KEINE MINISTERIELLE UNTERSTÜTZUNG BEI KAMPF UM PLATANEN

Einige der Platanen werden für den Neubau gefällt (Foto: Strohdiek)

Hattingen- Wegen der Baumfällungen zur Erweiterung der Gesamtschule an der Langen Horst hatten sich Mitglieder der Bürgerinitiative zur Erhaltung der Platanen an das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen gewandt. Sie erhofften sich von dort Unterstützung um zu Verhindern dass einige der Bäume gefällt werden. Eine Hoffnung, die sich nicht erfüllt, wie der folgende Brief zeigt, mit dem das Ministerium die Anfrage beantwortet hat. Hier der Brief in voller Länge (Namen wurden entfernt, bzw. anonymisiert):

Sehr geehrter Herr F.,
haben Sie herzlichen Dank für Ihr Schreiben an Frau Ministerin Scharrenbach vom 14.07.2021. Frau Ministerin hat mich gebeten, Ihnen zu antworten.

Ihre Besorgnis über die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels teile ich ebenso, wie Ihre Erwartungen an klimafeste Planungen der Kommunen. Wie Sie erläutern, umsäumen zwei Baumreihen den unteren Teil des Schulhofes der Gesamtschule Hattingen-Welper und erzeugen damit den Eindruck einer „Kathedrale“. Die Baumallee dient nicht nur der Naherholung und als Wegeverbindung, sondern sie verbessert insbesondere das städtische Mikroklima. Ein vollständiger Verlust der Baumreihen wäre auch aus meiner Sicht nicht hinnehmbar. Daher versucht die Stadt Hattingen in ihren städtebaulichen Planungen bestmögliche und verhältnismäßige Lösungen zu finden.

Per Ratsbeschluss wurde dem Erweiterungsbau der Gesamtschule Hattingen auf dem unteren Teil des Schulhofes zugestimmt. Infolge der geplanten Neubaumaßnahme an das Bestandsgebäude müssen neun Bäume gefällt sowie zwei weitere Bäume zurückgeschnitten werden. Trotz dieser Eingriffe ist es das Anliegen der Stadt, die „Kathedrale“ zu erhalten.

Zuvor wurden alternative Bebauungsmöglichkeiten geprüft. Die Stadt hat zugesichert, Ersatzpflanzungen für die zu fällenden neun Bäume vorzunehmen. Diese sollen überwiegend ortsnah erfolgen. Des Weiteren ist beabsichtigt, einen Großteil des Baustellenverkehrs über den anliegenden Sportplatz zu leiten, um Eingriffe und Schädigung durch die Baumaßnahme so gering wie möglich zu halten. Ebenfalls wird eine ökologische Baubegleitung eingesetzt und es wird untersucht, inwiefern Maßnahmen (z.B. Entsiegelung des Schulhofes, Vergrößerung von Baumscheiben) zur Unterstützung der Gesunderhaltung der Bäume beitragen.

Die von der Stadt vorgesehenen Maßnahmen zum Schutz der bestehenden und zum Ausgleich der zu fällenden Bäume ermöglichen in der Abwägung die dringend erforderliche Schulerweiterung. Gleichzeitig kann die Allee mit möglichst geringen Eingriffen forstbestehen. Insoweit hoffe ich, dass diese in kommunaler Zuständigkeit gefundene Lösung einen guten Ausgleich zwischen den Interessen ermöglichen wird.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

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