HITZE-TIPPS FÜR GARTEN UND BALKON

Haussperlinge beim Baden (Foto: Thomas Griesohn-Pflieger/AG Ökozelle Hattingen)

Hattingen- Hechelnde Amseln, badende Spatzen und Siesta haltende Meisen – mit diesen Strategien trotzen unsere heimischen Vögel der sommerlichen Hitze. Im Garten aber auch auf dem Balkon kann man Vögeln und Insekten helfen, durch die heiße Sommerzeit zu kommen. 

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Thomas Griesohn-Pflieger, Hattinger Vogelkundler und Naturschützer von der AG Ökozelle in Hattingen: “ Wie wir durchs Schwitzen verlieren die Vögel vor allem über die Atmung viel Wasser. Deshalb sehen wir jetzt hechelnde Amseln und Spatzen. Und genau wie Menschen müssen auch Vögel in der Sommerhitze viel trinken. Ein einfacher Blumentopf-Untersetzer aus Ton oder eine flache Keramikschüssel, gefüllt mit klarem Wasser, erfüllen den Zweck einer Vogeltränke vollauf.” 

So trotzen heimische Vögel der Hitze

Wichtig ist es, dass der Grund der Tränke rau ist, so dass die Vögel Halt haben und nicht ausrutschen. Bei größeren Gefäßen kann man noch einen Sitzstein in der Mitte anbieten. So ein Stein oder auch Ästchen, das ins Wasser gelegt wird, hilft auch den Insekten, nicht in der Tränke zu ertrinken. Gerade Bienen benötigen jetzt auch viel Wasser. Eine Vogeltränke sollte an einem übersichtlichen Platz aufgestellt sein, der für die Vögel gut einsehbar ist. Vögel sind beim Baden sehr abgelenkt und werden zu leichten Beute für anschleichende Katzen. Wenn der Garten regelmäßig von Katzen besucht wird, sollte die Tränke nach Möglichkeit auf einem Ständer erhöht angebracht werden. Nahe gelegene Büsche und Bäume sind andererseits aber wichtig, damit sich die Vögel bei Bedrohung schnell verstecken können.

Amsel Bad (Foto: Thomas Griesohn-Pflieger/AG Ökozelle Hattingen )

In der größten Mittagshitze ziehen sich Vögel gerne an schattige Plätze in Bäumen und Büschen zurück, um der direkten Sonnenstrahlung zu entgehen. An diesem Schattenplatz beschränken sie ihre Aktivität auf ein Minimum, denn wer sich bewegt, produziert Körperwärme durch Muskelarbeit und heizt den Körper zusätzlich auf. Thomas Griesohn-Pflieger: “Schottergärten tragen erheblich zur Aufwärmung der Umgebungsluft bei, was nicht nur für Tiere sondern auch für Menschen schädlich ist. Fast 20.000 Hitzetote in den drei Hitzejahren 2018-2020 sprechen für sich und gegen versiegelte Flächen und Steine im Garten!” 

Amseln sitzen jetzt oft mit weit geöffnetem Schnabel da und atmen schnell ein und aus, ähnlich wie hechelnde Hunde. Das ist das so genannte Kehlsackhecheln, ein besonderes Verfahren zur Wärmeabgabe. Dabei werden Rachen und Lunge einbezogen und vergrößern so die Wärme abgebende Körperoberfläche. 
Regelmäßiges Wasserwechseln und Reinigen der Vogel- und Insektentränke sind Pflicht, damit sich Krankheitserreger nicht vermehren können. Bei sehr heißem Wetter sollte dies am besten täglich geschehen. Thomas Griesohn-Pflieger: “ Zusätzlich zur Reinigung sollte man das Gefäß in der Sonnen trocknen lassen, denn durch das UV-Licht werden viele Mikroben abgetötet. Optimal ist es, zwei Gefäße abwechselnd zu verwenden, um eines trocken zu lassen, während das andere in Verwendung ist.” 

Amsel beim Sonnenbaden (Foto: Thomas Griesohn-Pflieger/AG Ökozelle Hattingen)

Schwimmbecken, Regenwassertonnen oder andere Wasserbecken sind gerade jetzt im heißen Sommer gefährliche Tierfallen. Glatte, steile Wände hindern die Tiere daran, wieder hinauszuklettern. Schwimmbecken oder Wasserbehälter sollt man abdecken oder Ausstiegshilfen anbringen, wie ein am Rand befestigtes schräg hinein gestelltes rauhes Brett oder ein langer Ast. 

Tipps zum Bau einer Vogeltränke findet man beim NABU.

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