Nebenbei bemerkt…
… geht mich das Ganze ja irgendwie nichts an. Aber: Wie sieht es denn bei Ihnen mit Spielen aus? Dabei denke ich nicht an Spiele in grandiosen Stadien, die tief im Westen liegen, etwa an der Castroper Straße, wo es schon vor Spielbeginn zu Gänsehautmomenten kommt ob Grönemeyers großartiger Hymne über seine Heimatstadt, in welcher der VfL „jeden Gegner nass“ macht. Hin und wieder stimmt das sogar.
Ja, ich weiß, tolle Fußballarenen soll es auch „auf“ Schalke und in Dortmund geben. Aber die sollen hier und jetzt gar keine Rolle spielen und mit Bochum bin ich an dieser Stelle auch schon durch.
Es geht heute nämlich um die guten alten Gesellschaftsspiele, die nicht nur im Familienkreis bei dem ein oder anderen für Begeisterung sorg(t)en. Wenn die Tage bald noch kürzer werden, kramt mancher vielleicht „Mensch ärgere Dich nicht“, „Monopoly“ oder „Carcassonne“ wieder hervor als Zeitvertreib im Kreise der Lieben oder um die eigene Siegermentalität zu unterstreichen und etwas fürs Ego zu tun.
Auch Kartenspiele haben landauf, landab ihre Fans. Es muss ja nicht gleich das berüchtigte Poker sein. Skat, Mau-Mau, Elfer raus, Rommé oder – wenn schon ein Hauch von Glücksspiel sein muss – das harmlose „Lotterie“. Das ist auch für den Nachwuchs gut geeignet, wie ich aus der eigenen Kindheit weiß.
Früher wurde, glaube ich, von den Kindern überhaupt viel mehr gespielt und das vor allem draußen und gerne mit allen Nachbarskindern. Die Hüpfkästchen von „Himmel und Hölle“ auf Bürgersteigen und Wegen waren noch tagelang zu sehen und wurden bis zum totalen Verblassen immer wieder behopst. Oder noch so ein paar Klassiker: „Fischer, wie tief ist das Wasser?“, „Ochs am Berge“, Blinde Kuh“, „Gummitwist“ oder „Murmeln“, das wir Kinder der Südstadt lieber „Knickern“ nannten.
Wenn es regnete, spielten wir auch schon einmal „Stille Post“ im Kinderzimmer. Und damit sind wir beim eigentlichen Thema. Vielleicht erinnern Sie sich: Am Anfang des Post-Spiels flüstert eine(r) seiner/ihrer NachbarIn ein Wort oder einen Satz ins Ohr. Dieses/r muss der Reihe nach in die Ohren der anderen MitspielerInnen ebenfalls geflüstert werden. Der/Die Letzte muss dann sagen, was verstanden wurde. Der Spaß war/ist, dass dieses Ergebnis mit dem Ursprung oft genug kaum etwas oder sogar gar nichts mehr zu tun hat.
Im Familienkreis spielen wir das heute noch, und zwar den lieben langen Tag lang. Ich eher unfreiwillig, denn ich bin immer der Depp, der gar nichts oder alles nur falsch versteht, wenn ich nämlich vergessen habe, meine Hörgeräte einzusetzen. Die Familie freut’s meistens bis hin zu Tränen vor Lachen, wenn meine kuriosen Nachfragen oder meine Antworten mehr als nur knapp am Thema vorbei schießen. Bei ernsten Familien-Angelegenheit allerdings spiele ich dann zusätzlich oft auch noch den begossenen Pudel, wenn ich mal wieder nichts mitbekommen habe und desob wie der Depp vom Dienst dastehe.
Dass ich nichts von stiller Post halte und überhaupt kein Freund mehr bin von Spielen außerhalb von Fußballstadien, dürfte sich angesichts meiner Plauderei aus dem Nähkästchen von selbst verstehen, glaubt Ihr und euer Schorsch vom Kirchplatz!














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