BAUBEGINN IM GETHMANNSCHEN GARTEN

V.l.n.r. Friedhelm Ebbinghaus, Garten- und Landschaftsarchitekt, Jan Haumann, Geschäftsführer Stefan Karger Garten- und Landschaftsbau GmbH, Bernd Oberschulte vom Fachbereich Stadtbetriebe und Tiefbau, Baudezernent Jens Hendrix, Solveig Holste, Abteilungsleitung Fachbereich Stadtbetriebe und Tiefbau (Foto: Stadt Hattingen)

Hattingen- Ein großes Baustellenschild am Eingang des Gethmannschen Gartens weist darauf hin: Hier passiert in den kommenden Wochen etwas. Auch der Bagger, der die Grasnarbe der Südwiese abträgt und der sich auftürmende Erdhügel zeugen davon. In dieser Woche haben im Gethmannschen Garten landschaftsgärtnerische Arbeiten begonnen, bei denen der Natur- und Umweltschutz mit dem Denkmalschutz kombiniert wird.

Der Gethmannsche Garten in Blankenstein wurde 1808 bis 1855 erstmals angelegt und zählt zu den frühestens Volksgärten Deutschlands. 2008 wurde der Park in die Denkmalliste eingetragen. „Dieser Garten ist ein ungeschliffenes Juwel, das in den vergangenen dreißig Jahren etwas gelitten hat“, so Baudezernent Jens Hendrix. Nun sollen die historischen Formen des Gartendenkmals wieder erlebbar gemacht werden. Eine wichtige Rolle dabei spielt der Naturschutz. Über den Naturschutz war es auch möglich Fördergelder für die landschaftsgärtnerischen Arbeiten zu erhalten. Zum Einsatz kommen während des ersten Bauabschnitts 400.000 Euro aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) .

„Auf der Südwiese wird eine Blühwiese mit Obstbäumen im hinteren Bereich angelegt. Damit hier Wildblumen und -kräuter wachsen können, wird die Grasnarbe entfernt. Abgetragen werden etwa fünf Zentimeter“, erklärt Baudezernent Jens Hendrix. Heimische Insekten sollen dann in Zukunft auf der Blühwiese summen und brummen. Bei den Obstbäumen im hinteren Bereich handelt es sich um historische Sorten. Gepflanzt werden Apfel, Birne, Zwetschge und Kirsche. „Alle Maßnahmen erfolgen in enger Abstimmung mit der zuständigen Denkmalbehörde, dem LWL in Münster“, betont Jens Hendrix. So wurden auch die historischen Obstsorten in enger Abstimmung ausgewählt.

Ebenfalls Teil des ersten Bauabschnitts ist die Entsiegelung des Weges am Osteingang. Hierbei wird der asphaltierte Weg in eine versickerungsfähige Fläche umgewandelt. Im Steigungsbereich erhält der Weg ein neues Sandsteinpflaster und ansonsten eine wassergebundene Wegdecke. Auch die Ostbaumallee zwischen Friedrichsberg und Wilhelmshöhe soll rekonstruiert werden. Gepflanzt werden hier historische Apfel- und Birnbaumsorten und die Rhododendronlauben sollen wieder erkennbar gemacht werden. Teil des ersten Bauabschnitts sind auch Arbeiten an Wilhelmshöhe und Friedrichsberg. An der Wilhelmshöhe werden beispielsweise Betoneinfassungen zurückgebaut und alte Trockenmauerstrukturen werden wieder hergestellt. „Bruchsteinmauern bieten einen Lebensraum für Reptilien und Kleinstlebewesen“, weiß Landschaftsarchitekt Friedhelm Ebbinghaus.

Eine besondere Herausforderung dieser Baumaßnahme ist der Spagat zwischen Natur- und Denkmalschutz. „Das lief nicht immer hundertprozentig konfliktfrei, aber wir haben am Ende immer eine Lösung gefunden“, betont Baudezernent Jens Hendrix. Bestes Beispiel dafür sind aus Naturschutzsicht wichtige Totholzhaufen, die aus Denkmalschutzsicht optisch nicht an jede Stelle passen. „Hierfür haben wir Plätze in zweiter Reihe an weniger exponierten Stellen gefunden“, erklärt der Baudezernent.

Ein großer Teil der Arbeiten im Zuge des ersten Bauabschnitts soll noch im Laufe dieses Jahres beendet werden.

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