TÄTER*INNEN BRINGEN GESTOHLENE BRONZE ZURÜCK IN KIRCHE

Karin Schüngel fand die vermisste Bronzekunst in der Kirche St. Mauritius – sehr zur Freude auch von Pfarrer Andreas Lamm (Foto: Michael Kriwet)

Hattingen- Zur großen Überraschung der Gemeinde St. Mauritius in Hattingen-Niederwenigern und des Vereins Nikolaus-Groß-Niederwenigern wurde der entwendete Bestandteil der Gedenkstätte für den Widerstandskämpfer Nikolaus Groß in der Nähe der Orgelempore entdeckt.

Unbekannte haben im Verlauf der vergangenen Tage die aus der katholischen Kirche St. Mauritius Hattingen-Niederwenigern gestohlene Bronze-Plastik in das Gotteshaus zurückgebracht. Eine Mitarbeiterin der Kirchengemeinde fand das entwendete Kunst-Objekt, das zur Gedenkstätte für den Seligen Nikolaus Groß in dessen Taufkirche gehört, in der Nähe der Orgelbühne.

Die Bronze-Plastik war irgendwann nach dem 23. Januar 2021 entwendet worden. Der Diebstahl der Bronze zu Füßen der Stele war zunächst nicht aufgefallen, weil der zum Todestag des Seligen niedergelegte Gedenkkranz der KAB die Stelle verdeckt hatte. Am Wochenende vor zwei Wochen war dann entdeckt worden, dass das Objekt zu Füßen der Gedenkstele fehlte. Das komplette Gotteshaus war danach bis in den letzten Winkel abgesucht worden – ohne Erfolg. Die eingeschaltete Polizei gab den Fall an die Staatschutz-Abteilung in Hagen weiter, da zu der verschwundenen Bronze ein zerbrochenes Hakenkreuz gehört.

„Die Bronze ist, so wie es aussieht, unbeschädigt“, freut sich der Vorsitzende des Vereins Nikolaus-Groß-Niederwenigern, Michael Kriwet, über den überraschenden Fund. Zunächst wurde die etwa drei Kilogramm schwere Plastik allerdings weggeschlossen, um die weiteren polizeilichen Ermittlungen zu unterstützen. Ob die Tat politisch motiviert war oder Metalldiebe am Werk, die Hintergründe der Tat sind weiterhin unklar. Warum es sich die Täter*innen jetzt wieder anders überlegten, kann Kriwet nur vermuten. „Selbstverständlich ist es nur Spekulation. Denn es lässt sich nichts Genaues sagen. Aber es könnte sein, dass durch die breite Berichterstattung in den Medien und die Ermittlungen der Kriminalpolizei und des Staatsschutzes, jemand kalte Füße bekommen hat“, so Kriwett.

Pfarrer Andreas Lamm, Leiter der Hattinger Pfarrei St. Peter und Paul, zu der St. Mauritius gehört, ist zwar weiterhin „erschrocken darüber, dass überhaupt jemand etwas aus einer Kirche stiehlt, aber erst recht von einer Gedenkstätte eines Menschen wie Nikolaus Groß“. Gleichzeitig freut er sich allerdings sehr, dass nun „alles wohl ein gutes Ende gefunden hat“.

Nikolaus Groß

Nikolaus Groß (geboren am 30. September 1898 in Niederwenigern) war Bergmann, Gewerkschaftssekretär und Chefredakteur der Westdeutschen Arbeiterzeitung. Er setzte sich aus seinem christlichen Glauben heraus gegen das menschenverachtende Regime der Nationalsozialisten ein und widersetzte sich ihm. Am 23. Januar 1945 wurde der Widerstandskämpfer in Berlin-Plötzensee gehenkt. Vor 20 Jahren, genauer am 7. Oktober 2001, sprach Papst Johannes Paul II. den Märtyrer auf dem Petersplatz in Rom selig.

Der Verein Nikolaus-Groß-Niederwenigern erinnert im Nikolaus-Groß-Haus als Gedenkstätte und Museum in einem an das Leben, den Einsatz und das Schicksal des NS-Widerstandskämpfers und kümmert sich auch um die Bronze-Statue zum Gedenken an Nikolaus Groß in St. Mauritius in Niederwenigern.

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