Nach dem Tourismusgespräch ging es für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier direkt weiter: zu Fuß durch die Hattinger Altstadt. Und „Bad in der Menge“ ist wohl tatsächlich die passende Beschreibung für das, was nun folgte.
Schon vor dem Café warteten zahlreiche Menschen. Manche wollten einfach nur schauen, andere ein Foto machen, ein Autogramm bekommen oder ein paar Worte mit dem Bundespräsidenten wechseln. Dazwischen bewegte sich der Pressetross: rund 20 Fotografen, Kameraleute, Tontechniker und Reporter, teilweise mit langen Mikrofonangeln über den Köpfen. Eine Gruppe, die ständig ihre Position verändert, vorläuft, zurückfällt und wieder eine neue Perspektive sucht.
Keine leichte Aufgabe für die Personenschützer, die bei all dem den Überblick behalten müssen. Eine weitgehend stehende Besuchermenge ist das eine. Ein ständig in Bewegung befindlicher Pressetross etwas ganz anderes. Und wenn sich dann noch mutige Hobbyfotografen kurzerhand an die Pressegruppe hängen, wird es endgültig unübersichtlich.
Vor dem Café wartete bereits die Stadtarchivarin. Sie begleitete den Rundgang und erzählte an den einzelnen Stationen Wissenswertes über die Hattinger Altstadt. Der Weg führte über die St.-Georg-Straße zum Platz vor dem Bügeleisenhaus, den Haldenplatz hinauf, durch das Alte Rathaus und weiter auf den Kirchplatz zur St.-Georgs-Kirche.
Doch der eigentliche Rundgang fand fast nebenbei statt. Denn immer wieder kamen Menschen auf Steinmeier zu. Hattinger wollten mit ihm sprechen, ein gemeinsames Foto machen oder sich ein Autogramm geben lassen. Einzelne Besucher waren darunter, aber auch ganze Schulklassen.
(Fotos: Holger Grosz, RuhrkanalNEWS)
Und Steinmeier nahm sich Zeit. Nicht nur für den schnellen Händedruck oder das Foto und nicht nur aus reiner Höflichkeit. Als eine Schulklasse auf ihn traf, lenkte er das Gespräch gleich selbst in eine andere Richtung:“Was macht ihr eigentlich gerade im Politikunterricht?“ Aus einer kurzen Begegnung wurde ein kleines Gespräch.
Auch abseits des offiziellen Programms entstanden solche Momente. In dem Garten hinter der St. Georgs-Kirche wurde ein Strauß Rosen geschnitten und Bürgermeisterin Melanie Witte-Lonsing (SPD) überreicht. Für Jannine aus dem Kleinen Café wurden Fotos vom Kneipenquiz signiert. Immer wieder stoppte der Rundgang, weil noch jemand eine Frage hatte oder ein Erinnerungsfoto wollte.
Über Kirchstraße und Emschestraße näherte sich der Spaziergang schließlich seinem Ende. Auf dem Parkplatz warteten bereits die Fahrzeuge.
Kurz vor der Abfahrt kam noch ein älterer Herr hinzu. Ein Foto wollte er nicht. Sein Handy, erklärte er, benutze er nur zum Telefonieren. Auch ein Autogramm brauchte er nicht. Er wollte dem Bundespräsidenten einfach einmal nahe sein und ihn mit eigenen Augen sehen.
Dann schaute er Frank-Walter Steinmeier an, freute sich und stellte zufrieden fest:
„Sie sehen aus wie im Fernsehen.“





























































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