HATTINGER UNTERNEHMEN TROTZEN DER CORONA-KRISE: DIERGARDTS „KÜHLER GRUND“

Philipp Diergardt hat trotz Corona-Krise Spaß am Kochen (Foto: RuhrkanalNEWS)

Hattingen- Die Gasträume sind menschenleer, unbeleuchtet und vergleichsweise kühl. In der Küche arbeiten trotzdem drei Köche. Alle paar Minuten werden fertige Gerichte in Aluschalen verpackt und aus dem Raum getragen. Dafür, dass das Restaurant Diergardt „Kühler Grund“ seit inzwischen fast zwei Wochen geschlossen ist, herrscht ziemlicher Betrieb.

Philipp Diergardt macht das Beste aus der Situation (Foto: RuhrkanalNEWS)

„Wir mussten uns überlegen, wie wir die Zeit bis zur Wiedereröffnung überstehen. Da geht es uns wie allen anderen Gastronomen“, sagt Philipp Diergardt. „Also haben wir eine „Außer-Haus“-Karte entwickelt.“ Die größte Schwierigkeit sei dabei die fehlende Erfahrung mit diesem Geschäftsbereich gewesen. Außerdem wird für die Mitnahmegerichte etwas anders gekocht, als im Restaurantbetrieb.

„Fisch wird zum Beispiel etwas früher aus der Pfanne genommen, als wir es normalerweise machen. Wir müssen ja jetzt einberechnen, dass er im Auto noch nachzieht. Wäre er bei uns schon auf dem Punkt, käme er beim Kunden trocken auf den Tisch,“ schildert Philipp Diergardt die Hürden bei der Umstellung auf das To-Go-Geschäft. Andererseits herrscht Normalität. Morgens ist der Koch im Münsterland gewesen, um direkt beim Landwirt frischen Spargel zu kaufen. Trotz Corona-Schließung hat die lang erwartete Jahreszeit mit dem Edelgemüse auch bei Diergardt begonnen. Vorteil für alle: Es lässt sich fast ohne Qualitätsverlust vom Restaurant zum heimischen Tisch transportieren.

Während die Köche zumindest weiterhin etwas Arbeit haben, gibt es für die Servicekräfte nichts zu tun, sie müssen zur Zeit zuhause bleiben. Insgesamt, mit allen Aushilfen, arbeiten 30 Menschen bei „Diergardt“. Direkt nach der verordneten Corona-Schließung herrschte in der Küche allerdings Hochbetrieb. Die verderblichen Waren wurden weiterverarbeitet, um sie haltbar zu machen, große Mengen Soßen und Fonds wurden angesetzt. Die Vorratslager waren schließlich gut gefüllt für den Normalbetrieb. Salate und Gemüse wurden an die Mitarbeiter verschenkt.

Philipp Diergardt in seiner Restaurantküche (Film: RuhrkanalNEWS)

„Wir haben das Glück in unserem eigenen Gebäude zu arbeiten“, beschreibt Philipp Diergardt die aktuelle Situation. „Aber trotz aller Sparmaßnahmen fallen aber auch da natürlich weiterhin Kosten für Strom und Heizung an.“ In Kombination mit dem Außer-Haus-Verkauf kann der Familienbetrieb eine mögliche Corona-Schließung sicher zwei bis drei Monate überstehen, so die Einschätzung. Aber der Außer-Haus-Verkauf spricht sich so langsam herum und sorgt wenigstens für etwas Umsatz. Zur extra eingerichteten Verkaufstheke, an der die Speise mit den vorgeschriebene Schutzmaßnahmen übergeben werden können, kommen immer mehr Gäste.

„Wir haben auch ein Ostermenü vorbereitet. Das können unsere Kunden vorbestellen und abholen oder liefern lassen. Wir sind auch in Verhandlungen mit einem Dienstleister, der für uns arbeiten möchte und an allen Tagen liefert“, sagt Philipp Diergardt. „Und zum Menü können unsere Kunden natürlich auch den passenden Wein von der Karte bestellen. Hier geben wir einen Rabatt von 10 bis 15 Prozent auf den Preis im Restaurant.“

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