DIRK GLASER SETZT SICH ÜBER EIGENE ANWEISUNG HINWEG

Bürgermeister Dirk Glaser (Foto: RuhrkanalNEWS)

Zu diesem Bericht gibt es auch einen Kommentar von Frank Strohdiek

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Hattingen- Im Hattinger Rathaus sind viele Verwaltungsmitarbeiter wütend auf Bürgermeister Dirk Glaser. Grund ist sein Umgang mit der Anweisung, nach der bei Trauungen nur zwei Personen anwesend sein dürfen. Diese Regelung wurde vom „Stab Außergewöhnliche Ereignisse“ (SAE) festgelegt, dessen Leiter Dirk Glaser ist. Der SAE beschäftigt sich seit Monaten mit Corona-Schutzmaßnahmen.

Der SEA hatte festgelegt, dass ausschließlich das Brautpaar gemeinsam mit dem zuständigen Standesbeamten oder der Standesbeamtin im Trauzimmer sein darf. Trauzeugen, Verwandte oder Freunde sind aufgrund der Regelung momentan nicht zugelassen. Selbst auf dem Platz vor dem Gebäude gelten strenge Regeln. Außerdem hat Dirk Glaser mit dem SAE festgelegt, dass die Eheschließung ausschließlich im dafür vorgesehenen Trauzimmer vorgenommen werden darf. Eine Anweisung, die in der Rathausbelegschaft grundsätzlich begrüßt wird, da sie zur Eindämmung der Corona-Pandemie beiträgt. (Über diese Regelung berichtete RuhrkanalNEWS erstmals im März 2020)

Doch am 1. Februar 2021 traut Dirk Glaser höchstpersönlich ein Paar aus Hattingen und erlaubt zwei weitere Gäste neben dem Brautpaar bei der Zeremonie. Nach Angaben eines Mitarbeiters der städtischen Verwaltung, der seinen Namen hier nicht lesen möchte, ist die Begründung des Bürgermeisters ziemlich dünn. Dirk Glaser soll das Vorgehen damit begründet haben, dass er dem Brautpaar diese Vorgehensweise seit Langem versprochen habe und davon nicht mehr abweichen wollte.

Auf RuhrkanalNEWS Anfrage lässt der Bürgermeister erklären, dass es sich bei den neben dem Brautpaar Anwesenden um Personen aus dem gleichen Hausstand gehandelt habe. Der Konferenzraum habe aufgrund der Größe die Personenzahl zugelassen. Warum er von der eigenen Anweisung abgewichen ist, die so auch auf der Homepage der Stadt Hattingen direkt im ersten Absatz kommuniziert wird, begründet der Bürgermeister nicht. Laut der Mail der Pressestelle gab es neben der kritisierten Trauung im Konferenzsaal eine weitere Trauung, in der von der Regelung abgewichen wurde, nach der ausschließlich das Trauzimmer genutzt werden darf.

Die Teilnahme an der anschließenden Feier des Brautpaares auf der ihn Menschen gesehen haben wollen, bestreitet Dirk Glaser. Eine derartige Feier sei ihm nicht bekannt.

Die offizielle Anweisung auf der Homepage der Stadt Hattingen am 10. Februar 2021 (Screenshot: RuhrkanalNEWS)

Hier die Erklärung der Pressestelle im vollen Wortlaut:
Bei den Anwesenden handelte es sich um Personen aus einem Hausstand, die im engsten Verwandtschaftsgrad zueinander stehen. Der Konferenzraum lässt aufgrund seiner Größe diese Personenzahl zu. Aus logistischen Gründen wird in der Regel auf die Räume im Standesamt verwiesen. Die gemachte Ausnahme stand im Einklang mit der aktuellen Coronaschutzverordnung. Darüber hinaus gab es bislang eine weitere Ausnahme.
Dem Bürgermeister ist die von Ihnen beschriebene Feier nicht bekannt.

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