DIESE STADTVERWALTUNG IST NICHT ERREICHBAR

Glasscherben im Park Hillscher Garten (Foto: RuhrkanalNEWS)

Hattingen – Montag morgen, 10.30 Uhr. Im Park Hillscher Garten sitzen sieben erwachsene, offensichtlich stark angetrunkene Männer und zerschmeißen Schnapsflaschen auf der ehemaligen Schachbrett-Spielfläche. Ein Passant sieht es, denkt an spielende Kinder, die sich an den Scherben verletzten könnten (denn schließlich befindet sich in unmittelbarer Nähe ein Sandkasten) und spricht die Männer an. Statt Einsicht zeigen diese jedoch unerwartete Aggressivität, der Passant fühlt sich bedroht. Um die Situation nicht eskalieren zu lassen, entfernt er sich und will das städtische Ordnungsamt informieren. Und nun nimmt das Elend seinen Lauf.

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Schachbrett-Spielfläche im Park Hillscher Garten (Foto: RuhrkanalNEWS)

Schachbrett-Spielfläche im Park Hillscher Garten (Foto: RuhrkanalNEWS)

Der Passant wird innerhalb des Rathauses von einem nicht zuständigen Gesprächspartner zum nächsten verbunden. Von einem Amt zum anderen. Manchmal hängt er auch einfach in der Warteschleife, mit der freundlichen Ansage des kommenden Bürgermeisters im Ohr, ohne dass etwas passiert. Neuer Anruf – direkt zum Ordnungsamt. Dort fühlt sich allerdings niemand angesprochen und verbindet freundlicherweise weiter zum Amt Öffentlicher Sicherheit. Der Sachbearbeiter dort ist aber im Moment nicht zu erreichen, man wird zu dem Stellvertreter weitergeleitet und kommt erneut in eine Warteschleife. Der nette Hinweis auf das VHS-Angebot der Stadt (O-Ton Warteschleife) wird durch ein Freizeichen in der Leitung unterbrochen. Irgendwann wird auch diese Telefonverbindung kommentarlos beendet und der aufmerksame Mitbürger wählt erneut die Zentrale. Als er zum dritten mal, nach geschätzten 25 Minuten, aus der Leitung fliegt, gibt er entnervt auf.

Fazit

Die betrunkenen Männer randalieren weiterhin im Hillschen Garten, die Scherben haben sich inzwischen rasant vermehrt und ein aufmerksamer Mitbürger wird beim nächsten mal wahrscheinlich -wie so viele- wegschauen und nichts unternehmen. Wohlgemerkt, es geht hier nicht darum Mitmenschen anzuschwärzen. Die Mitteilung an die Stadtverwaltung hat nun beileibe nichts mit Denunziation zu tun. Aber die Unerreichbarkeit zuständiger Sachbearbeiter oder wenigstens eines Menschen der den Hinweis annehmen und weiterleiten kann, ist nicht akzeptabel. Es kann nicht sein, dass sich Bürger erst genau schlau machen müssen, wer für ihre Anfragen zuständig ist, damit sie sich gezielt verbinden lassen können und nicht im Behördendickicht hängenbleiben.

1 Kommentar zu "DIESE STADTVERWALTUNG IST NICHT ERREICHBAR"

  1. SchlussMitKrach | 13. Oktober 2015 um 11:44 |

    Guter Artikel – die Erfahrung habe ich auch schon gemacht!

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