SPARKASSE HATTINGEN IST GUT AUFGESTELLT

Die Hauptstelle der Sparkasse Hattingen auf der Roonstraße. (Foto: Höffken)

Hattingen – Die Sparkasse Hattingen blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2021 zurück und hat ihre Kunden auch durch das zweite Jahr der Corona-Pandemie intensiv begleitet. Die seit 184 Jahren bestehende Sparkasse ist auch für 2022 gut aufgestellt, zählt zu den sehr erfolgreichen Kreditinstituten in Westfalen-Lippe und blickt optimistisch in die Zukunft, wie ruhrkanalNEWS jetzt vom Vorstand der Sparkasse im Interview erfuhr. 

„Es war für alle kein einfaches Jahr“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Mathias Dörr und ergänzt, „durch das Engagement aller unserer 157 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten wir die Herausforderungen meistern“.

Mit 6 Geschäfts- und 3 SB-Stellen sowie dem eigenen Immobilien-, Bauspar- und VersicherungsCenter ist die Sparkasse Hattingen der größte Finanzdienstleister vor Ort.

Chance für junge Menschen – Die Sparkasse bildet aus

Mit 157 Beschäftigten ist die Sparkasse ein großer Arbeitgeber in Hattingen und hat eine überdurchschnittliche Frauenquote. Zahlreiche Mitarbeiterinnen gibt es bei der Sparkasse auch in Führungspositionen.

15 Auszubildende in verschiedenen Ausbildungsjahren beschäftigt die Sparkasse und hat alle sechs Auszubildende, die dieses Jahr ihre Ausbildung beendet haben, in das Angestelltenverhältnis übernommen.

Mathias Dörr, Vorstandsvorsitzender und Ralf Vormberge, Vorstandsmitglied (v.li.) (Foto: Höffken)

Bilanzsumme über 1 Mrd. €

Mit 1.026 Mio. € lag die Bilanzsumme im zweiten Jahr hintereinander erneut bei über 1 Mrd. €. Unter den gegebenen Rahmenbedingungen bewerten die Vorstände die Ergebnisse des letzten Geschäftsjahres insgesamt als zufriedenstellend, zumal die Hattinger Sparkasse im Vergleich zu allen Sparkassen in Westfalen -Lippe einen der vorderen Plätze bei der Rentabilität einnimmt.  

Bestandszuwächse und Boom im Wertpapiergeschäft

Der Bestand an Kundenkrediten stieg um 3,3 % auf 645 Mio. €, die Summe der Kundeneinlagen wuchs im Vergleich zum Vorjahr um weitere 2,8 % auf 810 Mio. €.

Das Kundeninteresse am Kauf von Wertpapieren und Investmentfonds ist nach wie vor ungebrochen. Der Nettoabsatz von Wertpapieren an Privatpersonen hat sich gegenüber 2020 von 15,7 Mio. € auf 33,4 Mio. € mehr als verdoppelt. Während der Nettoabsatz von Aktien moderat von 4,3 Mio. € auf 4,4 Mio. € stieg, nahm der Nettoabsatz von Investmentfonds um mehr als das doppelte zu und stieg von 10,5 Mio. € auf nun 25 Mio. € an – so viel wie noch nie seit der Jahrtausendwende.

„Immer mehr Menschen erkennen die Renditechancen von Wertpapieren – und das ist auch gut so“, erklärte Sparkassendirektor Mathias Dörr. „Wir halten diese Entwicklung für absolut richtig. Wertpapiere sind gerade mittel- bis langfristig ein unerlässlicher Baustein in der Vermögensbildung und bei der Altersvorsorge.“

Unternehmen in Hattingen

In den Hattinger Unternehmen stellte sich die wirtschaftliche Lage im zweiten Jahr der Corona-Krise unterschiedlich dar: Viele haben sich inzwischen gut auf die Auswirkungen der Pandemie einstellen können.

Für die Branchen, die von Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen besonders betroffen waren, wie das Gastgewerbe oder der Freizeitbereich, entstanden dagegen auch im Jahr 2021 Liquiditätsengpässe.

„Die Sparkasse ist ihren Kunden aber – wie schon im ersten Pandemiejahr – nicht von der Seite gewichen und hat Liquidität in Form neuer Kreditzusagen bereitgestellt“, so Ralf Vormberge, Vorstandsmitglied der Sparkasse Hattingen. Der Kreditbestand der Firmenkunden lag im Jahr 2021 mit 322,7 Mio. € etwas über dem Vorjahr.

AGB-Urteil – Sparkasse erstattete unaufgefordert

Beschäftigt hat die Sparkasse im letzten Jahr ein Urteil des Bundesgerichtshofes, das am 27. April 2021 gegen die Postbank erging. Denn es hatte Signalwirkung für alle Banken.

Das Gericht erklärte Preis- und Bedingungsänderungen, die in der Vergangenheit durch Schweigen genehmigt werden konnten, nachträglich für ungültig und löste so eine Lawine bei allen Kreditinstituten aus. Bei der Sparkasse Hattingen waren 29.000 Kunden betroffen. Für sie ließ der Vorstand die Preiserhöhungen der letzten drei Jahre zurücknehmen und die Girokontenpreise auf das Preisniveau von 2018 zurücksetzen. Zusätzlich erstattete die Sparkasse unaufgefordert die nach Auffassung der Richter nach dem Urteil „zu viel“ gezahlten Beträge.

„Nach unserer Beobachtung erstatten viele Banken zunächst nur den Kunden etwas, die aktiv Forderungen stellen und diese auch explizit belegen konnten“, so Mathias Dörr. „Wir haben uns aber sehr schnell entschieden, allen Kunden etwas zurückzugeben.“

Eine Einstellung, die von den Kunden offensichtlich honoriert wurde, denn ab Mitte November wurden eben diese 29.000 Kunden gebeten, den aktuellen Preisen und Bedingungen zum 1. Februar 2022 – nach Vorgabe des BGH – zuzustimmen.

„Wir freuen uns außerordentlich, dass innerhalb von 3 Monaten fast alle Kunden zugestimmt und lediglich drei widersprochen haben“, ergänzte Ralf Vormberge.

Wirtschaftsfaktor für die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger

Zuletzt verweisen die beiden Vorstände darauf, dass die Sparkasse eine der größeren Gewerbesteuerzahlerinnen ist und damit auch einen wichtigen Beitrag für die Menschen in der Region leistet.

Hinzu kommen 400.000 €, die über die Gewinnausschüttung aus dem Jahresergebnis 2021 der Sparkasse an die Stadt den in Hattingen lebenden Menschen zu Gute kommen. Aus Spenden und Sponsorings verblieben weitere 207.000 € in Hattingen und an gemeinnützige Einrichtungen und Vereine wurden aus der Sparlotterie der Sparkassen rund 73.000 € verteilt. Zusammen mit der Flutopferhilfe flossen so rund 800.000 € aus den Erträgen der Sparkasse in die Stadt zurück.

„2021 war für uns alle ein sehr bewegtes Jahr“, ist sich der Vorstand einig. Gemeinsam danken die beiden Vorstände den Kundinnen und Kunden für ihr Vertrauen – und dafür, „dass sie uns in 2021 dieses Wachstum ermöglicht haben“. Ebenso danken sie den Beschäftigten der Sparkasse, die die gerade jetzt so gefragten Werte wie Sicherheit, Stabilität und Verlässlichkeit jeden Tag aufs Neue mit Leben füllen.

Da nach einem alten Sprichwort „nach dem Spiel auch immer vor dem Spiel ist“, geht der Blick der Vorstände auch direkt ein Stück in die Gegenwart und in die Zukunft.

Geschäftsstellennetz und Direkt-Filiale

Die Bankenlandschaft steckt mitten in gewaltigen Umbrüchen. Immer mehr Kunden nutzen digitale Angebote, statt in eine Geschäftsstelle zu kommen. „Über 66 Prozent der Privatkunden der Sparkasse haben und nutzen einen Online-Zugang“, erläutert Mathias Dörr.

Während es überall in Deutschland zu Geschäftsstellenschließungen und Fusionen bei Banken und Sparkassen kommt hat sich der Vorstand der Sparkasse entschlossen, die kleineren Geschäftsstellen nicht aufzugeben, sondern mit reduzierten Servicezeiten zu erhalten. Einzige Ausnahme war der SB-Standort in Bredenscheid. Er wurde wegen der hohen Gefährdung durch eine mögliche Geldautomatensprengung aufgegeben.

Im Hattinger Stadtgebiet haben nach der Nationalbank im letzten Jahr auch die Deutsche Bank und die Commerzbank Hattingen komplett verlassen.

Vanessa Germann Hernández an ihrem Arbeitsplatz in der Direkt-Filiale. (Foto: Höffken)

Sehr zufrieden sind Dörr und Vormberge mit der Entwicklung der Direkt-Filiale. Über 70.000 Anrufe verzeichnete die Sparkasse im abgelaufenen Jahr. Über die Hattinger Nummer 20 30 können inzwischen etwa sieben von zehn Anliegen direkt am Telefon erledigt werden. Die 8 Mitarbeiter:innen in der Direkt-Filiale im Gebäude der Geschäftsstelle Südstadt sind montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr telefonisch erreichbar.

Bargeldautomaten

Für die Bargeldversorgung der Kunden werden 16 Geldautomaten unterhalten, die größte Anzahl im Stadtgebiet. Da die Anzahl der Sprengungen von Geldautomaten drastisch zugenommen hat, hat die Sparkasse durch verschiedene Maßnahmen, auf die verständlicherweise nicht näher eingegangen wird, frühzeitig reagiert, um die Sicherheit der Kunden:innen nicht zu gefährden.

Um darüber hinaus den Anreiz für die Täter niedrig zu halten, schließt sie die SB-Bereiche nachts und hält zudem die Bargeldbestände niedrig. Bisher war die Hattinger Sparkasse von einer Geldautomatensprengung nicht betroffen.

Mit Karte bezahlen

Möglichst wenig Bargeld verwenden, das ist dann auch die Bitte und der Tipp an alle Kunden. Denn wenn noch mehr Kunden auf Kartenzahlungen setzen, können die Bargeldbestände in den Automaten weiter sinken. In Ländern mit wenig Bargeldumlauf ist das Problem mit den Sprengungen jedenfalls kaum oder gar nicht vorhanden.

Ukraine-Krieg

Die Bestürzung über den brutalen Angriffskrieg Russlands ist weiterhin sehr groß. Die Sparkasse hat helfenden Kräften in Hattingen 10.000,- € zur Verfügung gestellt, um die in der Ukraine lebenden Menschen zu unterstützen, insbesondere mit dringend benötigten Sachmitteln, Nahrung und Medikamenten.

Auch in Hattingen haben zahlreiche Kriegsgeflüchtete Schutz gesucht und gefunden. Anders als von ihnen erhofft, zeichnet es sich immer mehr ab, dass sie nicht so bald in ihre Heimat zurückkehren können. Über die Stadt erhalten diese Menschen finanzielle Unterstützung in Form von Bar-Schecks.

Nun geht es auch bei der Sparkasse darum, hierfür dauerhaft belastbare Strukturen, z. B. durch die Einrichtung von Girokonten zu schaffen. Über 80 Konten wurden bei der Sparkasse bereits angelegt. Bis Mitte Juni 2022 möchte die Sparkasse in Kooperation mit der Stadt dafür sorgen, dass allen Familien ein Girokonto zur Verfügung steht. Flüchtlinge aus der Ukraine können ab 24.05.2022 ihre Landeswährung in Euro umtauschen. Jeder volljährige Flüchtling kann insgesamt bis zu 10.000 Hrywnja bei dem Kreditinstitut in Euro umtauschen, bei dem sein Konto in Deutschland geführt wird.

Umwelt- und Klimaschutz

Auch nachhaltiges und umweltbewusstes Handeln steht auf der Agenda der Sparkasse. Sowohl beim Einkauf als auch bei der Betriebsorganisation werden Umwelt- und Klimaschutz beachtet. Photovoltaik-Anlagen, Wallboxen und E-Autos zeugen davon.

Kaufkraft-Verlust / Inflation

Unter dem Einfluss vom Coronavirus und dem Ukrainekrieg hat die Inflation mit 7,4 % in diesem Jahr einen neuen Höchstwert erreicht. Allmählich ziehen die Zinsen wieder an. Deutlich wird das bei den Baufinanzierungen, bei denen sich die Zinsen bereits spürbar nach oben bewegt haben. Entsprechend ist die Nachfrage an Bausparverträgen merklich gestiegen. Denn darüber können sich die Kunden der Sparkasse Hattingen weiterhin langfristig günstige Konditionen sichern.

Fazit: Die Sparkasse Hattingen ist für die aktuellen Herausforderungen gut aufgestellt, eigenkapitalstark und blickt zuversichtlich auf das Jahr 2022, ihrem 185. Geschäftsjahr.

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