RUHRKANAL.NEWS ALS GLÜCKSBOTE: 2000 EURO FÜR TAFEL

Ein Teil vom Team der Hattinger Tafel. Alle bedanken sich herzlich bei allen Sponsoren. Denn jeder Euro wird gebraucht (Foto: Pielorz)

Hattingen- Was einer alleine nicht schafft, dass schaffen viele: Diese Überzeugung teilen Genossenschaften seit über 160 Jahren. Lokal verankert, überregional vernetzt, ihren Mitgliedern verpflichtet, demokratisch organisiert und für die Menschen im Einsatz. Nach der Berichterstattung auf Ruhrkanal.NEWS über die Hattinger Tafel, die auch in der Corona-Krise versucht, den Menschen vor Ort zu helfen, haben die hwg eG und die Volksbank Sprockhövel eG beschlossen, die Hattinger Tafel mit 2000 Euro zu unterstützen.

„Gerade in diesen schwierigen Zeiten wollen wir gemeinsam einen Beitrag leisten, um die Öffnung der Hattinger Tafel für die Menschen aufrecht zu erhalten. Wir schätzen die Hattinger Einrichtung sehr und sehen uns hier in der Verantwortung“, erklärt Thomas Alexander, Marketingchef der Volksbank Sprockhövel eG. „Volksbanken Raiffeisenbanken sind Genossenschaftsbanken und damit mehr als ‚nur‘ Banken. Sie sind ihren Mitgliedern verpflichtet.“

Diesen Ansatz unterstützt auch die hwg eG. „Seit 120 Jahren fördert die hwg Hattinger Wohnstätten eG ihre Mitglieder. Seit 120 Jahren ist die hwg als Genossenschaftsfamilie mit ihren Ideen und bürgerschaftlichem Engagement eine an den sozialen Werten orientierte Bewegung. Sich mit seiner Heimatstadt zu identifizieren bedeutet „sich zuhause fühlen“. Und was vermittelt dieses Gefühl besser, als das eigene Engagement? Deshalb finden wir: Es passt wunderbar, die Hattinger Tafel zu unterstützen“, erklärt Vorstandsassistentin Heike Pfeiffer für die hwg eG.

Ruhrkanal.NEWS durfte jetzt den Glücksboten spielen und den Geschäftsführer der Hattinger Tafel, Jürgen Sotzek, mit der freudigen Botschaft überraschen. Der war zunächst einmal sprachlos, freute sich dann aber umso mehr. „Was für ein schönes Beispiel der Solidarität und Wertschätzung unserer Hilfe für die Menschen vor Ort! Ich danke der hwg und der Volksbank herzlich für diese Unterstützung, die wir sehr gut gebrauchen können. Wir freuen uns riesig darüber. Schließlich bedienen wir zwischen 600 und 800 Haushalte. Das machen wir aktuell ausschließlich von unserer Hauptausgabe in der Nordstraße. Einen Lieferservice können wir aus personellen Gründen und mangels weiterer Fahrzeuge nicht bieten. Daher mein Appell an jede, die sich nicht mehr in der Lage sehen, uns in der Nordstraße aufzusuchen, aber unser Angebot dringend benötigen: Sprechen Sie mit Familie, Nachbarn oder Freunden, damit diese die Lebensmittel für Sie abholen können. Oder umgekehrt: Wer weiß, dass jemand zur Hattinger Tafel geht, fragen Sie nach, ob Sie ihm helfen können.“ Tafel-Mitarbeiter Georg Fink ergänzt: „Normalerweise können sich unsere Kunden die Produkte aussuchen, die sie haben möchten. Um die Lebensmittelübergabe möglichst kontaktlos zu gestalten, packen wir jetzt die Lebensmittelkörbe zusammen und übergeben sie mit dem entsprechenden Abstand draußen. Das funktioniert auch sehr gut.“ Noch während der Dreharbeiten von ruhrkanal.NEWS sind die ersten Kunden vor Ort und warten in der Sonne. Alle verhalten sich vorbildlich und viele sind mit Mundschutz unterwegs. Und: es sind keineswegs nur ältere Menschen, die hier auf Hilfe warten. Auch zwei junge Mädchen stehen unter Wahrung der Abstandregeln und warten. Hilfe ist nicht an ein bestimmtes Alter gebunden. Das gilt für Kunden, Helfer und Sponsoren gleichermaßen. Das Team der Tafel nutzt die Gelegenheit und weist daraufhin, dass es auch viele kleine Sponsoren gibt, die nur einige Euros spenden können. Aber jeder Euro zählt.

RuhrkanalNEWS bei der Spendenübergabe mit Vertretern der Hattinger Tafel (Video: RuhrkanalNEWS)

Gerade jetzt, wo die Beschränkungen und Kontaktverbote über Ostern hinaus gelten, ist das Zeichen der Solidarität umso wichtiger. „Wir leben in schwierigen Zeiten. Die Grundidee der Genossenschaften ist eine solidarische Selbsthilfe. Unsere Mitglieder sind Entscheidungsträger, Geschäftspartner und Kapitalgeber in einer Person. Das alles und noch viel mehr macht deutlich: Was einer alleine nicht schafft, schaffen viele. Und dazu möchten wir mit dieser Hilfe einen Beitrag leisten“, erklären Heike Pfeiffer und Thomas Alexander.

Im November 2016 wurde die genossenschaftliche Idee von der UNESCO übrigens in die ‚Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit‘ aufgenommen – und mit jeder Idee wird dieses Erbe größer.

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