MIHA-NACHBETRACHTUNG: “ROCK AM BUNKER”

Das aktuelle MIHA Organisationsteam, (v.l.) Holger Marré, Roland Römer und Marlon Mawick (Foto: RoRö)

Petrus muss ein Hattinger sein – oder „ganz oben“ wurden die stillen Gebete der MIHA-Verantwortlichen für die beiden Altstadtfest-Tage am Bunker erhört: Jedenfalls plumpsten Holger Marré, Marlon Mawick und Roland Römer, das Trio, das seit mittlerweile genau 40 Jahren für das Programm auf und rund um die Bühne der Musiker-Initiative Hattingen (MIHA) verantwortlich zeichnet, mehr als nur ein paar Steine vom Herzen angesichts des prachtvollen Wetters an den beiden rockigen Tagen Freitag und Samstag

ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

„Eigentlich war es ein ganzes Gebirge“, schmunzelt Roland Römer. „Was die wenigsten Festbesucher wissen, ist, dass wir zum großen Teil unsere zweitägige Veranstaltung ,Rock am Bunker‘ durch unseren Bierstand finanzieren“, erläutert der MIHA-Geschäftsführer. „Bei schlechtem Wetter hätte es böse für den Verein enden können. Die zweitägige Veranstaltung ist in finanzieller Hinsicht jedes Jahr knapp auf Kante genäht. Aber zum Glück können wir sagen: Et hätt noch emmer joot jejange.“ 

„Rock am Bunker“: Auch nach 40 Jahren noch taufrisch!

Von Hattingen Marketing gebe es zwar eine finanzielle Unterstützung, die vor einigen Jahren leider gekürzt worden sei. Hauptsponsor sei jedoch die Sparkasse Hattingen, welcher der Verein sehr dankbar wäre, dass sie in diesem Jahr ihr Engagement sogar noch aufgestockt habe. Roland Römer: „Die Kosten für Bühne und teilweise auch Bands sind nämlich coronabedingt in diesem Jahr geradezu explodiert, so dass sich ein Verein wie wir eine solche Großveranstaltung eigentlich kaum noch leisten kann.“

Doch genug der Finanzen, denn das Altstadtfest und „Rock am Bunker“ macht ja vor allem eins aus: die Musik. Und da gab es in diesem Jahr viele Höhepunkte. Vor allem freuen sich die Organisatoren, dass selbst die eher schwachen Zeiten wie Samstagnachmittag in diesem Jahr relativ gut besucht waren. „Die Leute waren nach der Coronapause scheinbar echt heiß darauf, wieder umsonst und draußen abzufeiern“, finden sie.

Los ging es am Freitag mit „A.T.M.E.“ und deutschsprachigem Punkrock. Drummer Felix, Joel und Marvin an den Gitarren, Bassist Lars und Sänger Tristan holten mit ihrer tollen Bühnenshow die Fans vor der Bühne gleich ab. Die junge Truppe war die erste von insgesamt vieren an diesem Abend, die alle aus Hattingen stammen. 

Roland Römer dazu: „Das ist unserem Verein ja auch seit der Gründung Anfang der 80er Jahre ein Anliegen, jungen Bands und Musikern aus Hattingen ein professionelles Forum zu bieten, wie sie es in ihrer weiteren musikalischen Entwicklung wohl nur noch selten erleben werden – Ausnahmen ausgenommen. Unsere Bühnenhelfer packen beim Ein- und Ausladen der Instrumente mit an, die Versorgung mit beispielsweise Getränken ist bestens organisiert und beim Gig selbst gibt es nach einem gründlichen Soundcheck ein optimales Klangergebnis aus höchstwertiger PA und optimaler Lichtshow.“

Nach „N bisschen Strange“ mit ihrer gewöhnungsbedürftigen Darbietung enterten „Drang.“ die Bühne und boten eine mitreißende Show zu Alternative-Rock und Indie-Pop. Sie wirkten bis dahin von den Hattinger Bands am reifsten „on stage“. 

Übertroffen wurden sie nur von „Captain Disko“ um Sänger Daniel Kowalke, für den es nur einen Begriff gibt, der ihn hundertprozentig beschreibt: Rampensau. Manchmal ist es ein kleines Wunder, dass sich eine solche professionell darbietende Band mit ihren eingängigen Popsongs noch nicht für die ganz großen Bühnen nicht nur dieser Republik empfehlen konnte. Dabei merkte man den Hattingern durchaus ihre Bühnenerfahrung, die sie auf unzähligen Auftritten zwischen Nord und Süd, Ost und West mittlerweile gesammelt haben. Also Daumen drücken, dass es auch mit der ganz großen Karriere noch klappt!

Nachdem am Altstadtfest-Samstag verschiedene Stufen der Gesamtschule Hattingen unter der Gesamtleitung von Thorsten Spittank ihr durchaus beachtliches musikalisches Können gezeigt hatten, kamen „Bellhaven“ auf die Bühne. Das Quartett, das sich erst in der Coronazeit zusammengeschlossen hat, begeisterte mit ihrem handgemachten Power-Rock die immer zahlreicher werdenden Fans vor der Bühne am Bunker. Heimlicher Star der Band ist ganz klar Drummer Aaron Blenker. Der erst 16jährige (!) Lockenkopf begeisterte mit einfallsreicher Rhythmik auf höchstem technischem Niveau. Seinen Namen sollten sich alle merken, von ihm wird sicherlich noch viel zu hören sein!

Tja, und dann kam AC/DC – natürlich nicht das Original, aber mit „Power Up“ eine der besten Tribute-Bands der weltberühmten australischen Hardrocker. Praktisch vom ersten Takt an sprang der Funke auf den nahezu rappelvollen Bunker-Parkplatz über und die Fans sangen lautstark fast jede Zeile mit, rissen die Arme rhythmisch hoch und headbangten, was der Kopf aushielt. Höhepunkte ihrer Show waren eindeutig „TNT“, „Hells Bells“ und „Highway To Hell“, die Klassiker eben.

Da hatte es „Cold As Ice“ anschließend schwer. Doch auch die Tribute-Band von „Foreigner“ überzeugte die Fans schnell, die immer weiter auf den Platz strömten. Der nach eigener Aussage „Deutschlands musikalisch authentischster „Foreigner“-Tribute-Act“ hatte alle Hits der britisch-amerikanischen Rockband im Gepäck. Das achtköpfige Ensemble aus der Gegend rund um Stuttgart präsentierte Megahits wie „Juke Box Hero“, „Urgent“, „Cold as Ice“ und „I Want to Know What Love Is“ ganz dicht am Original. 

Keiner der Fans vor der Bühne dürfte bemerkt haben, dass sowohl „Power Up“ als auch „Cold As Ice“ coronabedingt kurzfristig mit Gastmusikern auftreten musste an Schlagzeug und Gitarre. Das zeichnet eben Profis aus…

So ging ein friedliches „Rock am Bunker“ trotz der Zugaben pünktlich zu Ende. Ob es allerdings nach 40 Jahren – so lange bereits führt die Musiker-Initiative Hattingen ihre Rock-Veranstaltungen bei den Hattinger Altstadtfesten durch – aus finanziellen Gründen noch eine Zukunft hat, das muss sich in nächster Zeit zeigen. Es soll Gespräche geben, diesen wichtigen Programmpunkt auch bei weiteren Altstadtfesten anbieten zu können. Also abwarten und Daumen drücken! Fotos von „Rock am Bunker 2022“ und auch vom Altstadtfest gibt es von Holger Grosz hier:

Fotos von Freitag Fotos von SamstagFotos von Sonntag