MEHR INKLUSION DURCH SCHREINERARBEITEN

Pastor Wieland Schmidt, Andreas Gockel und die Eheleute Wrase, die zur Gemeinschaft der Offenen Kirche gehören und sich in der Gemeinde für Inklusion engagieren (Foto: Bernd Fallbrügge)

Wetter- Kleine Veränderungen mit großer Wirkung stehen in der Kirche St. Augustinus und Monika in Wetter bevor. Die Idee: Indem die ersten vier Reihen der Kirchenbänke im Mittelschiff gekürzt werden, soll hier optimal Platz für Rollstuhlfahrer geschaffen werden. „Bisher sitzen Rollstuhlfahrer vorne vor den Bänken und sitzen da alleine. Das möchten wir ändern“, sagt Pastor Wieland Schmidt.

Andreas Gockel, der im Kirchenvorstand als Bauausschussmitglied aktiv ist, wurde deshalb zu Rate gezogen und hat sich das Ganze mit seinem professionellen Blick als gelernter Schreiner angeschaut. „Es ist denkbar und möglich, die Bänke jeweils um ein Drittel zu kürzen“, berichtet er. Dazugehören, gleichberechtigt sein, miteinander (er)leben, das bedeutet Inklusion und damit auch miteinander beten und Teil der Gemeinde und Gemeinschaft in der Kirche sein.

Dorothee Janssen, die seit mehr als 25 Jahren als Gemeindereferentin im Bistum Essen im Bereich Inklusion arbeitet und in St. Augustinus und Monika zum Beispiel immer donnerstags Abendgebete in leichter Sprache anbietet, freut sich über die Pläne. „Alles, was für die Inklusion gut ist, ist auch für andere gut“, sagt sie, „es ergibt sich nun vorne auch Platz für zum Beispiel Rollatoren oder Kinderwagen.“ Ansonsten können hier aber auch, je nach Bedarf, Stühle hingestellt werden. „Zum Beispiel auch ganz kleine Stühle für Kinder.“

Flexibel genutzt werden soll in Zukunft auch die Seitenkapelle von St. Augustinus und Monika. Die Kirchenbänke sollen durch zwei Dutzend Stühle ersetzt werden, die die Pfarrei aus einer Kirche in Bochum erhalten kann. Dadurch, dass Stühle schnell einmal raus oder wieder hineingestellt werden können, sei man ganz flexibel und könne auch Neues anbieten oder Bekanntes ganz anders umsetzen, erläutert Pastor Schmidt. „Da ist vieles denkbar, zum Beispiel Frühschichten, Meditation, die Kommunionkinder können hier auch einfach mal auf dem Boden sitzen. Und ich kann mir das auch als kleine Taufkapelle vorstellen.“

Die fünf schmalen Bänke, die bisher in der Seitenkapelle standen, können aufgearbeitet und an anderen Orten – auch in der restlichen Pfarrei St. Peter und Paul Witten Sprockhövel Wetter, zu der die Kirche gehört – gebraucht werden. Es wäre auch denkbar, die Bänke mit Rollen auszustatten. So wären sie dann auch an ihren neuen Bestimmungsorten „mobil“ und flexibel einsetzbar. Zwei Bänke sollen auf der Orgelbühne in St. Augustinus und Monika stehen, zwei draußen an der Wand hinter dem Pfarrsaal.

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