WAS WIR BISHER ÜBER DAS CORONA-VIRUS WISSEN

Corona-Virus (Grafik: US Centers for Disease Control and Prevention)

Hattingen- Momentan sind Behörden in Alarmbereitschaft versetzt und richten mindesten ab Kreisebene Krisenstäbe ein. Im Ennepe-Ruhr-Kreis ist dieser Krisenstab noch in Bereitschaft und tagt nicht. Das wird sich sicher ändern, sobald ein bestätigter Verdachtsfall bekannt wird.

Immer wieder ist zu hören, dass die Grippe weiter verbreitet und mehr Todesopfer zur Folge hat. Dennoch sorgt das neue Virus, fachlich richtig SARS-Co-2 genannt, für starke Aufmerksamkeit. Das Robert-Koch-Institut (RKI) ist zuständig für die Bewertung verschiedenster Krankheiten. Das Institut spricht beispielsweise auch Reisewarnungen aus, die oft vom Außenministerium übernommen werden.

Corona-Viren sind eine ganze Gruppe von Viren die Kranheiten unterschiedlicher schwere verursachen können. Sie wurden erstmals Mitte der 60er Jahre identifiziert. Sie können sowohl Menschen infizieren, sind aber auch in Tieren zu finden. Corona-Viren verursachen in Menschen verschiedene Krankheiten, von gewöhnlichen Erkältungen bis hin zu gefährlichen oder sogar potenziell tödlich verlaufenden Krankheiten wie dem Middle East Respiratory Syndrome (MERS) oder dem Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS). Aber auch verschiedene Influenza-Epidemien wurden durch Corona-Viren ausgelöst.

Sterberisiko bei SARS-Co-2

Genau wie bei den meisten Influeza-Ausbrüchen starben durch SARS-Co-2 bisher vor allem Menschen die älter waren und/oder zuvor an chronischen Grunderkrankungen litten. Aufgrund von Zahlen aus China sind Sterberaten von mehr als zwei Prozent errechnet worden. Allerdings sagen Wissenschaftler auch, dass die Datenbasis nicht überprüfbar und deswegen vergleichsweise unsicher ist. Sollte diese Sterberate real sein, wäre SARS-Co-2 einer der gefährlichsten Viren seit langer Zeit. Die „Spanische Grippe“ von 1918, die eine weltweite Pandemie auslöste, hatte vergleichbare Todesraten. Eine gewöhnliche Grippe hat Mortalitätsraten von 0,1 bis 0,4 Prozent. Diese Zahlen beziehen sich selbstredend auf die erkrankten Menschen und nicht auf die Gesamtbevölkerung. Bei aller Unsicherheit darüber wieviele Menschen am neuartigen Corona-Virus sterben, ist die potenzielle Gefahr ist der Grund dafür, warum die Behörden derzeit so alarmiert sind.

In Deutschland noch wenig erkrankte Menschen

Der Ennepe-Ruhr-Kreis hat bereits einen Krisenstab eingerichtet (Foto: Strohdiek)

In Deutschland sind noch keine Todesfälle aufgetreten. Wie groß die Gefahr ist, an SARS-Co-2 zu sterben, ist momentan für Deutschland nur schwer abzuschätzen, die Fallzahlen sind bisher zu gering. Das RKI schreibt dazu:
„Das Robert Koch-Institut erfasst kontinuierlich die aktuelle Lage, bewertet alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein. Auf globaler Ebene handelt es sich um eine sich sehr dynamisch entwickelnde und ernst zu nehmende Situation. Für eine abschließende Beurteilung der Schwere der neuen Atemwegserkrankung liegen gegenwärtig nicht genügend Daten vor. Bei einem Teil der Fälle sind die Krankheitsverläufe schwer, auch tödliche Krankheitsverläufe kommen vor. Mit einem Import von weiteren Fällen nach Deutschland muss gerechnet werden. Auch weitere Übertragungen, Infektionsketten, lokale Infektionsgeschehen und Ausbrüche sind in Deutschland möglich. Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung wird in Deutschland aktuell als gering bis mäßig eingeschätzt. Eine weltweite Ausbreitung des Erregers ist wahrscheinlich. Diese Einschätzung kann sich kurzfristig durch neue Erkenntnisse ändern.“

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es derzeit gegen das neuartigen Corona-Virus noch keinen Impfstoff. Nach Medienberichten soll in China ein Impfstoff in den klinischen Test gehen. Wann daraufhin ein Impfstoff für die Allgemeinheit zur Verfügung steht, ist nicht absehbar.

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