KOMMENTAR: ABENDLÄNDISCHE WERTE VERTEIDIGEN!

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In Altena wird ein Bürgermeister fast ermordet, weil er sich für das Wohl seiner Stadt einsetzt. Nur weil ihm zwei Menschen geistesgegenwärtig zu Hilfe kommen, ist er noch am Leben. Der arbeitslose Maurer kann nur mit Mühe von allen Dreien gemeinsam gebändigt werden, bis Polizisten ihn mit gezogener Waffe festnehmen. So weit, so dramatisch, so glücklich das bisherige Ende der Geschichte.

Dass der Täter das ausführen wollte, was Hetzer von Rechts, häufig aus dem Umfeld der AfD, in verschiedenen Kommentaren drohen, ist erschreckend. In den sogenannten „sozialen Medien“ wird jede Meldung, jede Neuigkeit genutzt, um vor Hass zu sprühen und um zur Gewalt gegen Andersdenkende aufzurufen. Angeblich um die Werte des Abendlandes gegen eine drohende Islamisierung zu verteidigen.

Aber die Werte des modernen Abendlandes sind demokratische Werte. Hier entscheidet die Mehrheit. Und die wird an der Wahlurne ermittelt. Hetzer von rechts, und dazu gehören unzweifelhaft zahlreiche AfD-Mitglieder und -Wähler, wollen diese Werte des Abendlandes gar nicht erhalten. Die selbsternannten Verteidiger zerstören sie nach allen Kräften. Sie fordern Toleranz nur für ihre Meinung, alle anderen werden bedroht. Wenn sie damit nicht durchkommen, schwafeln sie von der Verschwörung der „Staatsmedien“, die sie wenige Augenblicke später dennoch zitieren, wenn etwas gemeldet wird, was in ihr Weltbild passt.

Kriminelle werden zu Werteverteidigern stilisiert

Diese rechten Hetzer, ach, nennen wir sie doch einfach das was sie sind, diese Nazis und Neonazis stellen, bei Meldungen die ihnen nicht passen, gerne die Frage, warum denn nicht über einen anderen Vorfall berichtet wird, der doch viel schlimmer sei. Und behaupten gleichzeitig, diese Dinge würden von „den (Staats-)Medien“ systematisch verschwiegen. Ebenfalls beliebt ist die Behauptung, dass Medien über bestimmte Vorfälle „nicht berichten dürfen“. Auf Nachfrage zu angeblich verschwiegenen Vorfällen verlinken sie dann normalerweise auf Medien, in denen genau darüber berichtet wurde. Eine Argumentationslinie, die häufig von anderen Lesern weiter widerlegt wird, wenn auf die entsprechende, erfolgte Meldung im kritisierten Medium verwiesen wird.

Doch den Nazis geht es gar nicht darum, ob wirklich über andere Vorfälle berichtet wurde. Sie lenken in den sozialen Medien die Diskussion auf diese Weise schnell in für sich angenehmere Richtungen, nur darum geht es. Und kommen sie damit nicht durch, fallen sie in eine Opferrolle, um zu zeigen, dass sie in Wahrheit in Deutschland unterdrückt werden.

Und in diesem Umfeld werden dann auch gerne kriminelle Vereinigungen (z.B. Hell Angels, Bandidos oder andere Rockerbanden) zu Verteidigern „unserer“ Grundwerte stilisiert. Nur weil diese in Revierkämpfen im Rotlichtmilieu gegen andere kriminelle Banden (z.B. Libanesische Clans in Duisburg) vorgehen. Dass beide Seiten beispielsweise Massenvergewaltigungen durch Zwangsprostitution dulden bzw. veranlassen, ist plötzlich irrelevant. Hauptsache es geht in der Argumnentation irgendwie gegen Flüchtlinge. (Dass es auch unter ihnen Kriminelle gibt, soll übrigens gar nicht bestritten werden.)

Um es deutlich zu sagen: Die Werte des Abendlandes sind Demokratie, Toleranz und Empathie. Dazu gehört, dass man Schwächeren hilft, egal welcher Hautfarbe oder Nationalität. Dazu gehört, dass man akzeptiert, dass es andere politische Meinungen gibt und nicht versucht diese mit Drohungen oder gar, wie im Fall Hollstein und Reker, mit Mordversuchen zu unterdrücken. Und dazu gehört auch, dass Demokraten in Politik, Medien und Alltag zusammenstehen und mit Argumenten gegen intolerante, rechte Demagogen vorgehen. Und sich nicht durch Argumentationslinien, die mit „Aber andere sind doch genau so schlimm, …“ beginnen, ins Bockshorn jagen lassen. Das sind Werte für die es sich zu kämpfen lohnt. Lasst uns damit endlich beginnen.

Hier geht es zum Interview mit Dirk Glaser zum Attentat auf seinen Amtskollegen Andreas Hollstein

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