KUNST IN LATZHOSE UND GUMMISTIEFELN

Saigon-Wassermarionetten-Theater

Hattingen – Wenn im Mai im Zuge des FIDENA-Festivals das Saigon Wassermarionetten-Theater der „Southern Arts Group“ zu Gast in Hattingen sein wird, stellt sich die Frage, was denn ein Wassermarionetten-Theater eigentlich ist.

Das Wassermarionetten-Theater ist ein Theater ohne Sprache und ohne Worte. Die Puppenspieler stehen dabei hüfttief im Wasser und sehen nur schemenhaft, wie sich ihre Figuren im Scheinwerferlicht bewegen. In den wasserfesten Latzhosen und hohen Gummistiefeln sehen sie aus wie Tiefseefischer – sobald die Gruppe allerdings Hand an das Gestänge mit den Holzpuppen legt, kommt eine ballettgleiche Geschmeidigkeit in den kleinen Pulk. Während die Figuren für die Zuschauer tanzen, hüpfen und sogar fliegen, läuft unsichtbar dahinter eine ganz eigene Choreographie ab: In mehreren Reihen stehend, schieben die Darsteller ihre Arme nach vorne, drehen sich im Kreis, biegen die Oberkörper nach hinten und ziehen minutiös abgestimmt an dünnen Seilen.

Jede Gruppe hat so ein Geheimnis, wie sie Leben in die Männchen, Tiere und Fabelwesen haucht. Aber eigentlich kann man diese spezielle Dynamik hinter der Bühne nicht erklären. In Worten ist es schwierig zu fassen denn man muss eine emotionale Verbindung zu den einzelnen Figuren entwickeln.

Die Wassermarionetten werden in mühevoller Detailarbeit aus speziellem vietnamesischen Holz geschnitzt, das anschließend mit wasserfestem Lack in unterschiedlichen Farben überzogen wird. Obwohl die Figuren nicht mehr als 50 Zentimeter hoch sind, erhält jede individuelle Haltung, Gesichtsausdruck und Kostüme.

Diese Tradition des 1000-jährigen Figurenspiels kommt nun nach Hattingen. Am 7. und 8. Mai wird das vietnamesische Saigon-Wasserfiguren-Theater im LWL-Industriemuseum Henrichshütte zu sehen sein. Freuen wir uns darauf.

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