KREIS BESCHAFFT MODERNSTE MEDIZINTECHNIK

Alexander Stegemann (3.v.r.) und Thomas Knutzen (3.v.l.) aus dem Sachgebiet Rettungsdienst übergeben die neue Medizintechnik während einer Schulung zum Umgang mit den neuen Geräten an die Mittarbeiter einer Rettungswache (Foto: UvK/ Ennepe-Ruhr-Kreis)

Ennepe-Ruhr-Kreis- Im Falle eines Herz-Kreislauf-Stillstandes ist schnelle Hilfe gefragt. Bis zum Eintreffen der Profis vom Rettungsdienst können Angehörige und Ersthelfer die Zeit mit einer Herzdruckmassage überbrücken. Um Leben zu retten, sind die Mitarbeiter vom Rettungsdienst anschließend allerdings auf modernste Technik angewiesen. Damit der Rettungsdienst im Ennepe-Ruhr-Kreis auch zukünftig professionell Leben retten kann, wurde durch das Sachgebiet Rettungsdienst der Kreisverwaltung jetzt modernste Medizintechnik beschafft.

„Die bisher im Rettungsdienst genutzten und inzwischen mehr als zehn Jahre alten Beatmungsgeräte auf den Rettungswagen werden durch 21 hochmoderne Beatmungsgeräte ersetzt“, berichtet Alexander Stegemann, der als Ingenieur für den Rettungsdienst die medizinisch-technische Ausstattung der Rettungsfahrzeuge koordiniert. Die neuen Geräte ermöglichen über 13 intensivmedizinische Beatmungsformen, darunter eine erst seit kurzem verfügbare und besonders schonende Beatmungsfunktion während einer laufenden Reanimation. „Wenn es um Menschenleben geht, wollen wir Nichts dem Zufall überlassen“, fügt Stegemann an.

Als wertvolle Errungenschaft für die Notfallversorgung der Bürger im Kreis bewertet auch Kai Pohl, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Ennepe-Ruhr-Kreis, die neuen Geräte: „Die neuen Notfall-Beatmungsgeräte übertreffen die aktuellen normativen Anforderungen an Beatmungsgeräte im Rettungsdienst bei Weitem und ermöglichen eine individuell auf den Patienten angepasste Beatmung.“

Parallel dazu wird jedes Notarzt-Einsatzfahrzeug im Ennepe-Ruhr-Kreis mit einer mechanischen Reanimationshilfe ausgestattet. Die elektrisch betriebenen Geräte können zukünftig die Herzdruckmassage auch dort übernehmen, wo es dem Rettungsdienst bisher nicht oder nur eingeschränkt möglich war: „Die Einführung dieser Geräte ermöglicht es uns, Reanimationen auch unter schwierigen Bedingungen wie zum Beispiel während einer Rettung mit der Drehleiter wirksam fortzuführen“, erläutert Pohl, der als Anästhesist auch regelmäßig mit dem Notarzt-Einsatzfahrzeug im Kreis unterwegs ist.

„Durch die einheitliche Gerätevorhaltung schaffen wir maximale Anwendungssicherheit bei allen Beteiligten“, ergänzt Stegemann. Gleichzeitig haben die Mengenrabatte aufgrund der zentraler Beschaffung sowie die derzeit verringerte Mehrwertsteuer dazu geführt, dass die Beschaffungskosten von insgesamt rund 500.000 Euro deutlich unter dem geplanten Ansatz lagen, so der Rettungsingenieur.

Vor der Umstellung müssen jedoch erst mehrere hundert Mitarbeiter im Rettungsdienst sowie die Notärzte im Umgang mit den neuen Geräten geschult werden. Derzeit werden zunächst rund 60 Multiplikatoren ausgebildet. Diese schulen anschließen dezentral ihre Kollegen, bevor dann die Geräte auf die Fahrzeuge kommen.

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