PIRATEN STELLEN KANDIDATEN FÜR KREISTAGSWAHL VOR

Die Kandidaten der Piraten für den Kreistag (Foto: Piraten EN)

Ennepe-Ruhr-Kreis- Die Piratenpartei will auch 2020 wieder in den Kreistag und hat bereits im Mai Ihre Kandidaten aufgestellt. Insgesamt tritt die Partei mit acht Kandidaten auf der Liste und 30 Kandidaten in den Wahlbezirken an.

Jörg Müller(54) wurde an die Spitze der Liste gewählt. Der Sprockhöveler Softwareentwickler ist seit 2014 im Kreistag. Er ist dort Mitglied im Arbeitsmarktpolitischen Ausschuss und der Breitband AG des Kreises und wurde in den Aufsichtsrat von en|wohnen gewählt. Im Kreisverband der Piraten übt er seit 2016 das Vorstandsamt des Schatzmeisters aus. „Piraten möchten Politik nahbar machen und deshalb strukturelle Hürden abbauen. Wir fordern u.a. Videostreamung von Sitzungen des Kreistages, damit sich die Bürger selbst ein Bild von der Arbeit ihrer Vertretung machen können. Weder Protokolle noch die Presse geben einen unverfälschten Eindruck wieder und nicht jeder, der das gerne möchte, kann im Sitzungssaal anwesend sein. In der letzten Kreistagssitzung 2019 habe ich mich für Kreistags-TV eingesetzt. Damals bekam mein Antrag keine Mehrheit, vor allem mit der Begründung, dass der aktuelle Kreistag im Jahr 2020 nur noch dreimal tagt und das dann doch besser der neue Kreistag für sich beschließt.“

„Für mich klingt das nach einer Ausrede, verbunden mit der Hoffnung, dass im nächsten Kreistag kein Pirat mehr einen solchen Antrag stellen kann. 2020 tagte der aktuelle Kreistag pandemiebedingt tatsächlich sogar nur ein einziges Mal. Inzwischen weiß fast jeder wie Videostreaming funktioniert.“, sagt Jörg Müller, „Deshalb werde ich mich auch nach meiner Wahl im September wieder für dieses Mittel der Transparenz einsetzen. Ich habe also sozusagen noch eine Rechnung offen im Kreistag.“

Auf dem zweiten Listenplatzt folgt Eric Tiggemann(50) aus Hattingen. Der IT-Berater möchte Demokratie lebendiger machen, indem er mehr Beteiligung der Menschen anstrebt. Er hat an dem bundesweiten losbasierten Bürgerrat Demokratie teilgenommen. „Demokratie muss sich an die moderne Gesellschaft anpassen und die veränderten Rahmenbedingungen und die vielfältigen neuen Lebensmodelle der Menschen berücksichtigen.“

Als Dritte folgt Elaine Bach. Sie ist 32 Jahre jung und in Witten aufgewachsen. Die freiberufliche Kommunikationsdesignerin arbeitet an der FH-Dortmund im Bereich E-Learning und Öffentlichkeitsarbeit sowie im Unverpackt- und Fair Fashion-Laden „ettics“ in Witten. „Ich liebe meine Heimatstadt Witten und sehe hier viel Potenzial: Die Kunst- und Kulturszene, das wundervolle Wiesenviertel, die vielen Klimaschutz- und Nachhaltigkeits-Initiativen. Ich bin nach vielen Stationen in der Ferne wieder ganz bewusst nach Witten zurückgekehrt, weil ich so mit der Stadt und vielen Menschen hier verbunden bin. Und ich weiß, dass hier noch so viel mehr gehen könnte. Wir könnten z.B. noch sehr viel nachhaltiger oder kinderfreundlicher sein. Ich hab richtig Bock diese Stadt mehr mitgestalten zu können. Viele Entscheidungen für Witten fallen auch im Kreistag. Daran möchte ich mitwirken und die junge, weibliche Perspektive vertreten.“

Auf dem vierten Platz steht Karsten Düsterloh. Der 48jährige Diplom-Mathematiker und Softwareentwickler aus Sprockhövel engagiert sich bereits seit dem letzten Jahrtausend für Open-Source-Software und ein freies Internet. Im neuen Kreistag möchte er die digitale Wandlung der Verwaltungen vorantreiben, durch Kooperation auf Grundlage freier Software, freier Daten (Open Data) und freien Wissens (Open Access) zukunftsfähig und bürgernah zu werden.

Stefan Borggraefe, 44 Jahre, Witten, Softwareentwickler: „Die Piratenpartei hat als Einzige einstimmig gegen die Kürzungen beim ÖPNV durch den letzten Nahverkehrsplan des Kreises gestimmt. Ich will im Kreistag weiter für den dringend notwendigen ÖPNV-Ausbau kämpfen. Er wird dringend für eine soziale und ökologische Verkehrswende und für die Lösung der Klimakrise gebraucht! Weiterhin will ich mich dafür einsetzen, dass mehr Menschen wissen können, welche wichtigen Entscheidungen darüber hinaus im Kreistag getroffen werden. Dazu soll endlich Kreistags-TV, also die Übertragung von Kreistags-Sitzungen ins Internet, eingeführt werden.“

Patrick Bodden aus Witten ist 42 Jahre alt und aufgrund einer Schwerbehinderung bereits Frührentner. Im Kreistag möchte er sich für mehr Barrierefreiheit und Akzeptanz für Menschen mit Behinderung einsetzen.

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