zwischen medizinischer Kompetenz und dem fast liebevollen Umgang mit den Menschen, die diese Ärzte so groß machen. Das wird auch während der Feierstunde an zahlreichen Beispielen deutlich – auch bei den wohlverdienten Teil-Ruheständlern. Beispielsweise bei den Erfahrungen, die Dr. Gerhard Schlosser auf den zahlreichen Teamfahrten für Operationen nach Jalna/Indien gemacht hat.

Und vermutlich ist es genau diese besondere Art, die auch das Engagement der Ärzte über Rotary Club Hattingen (der im nächsten Jahr übrigens seinen 50. Geburtstag feiert) begründen. Deshalb hat es sich Präsident Prof. Dr. Joachim Zülch nicht nehmen lassen, in Hattingen bei der Verabschiedung dabei zu sein. Ein Arzt mag seinen beruflichen Wirkungskreis verlassen – als Freund bleibt er den Rotariern erhalten.

Dr. Gerhard Schlosser, Dr. Rainer Poburski und Dr. Helfried Waleczek
(Foto: RuhrkanalNEWS)

Neben vielen Würdigungen dürfen die Ärzte natürlich auch selbst etwas sagen: Rainer Poburski, der nach 27 Jahren am EvK Hattingen als Chefarzt die Neurologie 2018 verließ, fasst seine Zeit dort mit den schlichten Worten „Schön war es“ zusammen. Der Anästhesist Gerhard Schlosser erinnert an die langjährigen Mitarbeiter als Ausdruck für die gute Teamarbeit im EvK. Und als Udo Polenske, der den beiden Ärzten über die Organistin Maria Cristina Witte ein Musikstück ausgesucht hat, bei dem Anästhesisten „Guten Abend, gute Nacht“ spielen lässt, können sich alle Besucher ein Lächeln nicht verkneifen. Polenske, der immer noch auf die Antwort seiner Frage wartet, was er denn tun müsse, um zehn Jahre älter zu werden, wird von Helfried Waleczek mit der Antwort getröstet, er sei dort auf einem guten Wege. Auch Waleczek war 17 Jahre am EvK und, zumindest das, er bleibt seinem Wohnort Hattingen treu. „Ich fahre nur 20 Minuten bis zu meiner neuen Wirkungsstätte in Recklinghausen und ich lasse ja gerade die A 43 ausbauen“, scherzt er – und setzt sich an das Cembalo, begleitet von Sigrid Wagner-Schluckebier an der Blockflöte.

Gute Medizin, so sagt er, beginne beim Patienten mit der Annahme von Vertrauen. Aber nicht alles, was sich der Patient wünsche, sei machbar oder wünschenswert – hier müsse der Arzt die Verantwortung nehmen und sich dieser bewusst sein. Konfliktbereitschaft sei die Voraussetzung für Erfolg. Einen Konflikt konstruktiv auszutragen, sprechend zu verzeihen und manchmal den Humor nicht vergessend, das sei immer eine gute Basis für erfolgreiche Arbeit. Die setzt er nun in Recklinghausen fort. Als Bürger der Stadt Hattingen bleibt er – und als Freund wohl auch.

Ach ja, ein Geschenk gab es natürlich auch noch: Rotary Hattingen und die Hattinger Lions machen der Stadt Hattingen ein ganz besonderes Hattingen Modell zum Geschenk – und eine besondere Ausführung davon bekommen die Ärzte zum Geschenk. Ein Modell davon durften sie zunächst medizinisch ertasten, bevor das Geheimnis gelüftet wurde.

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