HANSEFAHNE IST IN HATTINGEN

Die Hattinger Delegation beim Westfälischen Hansetag in Warendorf (Foto: Stadtmarketing)

Hattingen – Am 15. Und 16. August 2020 ist es soweit: In Hattingen findet der 37. Westfälische Hansetag unter dem Motto „Altstadtfest meets Hansetag“ statt. Mit einem großen Programm von Mittelalter-Ambiente über Infoständen der westfälischen Hansestädte bis hin zu viel Musik im Rahmen des Altstadtfestes wird der Hansebund gefeiert. Die Fahne holte Hattingen Marketing aus Warendorf ab, dem diesjährigen Ausrichter des Westfälischen Hansetages. Dort war man während des zweitägigen Festes auch mit einem Infostand zur Stadt Hattingen vertreten. Gerhard Nörenberg, Ausschussvorsitzender für Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung, ließ es sich nicht nehmen, gemeinsam mit Marketing-Chef Georg Hartmann die Fahne höchstpersönlich abzuholen.

Die Fahnenübergabe in Warendorf: v.l.n.r. Georg Hartmann (Hattingen Marketing), Gerd Nörenberg ( CDU, Wirtschaftsförderungsausschuss), Axel Linke (CDU,Bürgermeister Warendorf) (Foto: Stadtmarketing)

Seit wann genau die Hansestadt Hattingen zum historischen Hansebund gehört, lässt sich nach heutigen Quellen nicht eindeutig benennen.  Sicher ist aber durch eine Urkunde, dass Hattingen bereits im August 1470 den zollfreien Handel mit der hansischen Prinzipalstadt Unna betrieb. Auch mit Hamm gab es ähnlich frühe Handelsbeziehungen. Als der englische König Mitte des 16. Jahrhunderts von der Hanse eine Auflistung der zugehörigen Städte verlangte, erklärten Hamm und Unna im Februar 1554, dass die ihnen untergeordnete Stadt Hattingen ebenfalls zur Hanse gehöre.

„Die Hanse hatte die Aufgabe, ihren Mitgliedern zu helfen, die an anderen Orten Handel treiben wollten. Während sich die Kaufleute mit der Frage beschäftigten, wo sie Menschen finden konnten, die ihren ihre Waren abkauften, sorgte die Hanse für die notwendige Logistik“, erklärt Stadtmarketing-Chef Georg Hartmann.

Kaufleute aus Hattingen und Blankenstein sind ab dem 15. Jahrhundert nachweislich unter anderem in Lübeck, Danzig, Reval, Riga, Stockholm, Prag und Antwerpen zu finden. In Hattingen selbst werden der Handel und das Verkaufen im 17. Jahrhundert durch den ehrenamtlichen Hansegrafen kontrolliert. Er überwacht Maße und Gewichte, achtet auf die Qualität der Krämerwaren und hat Richterfunktionen bei Handelsstreitigkeiten. Die letzte bekannte Nachricht über ein Hattinger Hansemitglied stammt aus dem Jahr 1699. Im „Liber Hanseaticus“ wird bei der Wahl des Werker Hansegrafen als auswärtiger Hansebruder Diederich Kopman aus Hattingen erwähnt.

Im Jahr 1589 soll an der Hattinger Stadtmauer ganz in der Nähe des Steinhagentores eine Inschrift angebracht worden sein, worin Hattingen eine Hansestadt genannt wird. Die Inschrift ist mit Abriss der Stadtmauer im 19. Jahrhundert verschwunden.  Als Stiftung der Sparkasse Hattingen wird am 24. Mai von Bürgermeister Günter Wüllner an der Stadtmauer am Steinhagen eine Messingtafel angebracht, die Hattingen als eine Hansestadt des 15. und 16. Jahrhunderts ausweist.
Der Beitritt der Stadt Hattingen zum Westfälischen Hansebund am 24. August 1996 und die Zugehörigkeit zur Internationalen Hanse seit Juni 2015 setzen diese Tradition fort.  Heute ist die neue Hanse vor allem ein Netzwerk der früheren Städte, die den Tourismus in den jeweiligen Städten und Regionen fördern soll. „2012 haben wir uns um die Ausrichtung des Westfälischen Hansetages 2020 beworben“, berichtet Georg Hartmann. „Bereits bei der Delegiertenversammlung des Westfälischen Hansebundes am 12. Mai 2012 stand dann fest, dass es mit der Bewerbung geklappt hat und wir im Jahr 2020 den 37. Westfälischen Hansetag ausrichten dürfen.“

Neben dem Ausschussvorsitzenden Gerhard Nörenberg waren auch Vertreter aus Politik und Verwaltung nach Warendorf gefahren. Stadtführer und mit Lars Friedrich auch der Vorsitzende des Heimatvereines erlebten bei strahlendem Wetter einen Vorgeschmack auf das bunte und mittelalterliche Treiben, welches im nächsten Jahr bei hoffentlich ebenso schönem Wetter in Hattingen stattfinden wird.

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