Altstadtfest-Sonntag: Familien, Jazz und ein unüberhörbarer Abschied

Cool Chocolate war Hot (Foto: Holger Grosz, RuhrkanakNEWS)
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Hattingen – Der Sonntag (31.5.2026) beim Hattinger Altstadtfest war schon immer ein anderer Tag als Freitag und Samstag. Weniger Party, weniger Ausnahmezustand, dafür mehr Familien, mehr Bummeln und etwas mehr Zeit zum Durchatmen. So war es auch in diesem Jahr.

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Begonnen hat der Tag traditionell mit der Tanzschule Let’s Dance auf der Sparkassenbühne. Wer Monique kennt, weiß, dass sie irgendwo zwischen Energiebündel, Animateurin und bester Freundin ihrer Tanzgruppen unterwegs ist. Entsprechend brachte sie fast ihr komplettes Team mit auf die Bühne. Was folgte, war eine fulminante Show.

Die Bühne geriet dabei zeitweise sichtbar ins Schwanken. Wer leicht seekrank wird, sollte dort besser nicht stehen. Der Kirchplatz war gut gefüllt. Eltern, Großeltern, Geschwister, Freunde und Freundinnen waren gekommen, um die Auftritte zu sehen. Für viele Kinder und Jugendliche war es der erste Auftritt auf einer großen Bühne. Andere kennen das Rampenlicht längst. Zahlreiche erste und zweite Plätze bei Wettbewerben und Meisterschaften sprechen für sich.

Ob klassischer Tanz, Musical, Hip-Hop oder K-Pop – das war großes Kino und zeigte eindrucksvoll, wie viel Talent in den Nachwuchsgruppen steckt.

Let’s Dance (Fotos: Holger Grosz, RuhrkanakNEWS)

Danach verliefen die Besucherströme eher zaghaft. Der verkaufsoffene Sonntag sorgte zwar für Bewegung in der Altstadt, doch die großen Menschenmassen blieben zunächst aus. Jazzpana, in Hattingen bestens bekannt, spielte vor vergleichsweise lichten Reihen. Auch die Kleinkunstbühne an der Stadtmauer im St.-Georgs-Viertel war zwar angenehm besucht, wirkte aber eher wie eine Chill-out-Zone als wie ein Festival-Hotspot. Genau das machte allerdings ihren Reiz aus. Wer dort saß, wollte gar keinen Trubel, sondern einfach einen entspannten Sonntagnachmittag mit Musik, Bratwurst und einem kühlen Getränk genießen.

Deutlich lebhafter ging es auf dem Untermarkt zu. Das Kinderland war fest in der Hand der jüngsten Altstadtfest-Besucher. Die gebuchten Akteure machten einen hervorragenden Job. Einer sang Lieder und baute spontan Aussagen und Zurufe aus dem Publikum in seine Texte ein. Zwei weitere Künstler formten Luftballonfiguren, spielten mit den Kindern Fangen oder flatterten mit riesigen aufblasbaren Schmetterlingsflügeln durch die Menge. Und dann waren da plötzlich überall Flummis. Wo sie herkamen, wusste vermutlich niemand so genau, aber innerhalb weniger Minuten sorgten sie auf dem gesamten Platz für Begeisterung.

Kleinen Café (Fotos: Holger Grosz, RuhrkanakNEWS)

Selbst am Kleinen Café verlief der Sonntag ruhiger als an den Vortagen. Doch wer stehen blieb, wurde belohnt. Dort spielte die Essener Formation JONPRIML. Modern, groovig und mit einer gehörigen Portion Ruhrgebietscharme. Nach den ersten Stücken füllte sich der Bereich spürbar. Das Publikum kam gezielt. Die Menschen wussten, was sie hören wollten, und genau das bekamen sie auch. Die Mischung aus modernem Jazz, urbanen Einflüssen und großer Spielfreude funktionierte hervorragend und passte perfekt zu diesem entspannten Festtag.

Erst gegen 16 Uhr änderte sich das Bild in der Innenstadt. Die Heggerstraße füllte sich sichtbar. Die Außengastronomie war gut besucht, viele Menschen schlenderten durch die Altstadt und schauten in die geöffneten Geschäfte.

Cool Chocolate und weitere Bühnen (Fotos: Holger Grosz, RuhrkanakNEWS)

Auch auf dem Kirchplatz wurde es wieder voller. Dort stand inzwischen Cool Chocolate auf der Bühne. Und die Band war tatsächlich ziemlich hot. Natürlich handelt es sich um eine Coverband. Doch wie so oft liegen zwischen einer Coverband und einer wirklich guten Coverband Welten.

Die Songs von Hot Chocolate wurden nicht einfach nachgespielt. Sie wurden gelebt. Die Musiker transportierten nicht nur die Musik, sondern auch das Gefühl dahinter. Statt die Hits einfach ins Publikum zu feuern, nahmen sie die Zuhörer mit auf eine kleine Zeitreise. Das Ergebnis war einer der stärksten Auftritte des Sonntags. Für einen Sonntagnachmittag war der Platz vor der Bühne erstaunlich gut gefüllt.

Doch alle wussten natürlich, worauf der Abend hinauslaufen würde.

DJ Quicksilver.

Bereits am Samstag hatte DJane Jolina die Messlatte ordentlich nach oben geschoben. Die Beats wurden härter, die Bässe spürbarer. Doch DJ Quicksilver kennt in dieser Hinsicht keinen Spaß. Er legte noch einmal deutlich nach.

Während zunächst vergleichsweise harmlose Musik aus den Lautsprechern lief und die Besucher auf dem Krämersdorf hielt, wartete der Hauptact hinter der Bühne. Als Quicksilver schließlich an seinem Pult stand und die ersten Regler bewegte, ging es sofort los. Keine lange Anlaufphase. Kein vorsichtiges Herantasten.

Vollgas.

DJ Quicksilver (Fotos: Holger Grosz, RuhrkanakNEWS)

Und genau so blieb es über das gesamte Set hinweg.

Der Platz verwandelte sich in eine einzige große Open-Air-Disco. Die Menge sprang, tanzte und feierte. Verschnaufpausen waren nicht vorgesehen. Wer mithalten wollte, musste Kondition mitbringen. Oder frei nach dem Motto des Abends: Ist er zu stark, bist du zu schwach.

Mit seinem Auftritt setzte DJ Quicksilver einen Schlusspunkt, den man nicht nur sehen, sondern bis in die letzte Ecke der Altstadt hören konnte.

Ein unüberhörbarer Abschied für das Altstadtfest 2026.

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