HILFE FÜR ÄTHIOPIEN-ENGAGEMENT MIT VERDIENSTKREUZ AUSGEZEICHNET

Ahmedin Idris bekommt den Verdienstorden aus den Händen von Landrat Olaf Schade (SPD) (Foto: Ennepe-Ruhr-Kreis)

Herdecke- Das Organisieren von medizinischen Geräten für Krankenhäuser und das Entsenden von Fachleuten für mehrwöchige Lehrtätigkeiten, das Sammeln von Spenden für den Bau von Schulen und das Finanzieren von Ausbildungen – dies sind nur einige Beispiele dafür, wie Ahmedin Idris sich dafür einsetzt, Menschen in Äthiopien zu helfen und ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Für sein Engagement erhielt der Herdecker Arzt jetzt aus den Händen von Landrat Olaf Schade (SPD) das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

„Ahmedin Idris und seine Mitstreiter haben in über einem Jahrzehnt ein leistungsfähiges Hilfswerk aufgebaut, unterstützen insbesondere die Bewohner und das Gesundheitssystem in der nordäthiopischen Provinz Tigray. Getragen werden die Aktivitäten vom Verein Etiopia Witten, sein Initiator und Motor ist Idris“, machte Schade deutlich.

Seine Laudatio nutzte er, um auf die besondere Lebensgeschichte des heute 69-jährigen einzugehen. 1952 als eines von zwölf Kindern eines Bauernpaares in Eritrea geboren, hatte Idris das Glück, das Gymnasium besuchen und anschließend in Addis Abeba studieren zu können. 1972 musste er aus politischen Gründen in die damalige DDR emigrieren und schloss dort sein Medizinstudium ab bevor er 1979 in den Westen floh.

„Heimisch wurden Sie schließlich in Witten und Herdecke. Nach Ihrer Facharztausbildung – unter anderem am Marienkrankenhaus in Witten – praktizieren Sie seit 1992 in einer eigenen Praxis in Witten-Rüdinghausen als Hausarzt und Internist“, berichtete Schade.

Parallel zum Beruf engagierte sich Idris lange Jahre im Hammer Forum (Medical Aid for Children e.V.), 2008 initiierte er eine Reise mit 40 Ärzten, Lehrern und Studenten nach Äthiopien. Diese Reise, ihre Erlebnisse und Erkenntnisse, mündeten 2009 in der Gründung des Vereins „Etiopia Witten e. V.“.

„Ahmedin Idris gelingt es bis heute immer wieder, Menschen für die Arbeit in diesem Verein zu gewinnen. Mediziner, Techniker und Lehrende, die ihr Fachwissen völlig unabhängig von ihrer Berufs- und Gesellschaftsgruppe sowie Nationalität in den Dienst der guten Sache stellen“, würdigte Schade die Leistung des Geehrten, die zudem von Nachhaltigkeit und Konsequenz geprägt sei.

Der Verein sammelt medizinische Geräte aus deutschen Krankenhäusern und Arztpraxen und verschifft sie nach Äthiopien. So fand beispielsweise eine komplette Intensivstation ihren Weg in das Ayder Hospital in Mekele, Hauptstadt der Nordprovinz Tigray. In diesem wie in allen anderen Spendenfällen werden die Geräte durch Ingenieure aufgebaut und gewartet, deutsche Ärzte unterstützen die äthiopischen Medizinfachkräfte bei der Anwendung. Die vom Verein so geförderten Kliniken gelten in Äthiopien als Vorbilder für andere Universitätskliniken und große kommunale Krankenhäuser.

„Der Bau von Schulen, der Austausch von Künstlern, die Stadtentwicklung in Mekele und die Städtepartnerschaft zwischen Mekele und Witten – Stück für Stück hat sich Etiopia Witten e.V. in den Jahren weitere Unterstützungsfelder erschlossen“, skizzierte Schade die Entwicklung des Vereins zu einem größeren Hilfswerk.

Überschattet wurde die Ordensübergabe an Idris und das Lob für den Verein von der aktuellen Lage in Äthiopien, speziell in der Nordprovinz Tigray. Dort tobt seit Monaten ein Bürgerkrieg. Idris berichtete von herzzerreißenden Nachrichten über das Leid der Menschen, von Zerstörung und Plünderungen, die auch vor den Hilfsprojekten von Etiopia Witten e.V. nicht Halt machen.

„Momentan“, so der Vereinsvorsitzende Dr. Christian Leuner, „hoffen auf ein Ende der Isolierung der Nordprovinz und auf ein Ende des Krieges. Unser Blick ist nach vorne und auf den Wiederaufbau gerichtet.“

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