KOMMENTAR: DIE BESCHLÜSSE SIND GEFASST, JETZT MÜSSEN SIE UMGESETZT WERDEN

Ein Kommentar von Frank Strohdiek

Der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zum lokalen Hilfspaket für Hattingen dürfte vor allem bei einer Einrichtung für ein ordentliches WUMMMSSS-Gefühl gesorgt haben und das ist Hattingen Marketing. Die Stadtverordneten machten deutlich, dass sie zum einen wissen wollen, was Hattingen Marketing in den letzten Monaten gemacht hat. Außerdem ist erkennbar, dass sie mit dem Krisenmanagement des Vereins nicht zufrieden sind. Das kann daran liegen, dass es schlicht keines gab. Wochenlang hatte Hattingen Marketing seine Türen geschlossen. Gewiss, Touristen konnten ja nicht kommen und für den Verkauf der städtischen Abfallsäcke muss man nicht geöffnet haben. Aber Marketing ist weit mehr als nur Tourist Info. Marketing ist ein Bündel von Maßnahmen zur Profilierung einer Stadt als attraktiven Standort für Industrie, Gewerbe und Dienstleistungen. Marketing soll einen Ort mit seinem Handels-, Freizeit- und Infrastrukturangebot vermarkten und als eine Stadt mit hoher Lebensqualität bewerben. Nicht nur für Touristen, sondern für Unternehmen, die sich ansiedeln möchten und schlussendlich für jeden Bürger, der das positive Image seiner Stadt in die Welt hinausträgt.

Zu den klassischen Maßnahmen des Stadtmarketings gehören Prospekte, Werbebroschüren, sportliche, musikalische, kulturelle, soziale (Groß-)Veranstaltungen (Event-Handel), Schaufensterwettbewerbe, Gepäckaufbewahrungs- und Zustellservice, Kinderbetreuung, Sondertarife in öffentlichen Verkehrsmitteln und Parkhäusern und vieles mehr. Nicht alles davon kann von einem Verein umgesetzt werden, das meiste aber schon. Und für das, was der Verein nicht aus sich heraus leisten kann, ist der Vorsitzende der Garant dafür, dass die Ideen an die richtige Stelle kommen und in Umsetzung gehen können. Der Vorsitzende von Hattingen Marketing ist Dirk Glaser und der Bürgermeister sollte als Stadtoberhaupt doch genau dazu in der Lage sein. Gewiss, in diesen besonderen Zeiten geht vieles nicht – das sollte aber gerade kreative Kräfte frei setzen. Erst recht, wenn man aus dem Marketing kommt oder bei jeder Gelegenheit erwähnt, man habe eine journalistische Tradition.

Im Marketing unterwegs und in Krisenzeiten für seine Mitglieder vor Ort sein, bedeutet nicht, die Tourist Info geöffnet zu halten. Es bedeutet aber definitiv mehr als gelegentliche Telefonate mit dem ein oder anderen Mitglied, um zu hören, ob das Mitglied noch existiert. An der Seite der DEHOGA bei der Aktion „Leere Stühle“ gemeinsam mit dem Bürgermeister die „Gevelsberger Erklärung“ öffentlichkeitswirksam unterzeichnen und eine lokale Aktion daraus machen oder wie Bochum Marketing eine optisch attraktive Blühaktion in der Innenstadt umsetzen, endlich einmal den unattraktiven Schaukasten gegenüber dem Bügeleisenhaus bestücken, Sorge dafür tragen, dass die damals vollmundige Presseaktion auf dem Untermarkt mit grünen Kissen und gestaltenden Pflanzelementen mal wieder aus der Versenkung geholt wird oder einfach nur ein Bier in den Lokalen der Hattinger Altstadt trinken – das ist Aufgabe eines Marketingchefs. Und in Krisenzeiten gilt die optische Präsenz ganz besonders.

Zu Recht will die Politik wissen, was der Verein in den letzten Monaten gemacht hat. Das bestehende Portal „Hattingen hält zusammen“ auf der Homepage von Hattingen Marketing ist eine Bleiwüste. Man gewinnt den Eindruck, hier musste mal eben schnell etwas gemacht werden. Ein attraktiver digitaler Bummel sieht anders aus. Die Anfänge dazu hat Ruhrkanal.NEWS übrigens schon vor rund sieben Jahren entwickelt. Genau so wie die Idee eines Audioguides für die Hattinger Altstadt, ergänzt um erklärende Filme, verbunden mit QR-Codes. Die Konzeptionen dazu haben wir damals dem Marketingchef präsentiert. Leider gab es keine Reaktion, geschweige denn eine Handlung – außer jene, dass die Ideen in den Schubladen des Schreibtisches verschwunden sein dürften. Jetzt gibt es einen politischen Beschluss für das digitale Schaufenster und einen Audioguide. Man darf gespannt sein.

1 Kommentar zu "KOMMENTAR: DIE BESCHLÜSSE SIND GEFASST, JETZT MÜSSEN SIE UMGESETZT WERDEN"

  1. Gilbert Gratzel | 26. Juni 2020 um 13:24 |

    Es fällt auf, dass Ruhrkanal.news in letzter Zeit sehr SPD-affin berichtet. Grundsätzlich anti-Glaser. Schade. Neutralität ade. Natürlich ist der Bürgermeister in seiner Funktion als Bürgermeister der Vereinsvorsitzende, aber Geschäftsführer und damit verantwortlich ist Georg Hartmann. Dieser wird nicht einmal im Kommentar erwähnt. Merkwürdig. Mit dem hat man als Ruhrkanal.news jedoch schon Ärger, da sucht man sich lieber ein anderes Opfer. Toll!

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