VORSICHT BEI EBAY-KLEINANZEIGEN

Eine von unseren zwei Panasonic HC-X1 im Einsatz (Foto: RuhrkanalNEWS)

Erfahrungsbericht eines ganz normalen Kleinanzeigen-Einkauf

Wer kennt das nicht: Wenn man seine Zeit, die man eigentlich gar nicht hat, ein wenig vergeuden will, schaut der ein oder andere „nur mal eben so“ ins Internet, in der Hoffnung mal ein Schnäppchen zu machen. Während es den Einen in die Tiefe des World Wide Web zieht um sich Videos anzuschauen, finde ich mich meist in den vielen Kleinanzeigen wieder. Bekannterweise sind Broadcast Angebote der Medienlandschaft in der Neuanschaffung recht teuer und so hofft man das ein oder andere Mal auf einen günstigen Gebrauchtartikel.

Gesagt – Getan – Gefunden

Eine neuwertige Panasonic HC X1 mit nur 10 Betriebsstunden. Eine Kamera die wir schon zweifach in Gebrauch haben und in der Anschaffung als Gebrauchtgerät so um die 2600 bis 3200 Euro kosten müsste, je nach Ausstattung versteht sich. Fündig bin ich nun auf EBAY-Kleinanzeigen geworden. Sage und Schreibe nur 1200 Euro und das bei den schon erwähnten 10 Betriebsstunden, inklusive großzügigem Zubehörpaket wie z.B. 2 zusätzlichen Akkus (NP ca. 350 das Stück).

Als nicht „was letzte Preis Frager“ nahm ich also Kontakt per Mail auf, denn die angegebene Telefonnummer existierte gar nicht. Und die Antwort auf meine ausführlich in 12 Zeilen geschriebene Anfrage mit Fragen zu Alter, Fotos, Mängeln etc. und ob diese Kamera noch zu haben sei, kam prompt: “JA“.

Dann startete ein E-Mail-Verkehr der Extraklasse. Bekanntlich ist geschriebene Sprache etwas wunderbares und es ist toll, wenn man sich gut ausdrücken kann und versteht, was der andere nun zu vermitteln versucht. Aber zeitweise hatte man das Gefühl mit einem Russischen Kaufhaus zu schreiben, also „ohne Artikel“. Sei es drum, es ging ja nur um die Kamera und zum besseren Verständnis versuche ich mal bei meinem Wortschatz zu bleiben.

Das Objekt der Begierde – Die Panasonic HC-X1

Die zweite Mail von mir war dann noch ausführlicher. Es ging ja darum an mehr Informationen zu kommen um dieses Stück 4k Technik sein eigen nennen zu dürfen. Nachdem ich nun seine dritte „JA“ Mail beantwortete und ich mir gerne die Panasonic mal ansehen würde ging mein Gegenüber spontan ins Detail. „Ich mache leider keine Besichtigungstermine, Kamera ist neu, tut mir leid, nur Verkauf mit Versand.“ (Anm. der Redaktion: Text zum besseren Verständnis ins Hochdeutsche übersetzt)

Nun ja, ein Verkauf eines hochwertigen Elektroprodukts und dann keine Besichtigung des Artikels, kein Ausprobieren vor Ort? Eine weitere Mail sollte mich wohl ein wenig freudiger stimmen: „schau die Fotos an, Kamera ist toll und ohne Kratzer“. Stimmt, dachte ich, denn wenn jemand schon offizielle Fotos des Herstellers und nicht originale Bilder des Verkaufsobjekts in seine Anzeige quetscht, warum sollten da schon Kratzer drauf sein?

Trotzdem ließ ich nicht locker. In meiner mittlerweile vierten Mail an den Verkäufer offerierte ich ihm, einfach vorbeizukommen und die Kamera direkt zu kaufen, wenn sie denn so sei wie beschrieben. Antwort: „Ich bin gerade im Krankenhaus und lass mich operieren, geht also nicht“. Dafür hat man natürlich Verständnis und so bot ich ein Telefonat an. „Kann nicht sprechen, nur Mail bitte“. Irgendwie packte mich aber jetzt der Ehrgeiz an diese Kamera zu kommen und so schrieb ich zurück, dass ich das Gerät gerne heute schon für einen Einsatz haben wollte und ob es nicht eine andere Möglichkeit in Kontakt zu kommen gäbe.

Mein Mailpartner griff nun in seine Trickkiste und antwortete recht pfiffig: „Ich kann ja einen Bekannten fragen, der die Kamera abholt bei mir zu Hause und man trifft sich dann irgendwo.“ Mit meinem “sehr gute Idee“ (mehr fiel mir weiß Gott nicht ein) dachte ich der Deal sei fast komplett und überlegte mir schon einen Treffpunkt zwischen Hattingen und Witten, aber ich hatte die Rechnung ohne die Rückantwort gemacht. „…müsste dann aber 60 Euro mehr haben wegen Aufwand und Spritkosten“.

Übergabe an einem verwunschenen Ort

Eigentlich hätte ich jetzt das Gespräch beenden sollen, aber meine kaufmännische Erfahrung gebot mir Einhalt denn 1260 Euro sind immer noch ein Schnapp. Nachdem ich einwilligte und einen Treffpunkt in einem Café in Witten verschlug (mein E-Mail-Postfach erreichte mittlerweile seine Füllgrenze), antwortete der Verkäufer, ob man nicht doch eher die Übergabe an einem Ort machen sollte, „wo nicht so viele Menschen sind und am besten spät abends“.

Da ich mich nun wirklich nicht mit 1260 Euro bewaffnet in einer dunklen menschenleeren Ecke von Witten treffen wollte, beendete ich den Schriftverkehr. Nach reiflicher Überlegung, diese Konversation an EBAY-Kleinanzeigen zu melden, wollte ich nur noch mal einen Blick auf die vermeintliche Anzeige werfen, aber da war diese schon gelöscht. Dafür hatte der Anbieter jetzt eine „CANON 5D Mark IV“ mit 100mm Objektiv für 1200 Euro im Angebot.

Nicht schlecht denk ich, denn bei der Mark IV kostet nur der Body schon 3200 Euro und ist gerade erst neu auf den Markt gekommen.

Tolles Angebot….

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