Tassen klappern, die Espressomaschine rauscht und im Hintergrund liegt das Stimmengewirr eines ganz normalen Cafébetriebs. Am Rand steht ein kleiner Tisch in der Confiserie Harmonie im St.-Georgs-Viertel. Alles ist vorbereitet, nur einer fehlt noch: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Die letzten 50 Meter bis zum Café dauern länger als gedacht. Viele Menschen wollen mit dem Bundespräsidenten sprechen – und Steinmeier nimmt sich die Zeit dafür. Als er schließlich Platz nimmt, geht es um ein Thema, das für Hattingen längst mehr ist als ein schönes Wochenende mit Fachwerk, Ruhr und Industriekultur: Tourismus ist ein Wirtschaftsfaktor.
Mit am Tisch sitzt Sven Hensch, Inhaber der Confiserie Harmonie. Er erzählt, wie er über den touristisch erschlossenen Harz schließlich seine Stadt, sein Hattingen und seine Heimat gefunden hat. Auch Familie Stolle weiß aus jahrzehntelanger Erfahrung mit ihrem Campingplatz, wer nach Hattingen kommt und warum. Dabei bleiben besondere Begegnungen im Gedächtnis: Gäste aus Berlin beschwerten sich einmal über den „Biolärm“. Gemeint waren die Kanadagänse.
Dass Tourismus in Hattingen längst viele Gesichter hat, machte auch eine Geschichte deutlich, die Steinmeier aus einem Gespräch im Hotel mitbrachte: Im Sommer könne es passieren, dass vor dem Hotel gerade einmal zwei Autos stehen – und dahinter 90 Fahrräder.
Der RuhrtalRadweg spielt dabei eine wichtige Rolle. Radfahrer kommen in die Stadt, sie essen, trinken, kaufen ein und übernachten. Nicht jeder Hattinger Einzelhändler lebt vom Tourismus, aber für einen Teil der Geschäfte sind die Besucher ein wichtiger Faktor. Entsprechend saß mit der POTTERIE auch der Einzelhandel mit am Tisch.
Selbst die großen Messen in Düsseldorf wirken bis nach Hattingen. Wenn dort die Hotelpreise während einer Messe kräftig steigen, weichen Besucher auf das Umland aus und übernachten auch in Hattingen. Die gute Verkehrsanbindung wird dann zum Vorteil.
Gesprochen wurde auch über die geplante Brücke über die Ruhr. Steinmeier hatte die passende Antwort aus eigener Erfahrung vom Vortag parat. Beim Rudern auf der Ruhr habe man ein solches Tempo draufgehabt, dass er die Brücke gar nicht gesehen habe.
Überhaupt zeigte sich der Bundespräsident gut vorbereitet. Als es um die Entwicklung an der Ruhr ging, brachte er die alte Fähre ins Gespräch, mit der einst Hüttenarbeiter über den Fluss zu ihrer Arbeit gelangten. Auch solche historischen Verbindungen können für die touristische Entwicklung einer Stadt wieder interessant werden.
Ein weiteres Thema war die Internationale Gartenausstellung. Von der IGA erhofft man sich in Hattingen mehr als nur ein wenig zusätzliches Hintergrundrauschen. Sie soll Menschen in die Region bringen und Aufmerksamkeit schaffen. Wie wichtig öffentliche Wahrnehmung ist, wurde an diesem Tag ohnehin deutlich: Medienpräsenz macht eine Stadt bekannter – und kann dazu führen, dass aus einem Namen irgendwann ein Reiseziel wird.
Passend dazu standen auf dem Tisch die neuen IGA-Törtchen der Confiserie Harmonie.
Das Gespräch blieb dabei angenehm unaufgeregt. Steinmeier hörte zu, fragte nach und brachte immer wieder eigene Erfahrungen aus den Gesprächen der vergangenen Tage ein. Es ging weniger um große touristische Visionen als um viele kleine Beispiele, die zusammengenommen zeigen, welche Bedeutung Besucher längst für Hattingen haben.
Als das Gespräch zu Ende ging, wartete vor der Confiserie bereits die nächste Szene. Während drinnen über Besucher, Tourismus und die Anziehungskraft Hattingens gesprochen worden war, war draußen die Menschenmenge immer größer geworden.
Sie wartete auf den Bundespräsidenten.































Hallo Holger, ich bin Frau Bark aus der Wollwerkstatt. Am Sonntag hatte unsere Enkelin Konfirmation in der St. Georg Kirche. Du hast freundlicherweise ein Foto von mir und meinem Mann gemacht. Ist es wohl möglich einen Abzug davon und Bilder von meiner Enkelin zu bekommen. Sie war die junge Frau im roten Kleid.
Heute hast du sicherlich auch Bilder vom Bundespräsidenten und mir gemacht. Wenn möglich hätte ich auch davon gerne einige Bilder.
Vielen lieben Dank die Spinnerin aus der Wollwerkstatt