NATURHEILKUNDEKLINIK IN BLANKENSTEIN – ERFOLGREICH SEIT 1997

Klinik Blankenstein im Nebel (Foto: RuhrkanalNEWS)

Blankenstein- Die Klinik wirkt auf den ersten Blick unscheinbar. Sie liegt am Rande Blankensteins ist aber trotzdem nur wenige Meter vom Zentrum des Stadtteils entfernt. Die Rede ist von der Naturheilkunde-Klinik. Sie existiert seit 1997, gehört zum katholischen Klinikum Bochum und kombiniert Naturheilkunde-Verfahren mit denen der klassischen Schulmedizin. Viele der Patienten leiden an chronischen Krankheiten und häufig sind es auch Schmerzpatienten. Zu den Krankheitsgebieten, die hier behandelt werden, zählen unterschiedlichste Rheuma-Formen, Stoffwechselkrankheiten, Allergien, Hauterkrankungen, Reha nach Chemotherapien und Infekte der oberen Luftwege. Vor allem der letztgenannte Bereich ist in Zeiten der weltweiten Corona-Pandemie wichtig geworden.

„Wir haben während der gesamten Corona-Pandemie gemerkt, dass unsere Patienten weiterhin auf Behandlungsmöglichkeiten dringen“, sagt Prof. Dr. André Beer. „Das führen wir auf den großen Leidensdruck zurück und auf das vertrauen in unsere Corona-Schutzmaßnahmen.“ Natürlich habe es auch Ängste gegeben, berichtet Beer weiter. „Das ist bei besonders gefährdeten, chronisch erkrankten Menschen auch verständlich“, so der ärztliche Direktor in Blankenstein. „Schließlich gelten sie als besonders anfällig für das Virus.“ Doch insgesamt hat die Klinik kaum Absagen zu verzeichnen. Wer in Blankenstein behandelt werden soll oder will, kommt normalerweise auch.

Für die Pflegerinnen und Pfleger der Klinik fühlt sich die Situation nach einem Jahr Pandemie immernoch nicht „normal“ an. „Natürlich sind uns die Behndlungen auf Abstand und mit Maske in Fleisch und Blut übergegangen und wenn ein Patient doch mal ganz in Gedanken ohne Maske aus seinem Zimmer kommt, haben wir alle einen Blick dafür und machen sofort darauf aufmerksam“, schildert Pflegedienstleiterin Andrea Dinklage die Situation in der Naturheilkundeklinik. Für die Erkrankten sei es unangenehm, dass die Cafeteria geschlossen sei und die Gemeinschaft fehle vielen Patienten, wenn sie alleine im Zimmer essen müssten. „Aber wir haben einen schönen Park hinter dem Haus, der gerne genutzt wird. Auch wenn wir hier ebenfalls auf Hygieneregeln und Abstand achten müssen, ist es für die Patientinnen und Patienten ein Ort an dem sie sich zu einem Spaziergang auf Abstand verabreden können.“

Prof. Dr. André Beer zu den Möglichkeiten der Naturheilkunde in Pandemie-Zeiten im RuhrkanalNEWS-Interview

Gegen Corona Hilft nur Schulmedizin

Immer wieder wenden sich Menschen an die Naturheilkunde-Klinik, um sich über Behandlungsmethoden gegen Corona zu informieren. „Doch denen können wir leider während der akuten Erkrankung nicht weiterhelfen, ohne auf die klassische Schulmedizin zu setzen“, bedauert Prof. Dr. André Beer. „Es gibt zwar einige Ansätze, die „im Reagenzglas“ funktionieren. Aber bisher gibt es keine Studien oder praktische Erfahrungen zu diesen Methoden.“ Nach seinen Erfahrungen gibt es einige Anbieter, die Erfolg mit ätherischen Ölen oder anderen Naturheilkunde-Methoden versprechen, doch davon rät Beer dringend ab. Es ist ihm anzumerken, für wie gefährlich er diese Angebote hält, die sich vor allem über das Internet verbreiten.

Er sieht die Stärke der Naturheilkunde in der Corona-Reha, nach der Krankheit könnten mit ihrer Hilfe Patientinnen und Patienten schneller wieder aufgebaut werden. „Wir sehen hier in Blankenstein, seit Gründung der Klinik, übrigens keinen Gegensatz zwischen Naturheilkunde und Schulmedizin, so wie es oft an anderer Stelle konstruiert wird. Naturheilkunde ist ein Teilgebiet der Schulmedizin. Wir arbeiten hier fachübergreifend und konstruktiv zusammen.“ Daran soll und wird sich auch nichts ändern.

Andrea Dinklage im RuhrkanalNEWS-Interview
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