SÜDSTADTMODERNISIERUNG ALS VORBILD FÜR NRW

Bildschirmfoto 2017-10-27 um 12.41.10Hattingen- Ina Scharrenbach (CDU), NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, macht sich auf Quartiersreise um herausragende kommunale Bauprojekte zu besichtigen. Organisiert ist die Tagestour vom Verband der Wohnungswirtschaft (VdW). Eine Station auf dem Weg durch NRW ist Hattingen, genauer gesagt die Südstadt. Hier modernisiert die hwg seit Jahren den Baubestand. Das Konzept dabei ist beispielhaft: Möglichst viel der vorhandenen Gebäude erhalten und behutsam durch Neubauten ergänzen. „Wir haben hier drei Punkte konsequent umgesetzt“, erklärt David Wilde, hwg-Vorstand, der Ministerin. „Klimaschutz, Barrierefreiheit und Wohnen im Alter sind Schwerpunkte unserer Planungen gewesen.“ Aber er macht auch unmissverständlich klar, dass diese konsequente Ausrichtung ihren Preis hat. Sie ist nur wirtschaftlich, da in Folge der Bankenkrise die Zinsen bis heute niedrig sind. Selbst bei der niedrig angesetzten Renditeerwartung von drei Prozent wird es für die hwg schwierig, daran ändern auch die Zuschüsse des Landes nichts. „Inzwischen werden wir von Bauvorschriften und Wärmedämmungsvorgaben so eingeschnürt, dass wir bei unseren sozialverträglichen Mieten an Grenzen des machbaren stoßen“, so David Wilde. Wurde zu beginn noch das umgesetzt, was technisch machbar ist, wird nun  viel mehr darauf geschaut, was Mieter wirklich wünschen und ggf. auch zu zahlen bereit sind.

Ersatzwohnungen mit Rückkehroption

Ministerin Scharrenbach hat Verständnis für die zunehmenden Sorgen der Wohnungsbauunternehmen. Im RuhrkanalNEWS Gespräch berichtet sie von ihren Bestrebungen die Vorschriften zu entschlacken, um Bauvorhaben wie in der Südstadt weiterhin zu ermöglichen. Derartige Modernisierungen müssten auch für kommerzielle Gesellschaften möglich sein, die deutlich mehr Gewinn erwirtschaften müssen(wollen), als die hwg, ohne dass dafür die Mieten zu stark steigen. „Die Modernisierung der Südstadt in Hattingen ist ein Vorbildprojekt für das Land“, so Ina Scharrenbach. Vor allem ist sie davon beeindruckt, wie gut es gelungen ist die Mieter  bei diesen Arbeiten, die sich über Jahren erstrecken, mitzunehmen. Dass sie entscheiden konnten ob sie während der Modernisierung in ihren Wohnungen bleiben oder ob sie in einer andere hwg-Wohnung umziehen, hält Scharrenbach für bemerkens- und lobenswert. „Die Mieter konnten nach Abschluss der Arbeiten auf Wunsch auch wieder in ihre Wohnungen zurückkehren“, sagt David Wilde. „Das haben einige genutzt, andere waren der Meinung, dass ihnen ein Umzug reicht und sind in der neuen Wohnung geblieben.“

Sozialverträgliche Mieten beibehalten

Trotz der im Laufe der Jahre gestiegenen Modernisierungskosten hat die hwg die Mieten nur moderat angehoben, berichtet Erika Müller-Finkenstein. Die soziale Komponente ist an dieser Stelle entscheidend. „Bei Altmietern haben wir den Aufschlag sehr gering gehalten, bei Neuverträgen waren sie allerdings kostendeckend. Insgesamt haben wir, über unseren gesamten Wohnungsbestand betrachtet, eine Durchschnittsmiete von 5,60 Euro pro Quadratmeter“, erklärt sie. „In der Spitze liegen wir bei 9,80  Euro, das ist, wenn wir Richtung Essen oder Bochum gucken, beides preiswert.“ Viele Neumieter ziehen wohl auch aus diesem Grund aus den Nachbarstädten in die Hattinger Südstadt. Nicht zuletzt diese Information beeindruckt Ministerin Scharrenbach, bevor sie nach einer Stunde  wieder in den Bus steigt, um in Witten ein weiteres Quartier zu besichtigen.

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