PCB: SO WILL BIW DIE BELASTUNG SENKEN

Firma biw in Ennepetal (Foto: Strohdiek)

Ennepetal/Ennepe-Ruhr-Kreis- Alle mit der Bezirksregierung vereinbarten zusätzlichen Arbeitsschutzmaßnahmen – wie zum Beispiel betrieblich gestellte und gereinigte Arbeitswechselkleidung oder punktuelle Maschinenabsaugungen – hat BIW nach eigenen Angaben erfolgreich umgesetzt. Dies belegen demnach die aktuellsten Messergebnisse aus der vergangenen Woche. Die innerbetrieblichen PCB-Belastungen lägen unterhalb des Interventionswertes von 3.000 Nanogramm pro m³ Luft am Arbeitsplatz und haben um mehr als die Hälfte auf 1.070 ng im Bereich der belasteten Produktionsprozesse gesenkt werden können, so biw. In Bereichen außerhalb der Produktion liege man mit 193 ng sogar deutlich unter dem Unbedenklichkeitswert von 300 ng pro m³ Luft.

Die Qualität der Umgebungsluft in den betroffenen Produktionshallen konnte somit durch eine Vielzahl von technischen und organisatorischen Maßnahmen verbessert werden.

Dabei bleibt es jedoch nicht. BIW will – wie bisher auch schon – die Emissionen analog des Stands der technischen Entwicklung stetig weiter minimieren. Seitens des Arbeitsschutzes, angesiedelt bei der Bezirksregierung, und auch seitens der Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie gibt es weiterhin „grünes Licht“ für die BIW Produktionsstätten am Standort Ennepetal Oelkinghausen.

Zwei öffentlich zugelassene Prüfinstitute hatten im Innenbereich des Unternehmens gleichermaßen, aufgrund der neuesten Messungen, Entwarnung gegeben. Ergebnis sei, dass aktuell weder Grenzwerte erreicht noch überschritten würden, so biw.

Auch das Biomonitoring von 44 BIW-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durch die RWTH Aachen wurde inzwischen ausgewertet. Ergebnis waren hier durchweg niedrige bis sehr niedrige Belastungswerte mit den Indikator-Kongeneren (für Chemie-Interessierte: Hier gibt es eine Liste der PCB-Kongeneren) im Vergleich zu den Durchschnittswerten innerhalb der deutschen Bevölkerung (nach Angaben des Bundesumweltamtes) und auch gegenüber den langjährigen Vergleichsmessungen von Prof. Thomas Kraus von der RWTH Aachen. Speziell für PCB47, das in der Allgemeinbevölkerung normalerweise nicht nachweisbar ist, konnten bei den untersuchtenmPersonen durchschnittlich 0,4µg/l PCB47 im Blut gemessen werden. Der arbeitsmedizinische Grenzwert für gesunde Erwachsene von 15 µg/l Blut wurde bei Beschäftigten der Firma BIW nicht erreicht und auch nicht der strenge Grenzwert für Schwangere (3,5 µg/l Blut).

Das Unternehmen folgert, dass die Gesamtbelastung mit allen PCB Arten bei den BIW Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht nur deutlich unter denen der Vergleichsgruppen liege, sondern auch die maximale Belastung, die bei BIW festgestellt werden konnte, läge nur etwa bei der Hälfte dessen, was in der betreffenden Altersgruppe üblich sei. In der Regel sind PCB Belastungen durch die Nahrungsmittelaufnahme verursacht, wie dies bei der Gesamtbevölkerung der Fall ist.

Mit diesen Erkenntnissen gibt sich die BIW-Geschäftsführung aber nicht zufrieden, sondern arbeitet mit Hochdruck mit dem gesamten Team an der Modifikation der Prozesse durch Einsatz chlorfreier Vernetzungssysteme. Parallel hierzu laufen die Erprobungen zum Einsatz neuester Abluftreinigungs- und Filtertechniken weiter, mit denen jegliche Emissionen minimiert werden sollen. Die Geschäftsführung betont noch einmal, wie bereits auf der ersten Bürgerversammlung, keine Investitionen zu scheuen, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Anwohnerinnen und Anwohner im Bereich Oelkinghausen und darüberhinaus effektiv vor Belastungen zu schützen.

Die BIW Geschäftsführung bekräftig einmal mehr das Angebot an die Bürgerinitiative zu einer Betriebsbesichtigung mit offenem Informationsaustausch, wie dies schon einmal ausgesprochen worden ist.

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