Hattingen – 35 Grad im Schatten, eine fast gelähmte Innenstadt und trotzdem ein deutlich sichtbares Zeichen: Am Samstag, 27. Juni 2026, stand auf der Heggerstraße der Karnevalswagen „Wir sind das Volk! – Wir sind mehr!!“ von Jacques Tilly. Der Wagen war 2024 beim Rosenmontagszug im Einsatz und wurde anschließend nicht, wie sonst bei vielen Motivwagen üblich, verschrottet.
Nach Hattingen geholt wurde der Wagen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, mit Menschen ins Gespräch zu kommen und Unterschriften für ein mögliches AfD-Verbotsverfahren zu sammeln. Organisiert wurde die Aktion von „Hattingen für Vielfalt und Demokratie“, unterstützt von den „Grünen“ vor Ort und den „Omas gegen Rechts“ aus Sprockhövel.
Robert Dedden hatte den Wagen zuvor in Sprockhövel und später an der Jahrhunderthalle in Bochum gesehen. „Da dachte ich sofort: Der Fisch muss auch nach Hattingen kommen“, sagte er im Gespräch. Über Kontakte gelang es, den Wagen für den Tag nach Hattingen zu holen. Zunächst stand er am Treidelbrunnen, am Abend sollte er im Rahmen der ExtraSchicht an der Henrichshütte zu sehen sein.
Auf dem Wagen steht der Satz „Wir sind mehr“. Für Dedden ist genau das der entscheidende Punkt: „Die, die mehr sind, müssen das auch artikulieren. Sie sind nicht so laut. Deswegen wollen wir sie unterstützen, sichtbar zu werden.“ Es gehe nicht nur um Unterschriften für ein AfD-Verbot, sondern auch darum, das Thema in das Tagesbewusstsein zu bringen. „Wir müssen uns dagegen wehren. Das ist das Wesentliche. Deswegen haben wir auch die Hitze auf uns genommen.“
Die hohen Temperaturen waren der Aktion deutlich anzumerken. Die Heggerstraße war ruhiger als sonst, ein großer Ansturm blieb aus. Dennoch kamen Gespräche zustande, und es wurden Unterschriften gesammelt. Die Reaktionen waren unterschiedlich. Einige unterschrieben sofort. Andere sagten klar, dass sie gegen die AfD seien, ein Verbot aber nicht unterstützen wollten.
Gerade diese Gespräche machten die Aktion für die Beteiligten wertvoll. Rolf Novy-Huy berichtete von einem Paar, das zunächst im Vorbeigehen eine Infokarte zerriss und auf den Boden warf. Wenige Minuten später kamen beide zurück und diskutierten mehr als eine halbe Stunde mit den Aktiven vor Ort. „Das ist im Prinzip genau das Ziel, das wir erreichen wollen“, sagte Novy-Huy.


























Der Artikel trifft voll meine Meinung, pro Verbotsverfahren. Allerdings erreicht er mich am 27. Juni um 15.45 Uhr in Montenegro. Zeitverschiebung?
Auf jeden FAll! Der Beweis erfolgt dann im September!
Immer die Gleichen, die sich für ein unsinniges Verbotsverfahren in Pose werfen. Leider wird dies noch durch den Ruhrkanal transportiert.
Auch hier gilt: „Wir produzieren keine Nachrichten, wir berichten über sie.“
Lieber Herr Weber
Nein, ein Verbotsverfahren ist nicht unsinnig, im Gegenteil. Wer Antritt um diesen Staat mit seinem Grundgesetz und den durch Gesetze und Rechtsprechung geschaffenen Werte durch einen autoritären und auch menschenverachtenden zu ersetzen muß damit rechnen, daß ihm in den Arm gefallen wird.
Es könnte nur sein, daß es schon zu spät ist.
Wer erfolgreich an der 10% Marke krazt, der sollte mal seine bürgerunfreundliche Politik überdenken.