„MONTAGSTROMMLER“ WEGEN VOLKSVERHETZUNG VOR GERICHT

"Montagstrommler" mit Lautsprecherwagen (Foto: RuhrkanalNEWS)

Hattingen/Hagen- Michael S. aus Hagen, unter anderem Betreiber einer mobilen Discothek und freiberuflicher DJ, ist seit Beginn der „Montagsmärsche“ vielen Hattingerinnen und Hattingern bekannt, auch wenn sie seinen Namen nicht kennen. Er stellt die Lautsprecheranlage, unter der vor allem die Bewohnerinnen und Bewohner der Südstadt leiden. Außerdem ist er einer der ständig wechselnden Anmelder der „Montagstrommler“-Märsche. Michael S. wird sich in dieser Woche in Stuttgart vor Gericht verantworten müssen, er wurde wegen Volksverhetzung angeklagt. Im Internet wird gerade versucht, zahlreiche Unterstützende zu mobilisieren, die am Prozesstag vor dem Gerichtsgebäude demonstrieren und als Prozessbeobachter in der Verhandlung sitzen. Das Amtsgericht Dorsten hatte ihn in der Vergangenheit in einem anderen Fall bereits wegen Beleidigung zu fünf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

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Michael S. radikalisierte sich während der Corona-Pandemie. Er selbst spricht immer wieder von einer „Plandemie“, also einer von geheimen Mächten künstlich erzeugten Krankheitswelle, um so die Menschen zu unterdrücken und in Unfreiheit zu halten. Mit dieser Verschwörungstheorie ging es los. Seitdem hat er sich nach Ansicht einiger Beobachter noch weiter radikalisiert. Inzwischen ist er davon überzeugt, dass er irgendwann von „ihnen“ (also Handlangern oben genannter Mächte) umgebracht werde. In einem Bericht der Westfalenpost vom 21. März 2024 wir er mit „Sie werden mich umlegen“ zitiert.

Facebook-Aufruf zur Demo in Stuttgart (Screenshot: RuhrkanalNEWS)

Im gleichen Bericht steht, dass er inzwischen als DJ nicht mehr gebucht wird und vom Bürgergeld lebt. Dass der Staat, den er bekämpft, ihn damit alimentiert, sieht S. demnach nicht als Widerspruch. Bis heute spricht er von „millionenfachen Impfschäden“. Bei den verschiedenen Demos in der gesamten Bundesrepublik, zu denen er fährt, spielt er Audiodateien ab, in denen genau wie in Hattingen davon die Rede ist, dass die Regierung in Deutschland die Bürger hinters Licht führt, um sie dumm zu halten. In Interviews spricht er immer wieder davon, dass man ihn für einen Nazi halte, nur weil er friedlich demonstriere. Dass es an den von ihm verbreiteten Erzählungen und Behauptungen liegen könne, kommt ihm offenbar nicht in den Sinn. Auffallend ist jedenfalls, dass er fast ausschließlich im Umfeld der „Corona-Leugner“ und rechter bis rechtsextremer Gruppen auftritt.

In Hagen war er regelmäßig mit seiner „Galerie“ in der Innenstadt, ob er das aktuell fortsetzt, ist dem Verfasser dieses Berichts nicht bekannt. Persönliche Beobachtungen des Autors dieser Zeilen in der Vergangenheit ergaben, dass ebenso wie in Hattingen der Kreis derjenigen, die seine Thesen unterstützen wollen, mit „überschaubar“ beschrieben werden kann.

Das Amtsgericht Stuttgart hat für den Prozess einen Verhandlungstag angesetzt.

3 Kommentare zu "„MONTAGSTROMMLER“ WEGEN VOLKSVERHETZUNG VOR GERICHT"

  1. Dieser Artikel schafft erfreuliche Transparenz, danke für die gute journalistische Arbeit!

  2. Immanuel Kant | 14. Mai 2024 um 17:48 |

    Was hat er denn – zwecks Abrundung – Strafbares gesagt?
    Die geschwärzten RKI Protokolle und die Unterlagen zur Abschaltung der AKWs zeigen, dass es die Regierung nur gut mit uns meint.

    Das steht im Bericht zum Urteil: https://ruhrkanal.news/montagstrommler-wegen-volksverhetzung-verurteilt/ (FS)

  3. Bernd Loewe | 15. Mai 2024 um 7:54 |

    Volksverhetzung (§ 130 StGB) liegt vor, wenn öffentlich gegen bestimmte Bevölkerungsteile gehetzt wird, diese böswillig beschimpft oder verächtlich gemacht werden. Wenn das Gericht so ein Verfahren zulässt, dann ist ein offenbar ein ausreichender Verdacht der Volksverhetzung erkannt worden.

    Bitte über den Ausgang des Verfahrens berichten.

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