KAMMERN FORDERN KLARE BEDINGUNGEN FÜR WIEDERERÖFFNUNG

IHK NRW vertritt die Gesamtheit der IHKs in NRW (Screenshot: RuhrkanalNEWS)

IHK NRW unterstützt die Vorbereitungen auf verbindliche Öffnungspläne für die teils seit November geschlossenen Betriebe. „Es steht außer Frage, dass die Gefahr eines neuerlichen Anstiegs der Infektionen weiter besteht und sie wird uns auch noch eine Zeit begleiten. Ein weiteres Hin und Her zwischen Shutdown und Lockerungen würde Unternehmen und Standorte langfristig aber noch mehr belasten. Deswegen brauchen wir jetzt umsetzbare Lösungen, die einen verbindlichen Öffnungsplan mit den notwendigen Schutzmaßnahmen verbinden“, betont Ralf Stoffels, Präsident von IHK NRW und zugleich Präsident der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK). Das derzeitige Planen von Woche zu Woche vergrößert die Existenznot vieler Unternehmen.

Und IHK NRW hat auch schon einen Plan. Der Verbund plädiert für genaue Vorgaben: „Damit die Unternehmen eine sichere Planungsperspektive erhalten, sollten Inzidenzwerte für Öffnungen vorgegeben werden. Zusätzlich wird es notwendig, bundesweit einheitliche Regelungen zu schaffen, um ein Pendelverhalten wie im Frühjahr 2020 oder ein Regel-Chaos zu verhindern“, sagt Stoffels. Darüber hinaus könnten verpflichtende Hygiene- und Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Kunden die Sorgfalt im Umgang miteinander weiter steigern. Mit digitalen Konzepten zur Kundensteuerung, Kontaktvermeidung, Terminvereinbarungen könnten die Öffnungen zur Nachverfolgung beitragen. „Schon heute bieten viele Unternehmen ihren Mitarbeitern Schnelltests an. Das erhöht die Transparenz über Infektionen und könnte auch zur Zugangsregelung für Veranstaltungen oder Innenstädte genutzt werden“, so Stoffels weiter. Auch die Bereitschaft zur Unterstützung bei Impfungen sei in den Unternehmen groß.

Neben einzelnen Branchen leiden besonders die Innenstädte und Einkaufsquartiere unter der Corona-Krise. IHK NRW Präsident Stoffels ist besorgt: „Innenstädte sind Orte, an denen sich Menschen versorgen, austauschen und Besonderes sowie Einmaliges erleben können. Sie tragen damit maßgeblich zur Standortattraktivität bei. Aber die Pandemie hat die bestehenden Probleme der Innenstädte weiter verschärft, denn der Online-Markt boomt wie nie zuvor. Diesen Weckruf gilt es jetzt zu nutzen, um Einkaufsstandorte zukunftsfähig aufzustellen. Mit der Verlängerung entsprechender Förderansätze wie dem „Sofortprogramm Innenstädte“ sollten die Kommunen dabei unterstützt werden. Auch punktuelle Befreiungen von rechtlichen Vorgaben und das Ermöglichen von Experimentierräumen können die Zukunftsfähigkeit fördern.“

IHK NRW ist der Zusammenschluss der 16 Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen. IHK NRW vertritt die Gesamtheit der IHKs in NRW gegenüber der Landesregierung, dem Landtag sowie den für die Kammerarbeit wichtigen Behörden und Organisationen.

1 Kommentar zu "KAMMERN FORDERN KLARE BEDINGUNGEN FÜR WIEDERERÖFFNUNG"

  1. Bernd Loewe | 10. Februar 2021 um 12:40 |

    Wie wahr, wie wahr. Die derzeitigen pauschalen Maßnahmen sind nicht nachvollziehbar. Wo ist zum Beispiel der Unterschied zwischen Kaufland (geöffnet) und Saturn oder C&A (geschlossen)?

    Was soll eine Maskenpflicht in der Fußgängerzone, wo man sich sekundenlang begegnet? Man schaue sich nur mal an, wie in der Corona-App Begegnungen definiert werden.

    Was bringen pauschale 7-Tage-Inzidenz Werte, wenn die Infektionszahlen nicht differenziert betrachtet werden? Wie zum Beispiel die traurigen, auf Versäumnissen beruhenden, Ausbrüche in Hattinger Altenheimen. Was macht Rostock oder Tübingen besser?

    Warum findet in den Schulen kein Präsenzunterricht statt, in kleineren in sich geschlossenen Gruppen.

    Die Menschen werden verunsichert, Masken werden selbst bei Spaziergängen getrage und so weiter. Es ist nicht verwunderlich, wenn Akzeptanz die Maßnahmen einzuhalten weiter sinkt.

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