NABU GIBT TIPPS FÜR BLÜTEN OHNE ARBEIT

Nicht nur Honigbienen auch viele Wildbienen besuchen eifrig die Nektar und Pollen spendenden Korbblüten des Löwenzahns (Foto: Thomas Griesohn-Pflieger)

Hattingen- Insekten haben es zunehmend schwer in unserer Landschaft. Vielerorts finden sie nicht mehr ausreichend Nahrung, Pestizide machen ihnen zudem das Leben schwer. Dabei sind wir Menschen hochgradig auf die Leistungen der Sechsbeiner angewiesen: Kostenlos bestäuben sie unsere Wildkräuter, Bäume sowie Kulturpflanzen und sorgen so für blühende Landschaften und reiche Ernten. Thomas Griesohn-Pflieger vom NABU in Hattingen: „Insekten sorgen mit dafür, dass der Kreislauf des Lebens funktioniert. Ohne sie ist das Leben, wie wir es kennen, nicht möglich!“ Alle Menschen können dafür sorgen, dass Insekten wieder mehr Nahrung und Lebensraum finden.

Der NABU in Hattingen gibt Tipps, wie durch einfache Maßnahmen Hummel, Biene und Schmetterling in Gärten und auf Balkonen Lebensraum finden. „Mehr Vielfalt durch Gelassenheit! Man muss nicht den Garten umgestalten, um den ersten Schritt in Richtung mehr Lebensvielfalt zu gehen!“ Eine bunte Wiese entsteht mit Geduld und Gelassenheit von alleine. Es reicht, so die Naturschützer, wenn man den Rasen nicht mehr so oft mäht. Gerade jetzt im Frühjahr ist jede Blüte zur Ernährung der nächsten Insektengeneration wichtig. „In den meisten Hattinger Rasenflächen warten Pflanzen darauf blühen zu können. Also Löwenzahn und Gänseblümchen, Hahnenfuß und Hornkraut wachsen und blühen lassen. Es reicht doch, nur den Weg zum Kompost oder zum Gartentor zu mähen.“

Einige heimische Pflanzen sind wahre Magneten für Insekten. Viele von ihnen sind im Gartencenter zu haben und eine gute Alternative zu empfindlichen Exoten. Schon ein kleiner Kübel mit Kriechendem Günsel, Pfirsichblättriger oder Rundblättriger Glockenblume und Gewöhnlichem Natternkopf lockt Wildbienen und andere Nützlinge an. Und nicht nur die Insekten werden ihre Freude an den Pflanzen haben, auch die Menschen können ihren Duft und die Farben genießen.

Sehr wertvoll sind „wilde Ecken“. Sie leisten einen wichtigen Beitrag, da sie nicht nur Nahrung für die nicht Blüten besuchenden Insekten bieten sondern auch Unterschlupf und Bruträume. Vermeintliche Abfälle finden hier ein zweites, sinnvolles Leben. So können etwa Reisig und Laub, die aus der Gartensaison übrig geblieben sind, in dieser Ecke abgelegt werden. Gleiches gilt für Totholz. Schon bald werden sich hier Wildbienen sehen lassen wie Pelzbienen, ebenso Florfliegen und Käfer. Letztere stehen den Naturgärtnern zudem hilfreich durch die Vertilgung von Schnecken und Blattläusen zur Seite.

%d Bloggern gefällt das: