ANERKANNTER CORONA-TEST BEQUEM VON ZUHAUSE ODER VOM ARBEITSPLATZ

Sprockhövel- Der Teststab ist in meiner Nase. Der Drang es einfach wieder herauszuziehen ist groß. Doch die Mitarbeiterin der DLMC GmbH ist freundlich aber streng. 15 Sekunden muss das Stäbchen in der Nase bleiben und gedreht werden. Wer früher abbricht, bekommt später kein Zertifikat über einen (hoffentlich) negativen Test. Die Vorgaben für den ersten online Test, der später auch anerkannt wird, sind eindeutig. Schummeln ist nicht möglich. Jeder Schritt wird über eine Webcam überwacht.

In Sprockhövel wurde das erste Verfahren entwickelt, mit dem man zum Friseur oder in naher Zukunft wohl auch wieder ins Restaurant darf. DLMC betreibt das erste digitale Testzentrum in NRW. „Wir wollen Menschen erreichen, die sich vor der Arbeit bequem zuhause testen möchten oder die, die sich nicht in eine Schlange vor einem Testzentrum stellen möchten“, sagt Dr. med. Nicola Breithaupt. „Aber es ist auch möglich dass Hotelbetreiber die Tests für ihre Gäste anbieten, ohne dass sie das Gebäude verlassen.“

Redakteur Frank Strohdiek im Selbstversuch (Foto: RuhrkanalNEWS)

So ganz spontan ist der Test dann aber doch nicht. Zunächst müssen sich die Kunden über die Homepage des digitalen Testzentrums anmelden und fälschungssichere Siegel bestellen. Die werden per Post verschickt. Die Mindestbestellmenge beträgt aktuell 5 Siegel, sie kosten 3,50 Euro. „Das ist unser Selbstkostenpreis für Druck und Versand, daran verdienen wir nichts“, stellt Nicola Breithaupt, Geschäftführerin der DLMC, klar. „Der Test an sich ist für die Kunden kostenlos, so wie in anderen Testzentren auch.“

Allerdings ist die Nachfrage bereits einen Tag nachdem der Service offiziell an den Start ging sehr groß. Die Mitarbeitenden des Unternehmens stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen, wahrscheinlich wird der Versand der Siegel an ein Fremdunternehmen ausgelagert. „Zur Zeit verkaufen wir etwa 1.000 Siegel pro Stunde, wir müssen also schnell neue produzieren lassen, damit hatten wir nicht gerechnet“, sagt Nicola Breithaupt erfreut. „Unser Vorrat schmilzt unerwartet schnell.“

Der Test an sich ist fälschungssicher, jedes Siegel kann nur einmal verwendet werden. Es wird zu beginn auf die Testeinheit aufgeklebt, danach kann es nicht mehr abgelöst werden ohne es dabei zu zerstören. „Das muss man sich vorstellen wie bei einem TÜV-Siegel auf einem Nummernschild.“ Die Durchführung der Tests werden von Fachpersonal begleitet. Die DLMC GmbH unterstützt seit 15 Jahren Krankenhäuser. Hier arbeiten Menschen die medizinische Ausbildungen haben und oft die Berechtigung besitzen fachkundig Mitarbeitende für Testzentren auszubilden. Sie wissen also genau, was sie tun und erkennen auch am Bildschirm, ob der Selbsttest richtig durchgeführt wird.

Die Fachleute der DLMC empfehlen zusätzlich die Corona-Warn-App

Ein RuhrkanaNEWS Selbstversuch und Dr. med. Nicola Breithaupt von der DLMC GmbH im Interview

Nach einer knappen Viertelstunde liegt das Ergebnis vor. Sollte es positiv sein gibt es kein Zertifikat. In dem Fall wird, genau wie in anderen Testzentren, empfohlen einen pcr-Test durchführen zu lassen und sich bis zu dessen Ergebnis in Quarantäne zu begeben. Das Testergebnis wird per Mail versandt und kann zuhause ausgedruckt werden. Außerdem kann es in die Corona-Warn-App eingepflegt werden und liegt dann auch digital vor. In meinem Fall ist das Ergebnis negativ. Die fünfzehn Sekunden mit Teststäbchen in der Nase haben sich also gelohnt.

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