BÜRGERINITIATIVE MÖCHTE IN BUNDESTAGSWAHL EINGREIFEN

Einige der Platanen werden für den Neubau gefällt (Foto: Strohdiek)

Hattingen Mit Unterschriften, einem Wahlversprechen und Zeitungsanzeigen will die Bürgerinitiative, die 20 überhundertjährige Bäume in Hattingen-Welper retten möchte, in den Wahlkampf eingreifen. Das Baum-Ensemble, der „Platanen-Dom zu Welper“, soll zum Teil der Erweiterung der Gesamtschule weichen.
„Wir sind so enttäuscht von den Fraktionen von CDU und SPD im Stadtrat, dass wir ein Wahlversprechen abgeben. Das lautet: Eure Parteien wählen wir nicht bei der Bundestagswahl am 26. September 2021!“ so Anja Klan, eine der Sprecherin der Bürgerinitiative.
Über 3800 Unterschriften haben die Aktiven der Bürgerinitiative in Hattingen gesammelt, mit Baumsachverständigen, Architekten, Naturschutzgruppen und Behörden und kurz vor dem endgültigen Beschluss des Anbaus die Diskussion mit Politikern gesucht. Nach jahrelangen öffentlichen Diskussionen in der Hattinger Stadtverordnetenversammlung hat sich allerdings eine Mehrheit dagegen entschieden, den Beschluss kurz vor der endgültigen Abstimmung wieder aufzuschnüren und die Planungen ganz von vorne zu beginnen. Die Bürgerinitiative hält das für falsch und behauptet bessere Lösungen zu haben.
„Immerhin haben drei andere Fraktionen im Stadtrat gegen diesen nicht nachhaltigen Entwurf der Bauverwaltung gestimmt. Was uns zusätzlich bestürzt und erzürnt ist, dass im Stadtumbaugebiet Welper, in dem die Bürgerinnenbeteiligung eine sehr wichtige Rolle spielt, die Entscheidung gegen die Bäume ohne Bürgerbeteiligung durchgezogen wurde!“ Damit, so die Mitglieder der Bürgerinitiative, machten sich Bürgermeister und Baudezernent unglaubwürdig. Die drei Fraktionen, die nach Meinung der Bürgerinitiative richtig abgestimmt hatten, waren vor der endgültigen Beschlussfassung allerdings auch nicht immer als übermäßig große Kritiker:innen der möglichen Baumfällungen aufgefallen.
Vor der Bundestagswahl veröffentlicht die Bürgerinneninitiative jetzt in großen Anzeigen ihr Wahlversprechen und hofft auf eine rege Nachahmung. „Vielleicht ist das Kreuz auf dem Stimmzettel die Sprache, die die Politikerinnen verstehen! Sie hören nicht auf Argumente und würdigen nicht den hohen symbolischen, kulturellen, ökologischen Wert des Baum-Ensembles in Welper an der Horstschule. In Zeit der nahenden Klimakatastrophe ist diese Entscheidung von CDU und SPD ein Verrat an künftigen Generationen“, so Sprecherin Selma Michau-Pape.

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