ILLEGALE SCHROTTSAMMLER UNTERWEGS

Kontrolle eines illegalen Schrottsammlers in Niedersprockhövel (Archiv-Foto: Höffken)

Hattingen/Sprockhövel – Fahrer von Kleintransportern, die mit „Klüngelskerl-Musik“ durch Wohngebiete fahren und nach Metallschrott suchen, sind keine Seltenheit. Oftmals sind diese Sammler illegal unterwegs und verstoßen gegen das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG). „Bei Verdacht einfach die Polizei rufen“, rät Polizei-Pressesprecherin Sonja Wever.

ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

„Für den Bürger wird es in der Regel schwer sein, die legale von der illegalen Schrottsammlung (Altmetall) zu unterscheiden“, teilte EN-Kreis-Pressesprecher Ingo Niemann ruhrkanalNEWS auf Nachfrage mit.

Schrottsammler nach amtlicher Bestätigung fragen

Bevor ein Schrottsammler tätig werden darf, muss er laut Ennepe-Ruhr-Kreis bei der Behörde in deren Zuständigkeitsbereich der Betroffene seinen Hauptwohnsitz hat, eine Anzeige nach § 53 Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) stellen. Der Betroffene erhält seine Anzeige mit einer behördlichen Bestätigung zurück.

Die Anzeige und die Bestätigung muss der Betroffene während der Ausübung seiner Tätigkeit mitführen (§ 13 Anzeige- und Erlaubnisverordnung – AbfAEV). Grundsätzlich wäre es für Bürger also möglich den Schrottsammler nach dieser Bestätigung zu fragen.

Entscheidend ist aber, dass die Anzeige nach § 53 KrWG erst einmal nur für gewerbliche Abfälle gilt, d.h. sie berechtigt nicht dazu, aus Privathaushalten Altmetalle zu sammeln. Da Abfälle aus Privathaushalten in der Regel überlassungspflichtig sind, muss eine weitere Anzeige nach § 18 KrWG gestellt werden. Diese Anzeige wiederum muss bei der Behörde gestellt werden, in deren Gebiet (hier Ennepe-Ruhr-Kreis) gesammelt werden soll. Auch hier würde der Betroffene eine entsprechende Anzeigenbestätigung erhalten, die dieser auch mitführen muss.

Polizeiwache anrufen (Tel. 02324 / 9166 6000)
Elektroaltgeräte und Altbatterien einschl. Fahrzeug-Altbatterien sind von keiner der beiden Anzeigen umfasst. Bürger können Elektroaltgeräte kostenlos bei den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern, Herstellern und Vertreibern oder deren Bevollmächtigten zurückgegeben werden (§ 12 Elektro- und Elektronikgerätegesetz – ElektroG).

Selbst die dudelnde Klüngelskerlmusik ist nach der Straßenverkehrsordnung und nach dem Landesimmissionsschutzgesetz unzulässig, sofern diese eine Beeinträchtigung für die Bürgerinnen und Bürger darstellt.

„Die Fahrer dieser Klüngelskerle kommen ungefragt auf meinen Firmenhof und nehmen alles an Metallteilen mit, was sie nur kriegen können“, sagte ein Handmerksmeister aus Niedersprockhövel im Pressegespräch zu RuhrkanalNEWS.

Polizei-Pressesprecherin Sonja Wever empfiehlt, im begründeten Verdachtsfall sofort die Polizeiwache (Tel. 02324 / 9166 6000) zu verständigen.

Auch wenige Tage vor dem Einbruch in einem Sprockhöveler Unternehmen, bei der am 28. Februar 2022 ein Tatverdächtiger festgenommen wurde, bevor Tonnen von Edelmetallen „geklaut“ und abtransportiert werden sollten, waren Klüngelskerle auf den Firmenhof gefahren und hatten nach Altmetall gefragt, was natürlich verneint wurde. Nach diesem dreisten Einbruch hat die Polizei ihre Ermittlungen nach den Tätern weiter „intensiviert“.

Auch die Zollverwaltung beschäftigt sich mit den „Schrottsammlern“. Wie Pressesprecherin Andrea Münch vom Hauptzollamt Dortmund RuhrkanalNEWS auf Nachfrage mitteilte, führt auch das Hauptzollamt immer wieder Kontrollen dieser „besonderen Kleintransporter“ durch.

Obwohl oft praktiziert, ist bereits das Abstellen von Metallschrott durch Privatleute an der Straße illegal und ein Verstoß gegen das KrWG. Die einzelnen Städte und der Ennepe-Ruhr-Kreis informieren immer wieder, dass Metallschrott an den Umladeanlagen und an den Wertstoffhöfen kostenlos abgegeben werden kann. Darüber hinaus bietet auch der Ennepe-Ruhr-Kreis nach Anmeldung des Entsorgungswunsches (Tel: 02336/ 93 23 32) eine kostenlose Abholung größerer Mengen von Metallschrott an. Der nächste Termin hierzu ist der 18. Juni 2022.