VOR 25 JAHREN: ALS DIE EISENMÄNNER NACH HATTINGEN KAMEN

Immer wieder wurden die Eisenmänner von Moralisten verhüllt (Foto: Stadtarchiv Hattingen)

Hattingen- Moralisten schlugen Alarm, andere hätten das Geld lieber woanders angelegt gesehen und gleichzeitig kamen viele Spenden zusammen, die noch weitere kaufen wollten. Die Eisenmänner des Künstlers Zbigniew Frączkiewicz schlugen hohe Wellen. Sie kamen auf Initiative des Kunstvereins nach Hattingen, federführend war die damalige Vorsitzende Ulla Rauh-Beyer.

In der Zeitung erscheinen massenhaft Leserbriefe in denen das Für und Wider der Skulpturen erörtert wird, die sehr realistisch dargestellten Genitalien der ersten drei Eisenmänner werden abgeschraubt und sind bis heute verschwunden. Als sie ersetzt werden, werden die Schnipel mit Kondomen bekleidet und als „Willy-Warmer“ bezeichnet. Andere ziehen die nacken Eisenmänner mit Kleidung und Fahnen an. Auch der damalige Bürgermeister Dieter Liebig (SPD) ist zunächst gegen die Kunstwerke und findet sie später doch gut.

Rückblickend ist die Diskussion ganz ähnlich zu denen die heute geführt werden, wenn neue Kunstwerke im öffentlichen Raum aufgestellt werden. Vielen gilt Kunst auch heute noch als verschwendete, unnötige Ausgabe. Aber nach einiger Zeit legt sich die Aufregung wieder und irgendwann werden sie, so wie die Eisenmänner, zu einem beliebten Fotomotiv bei Einheimischen und Touristen.

Einzig eine Frage lässt sich nach 25 Jahren nicht eindeutig beantworten: Würden heute wieder ausschließlich Eisenmänner aufgestellt oder gäbe es inzwischen auch ähnlich realistisch dargestellte Eisenfrauen?

Thomas Weiß vor drei Eisenmännern im RuhrkanalNEWS-Interview

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