TIM BENDZKO IN HATTINGEN

Tim Bendzko in der Gebläsehalle (Foto: Anja Pielorz)

Hattingen- Die Karten gab es nicht zu kaufen, nur zu gewinnen. Und das Glück hatten etwa 500 handverlesene Menschen aus dem Empfangsbereich der Lokalradios vom Sauerland über Hagen und Ennepe-Ruhr bis hin nach Oberhausen, Duisburg und Essen. In der Hattinger Gebläsehalle stieg ein exclusives Konzert von Tim Bendzko. Und was soll ich sagen: Es war völlig entspannt, fast wie im Wohnzimmer – und das in Zeiten von Corona-Wahn. Ruhrkanal.NEWS ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, den Sänger in Hattingen live zu erleben.

Tim Bendzko – mit seinen 34 Jahren sieht er immer noch ein bisschen so aus wie gerade aus der Oberstufe gekommen – war völlig locker und entspannt. Tim Bendzko ist derjenige, der die Welt retten wollte – gerettet hat er an diesem nasskalten Abend in jedem Fall die Stimmung seiner Fans und der glücklichen Gewinner der verlosten Radiokarten sowie meinen ganz persönlichen Abend. Der Deutschpoet aus Berlin, der sich zuerst durch Fußballspiele kickte, nach dem Abitur sein Theologiestudium abbrach und als Auktionator im Autohandel tätig war, bevor es ihn dann endgültig in die Musik verschlug, steht auf der Bühne selten still. Er kann rockig, aber auch Ballade. Und das kommt beim Publikum an, nicht nur in Hattingen.

Gemeinsam mit den Söhnen Mannheims spielte er 2009 in der Berliner Waldbühne vor 20.000 Zuschauern, wenig später erhielt er einen Plattenvertrag bei Sony Music Entertainment. Seinen musikalischen Durchbruch hatte er im Juni 2011 mit seinem Debütalbum „Wenn Worte meine Sprache wären“, das auf Platz vier der deutschen Charts einstieg. Die Single „Nur noch kurz die Welt retten“ hielt sich 47 Wochen in den Charts und wurde später mit Platin-Status ausgezeichnet, ebenso wie das Album. Drei Jahre nach seinem letzten Album meldete er sich zurück mit seinem vierten Studioalbum „Filter“ und geht auf seine „Jetzt bin ich ja hier-Tour“.

In Hattingen hatte er seine Fans von der ersten Minute an – und es war einfach mega entspannt. Man lief etwas durch die Gebläsehalle, guckte mal hier und mal da, quasselte mit der Security. Ja gut, es gab auch Besucher, die guckten das Konzert nicht live, obwohl sie körperlich anwesend waren – weil sie keinen Blick vom Display ihres Smartphones ließen, um den großen blonden Sänger in jeder Sekunde seines Konzertes aufzuzeichnen. Das war jetzt etwas nervig, tat der Top-Stimmung aber keinen Abbruch.

Obwohl alle entspannt waren – ein kleines bisschen war Corona dann doch ein Thema. Denn Tim Bendzko wollte in der „Corona-Hölle NRW“ dann auch kein Risiko eingehen und verschwand nach Zugaben von der Bühne, ohne seinen Fans die Gelegenheit zu persönlichen Fotos oder einem Händedruck zu geben. Ist halt so. Bendzko und Fans versicherten sich allerdings gegenseitig die sicher ehrlich gemeinte Freude, dass das Konzert überhaupt stattgefunden hat.

Ich fand’s cool.

Fotostrecke Anja Pielorz

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