WARUM DER ROSENMONTAGSZUG 2019 ABGESAGT WURDE

Bei den Ruhrölften wurde trotzdem gefeiert (Foto: RuhrkanalNEWS)

Holthausen – Überall Enttäuschte Gesichter. Den Narren in Holthausen wird die Feier im letzten Moment verweht. Wer letztendlich die Entscheidung trifft, bleibt allerdings unklar. Rotes Kreuz, Feuerwehr und Stadt schieben sich nach Angaben der Karnevalisten gegenseitig die Verantwortung zu, gewesen sein will es niemand. Für RuhrkanalNEWS ist bei Feuerwehr und Stadt niemand zu erreichen, um diese Frage zu beantworten. Ein DRK Sprecher legt Wert auf die Feststellung, dass seine Organisation diese Entscheidung nicht getroffen hat. Thomas Behling vom Aktivenkreis Holthauser Karneval stellt deutlich klar, dass sein Verein gerne den Rosenmontagszug durchgeführt hätte. „Wir als Veranstalter wurden schon vor dem Anruf des städtischen Ordnungsamtes mehrfach angesprochen, dass der Zug abgesagt wurde. Es war also schon vorher bekannt.“ Besonders sauer ist er, da die Karnevalisten vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Alle anderen Beteiligten werden demnach früher in Kenntnis gesetzt.

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Gähnende Leere wo eigentlich der Rosenmontagszug sein sollte (Foto: RuhrkanalNEWS)

Ausgangspunkt ist die Sturmwarnung des Deutschen Wetterdienstes, die Windböen bis 100km/h voraussagt. Die Sanitätszelte des Roten Kreuzes sind nur bis zu Windgeschwindigkeiten von 80km/h zugelassen. Den Sanitätsplatz im Gemeindezentrum einzurichten, wird nicht genehmigt. Das ist Ordnungsamt, Rotem Kreuz und Feuerwehr nach Auskunft der Karnevalisten zu weit vom Zug entfernt. Eine weiteres Angebot, dass die Sanitätskräfte ihre Gerätschaften in der Gaststätte Krüpe aufbauen dürfen, wird ebenfalls abgelehnt. „Dazu müsste das komplette Sanitätskonzept umgeschrieben werden, das konnte so kurzfristig niemand mehr leisten“, gibt Thomas Behling die Begründung wieder, die ihm genannt wurde. „Wir haben hier vor zehn Jahren mit 30.000 Menschen am Straßenrand gefeiert, da standen zwei Rettungswagen in Bereitschaft und jetzt wird mit bürokratischen Begründungen eine Traditionsveranstaltung kaputtgemacht“, macht der Vollblutkarnevalist seinem Ärger Luft. Ob angesichts derartiger Hürden jemals wieder ein Rosenmontagszug in Holthausen stattfindet, ist mehr als ungewiss. Dabei spielen die Kosten von 8.000 bis 10.000 Euro auf denen die Organisatoren sitzenbleiben sicher eine große Rolle, genau so wichtig ist die Enttäuschung über viele Stunden Vorbereitung ehrenamtlicher Vereinsmitglieder, die nun für die Katz´ sind.

Sehr enttäuscht ist auch das Hattinger Stadtprinzenpaar Sinah I. und Basti I.. Für beide wäre die Fahrt im Prinzenwagen der Höhepunkt ihrer Session gewesen. „Alle haben mich umarmt und gesagt wie schade sie es finden“, sagt Basti I.. „Ich habe als erstes meine Oma angerufen und ihr davon erzählt. Sie hat für mich geweint, aber auch versucht mich zu trösten.“ Auch wenn dem Prinzenpaar versprochen wird, dass es im nächsten Jahr auf dem Wagen mitfahren darf, es wird nicht das gleiche sein. Sinah I. macht sich vor allem Gedanken um die vielen Menschen, die gerne für den Zug nach Holthausen gekommen wären. „Das ist für sie bestimmt genau so traurig, wie für uns.“  Das Prinzenpaar feiert, der Absage zum Trotz, zusammen mit den Ruhrölften in der Scheune von Landwirt Oberdellmann den Rosenmontag. Und stellt fest, dass selbst die wenigen Windböen deutlich unter den vorhergesagten Geschwindigkeiten von 100km/h bleiben.

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