GROSSER ANDRANG BEI „BUNTES HATTINGEN GEGEN RECHTS“

"Buntes Hattingen gegen rechts" macht den Untermarkt voll (Foto: RuhrkanalNEWS)

Hattingen- Gleich zwei Demonstrationen gibt es heute (26. März 2023) in der Stadt. Einmal haben die Montagsmarschierer zu einer Versammlung aufgerufen, ausnahmsweise mal nicht am üblichen Tag, aber auf der gewohnten Tour durch die Südstadt. Trotz der überregionalen Mobilisierung können sich nur etwa 150 Teilnehmer aufraffen zu kommen. Zum Auftakt versammelt sich eine Mischung aus Impfgegnern, Putinunterstützern und Menschen aus dem rechten Spektrum. Wobei hier die Abgrenzung der einzelnen Gruppen nicht immer scharf zu treffen ist. Neben den üblichen Verschwörungstheorien rufen die Redenden zur Beendigung des Kriegs in der Ukraine auf. Verantwortlich für die Auseinandersetzung machen die Menschen am Mikro Putin ebenso wie die NATO und die Ukraine selbst. Aber das reicht noch nicht, irgendwas mit Impfung darf bei den Reden natürlich nicht fehlen. „Auch für zweifach Geimpfte wird der Kriegsverlauf nicht milder“, tönt es durch die Lautsprecher. Mehr muss man eigentlich auch nicht hören, um den inhaltlichen Wert der Redebeiträge bewerten zu können.

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Rund 600 Teilnehmende bei „Buntes Hattingen gegen Rechts“

Zum Auftakt am Rathaus der „Buntes Hattingen gegen Rechts“ sind etwa 400 Menschen gekommen. Sie wollen von hier zur Abschlusskundgebung auf Untermarkt gehen. Die einleitenden Worte der Veranstalter sind leider für die meisten Teilnehmenden nicht zu verstehen, die Anlage ist schon fast peinlich unterdimensioniert. Dem vielfach geäußerten Ruf „Lauter!“ würden alle Redenden gerne nachkommen, die mickrige Box gibt aber nicht mehr her.

„Buntes Hattingen gegen Rechts“ vor dem Rahtaus (Foto: Andi Brandhoff)
„Buntes Hattingen gegen Rechts“ auf dem Untermarkt (Foto: RuhrkanalNEWS)
Rund 400 Menschen vor dem Rathaus bei der Auftaktkundgebung (Foto: RuhrkanalNEWS)
„Buntes Hattingen gegen Rechts“ (Foto: RuhrkanalNEWS)
Omas gegen Rechts (Foto: RuhrkanalNEWS)
Plakat bei „Buntes Hattingen gegen Rechts (Foto: RuhrkanalNEWS)

Anders ist die Situation bei der Abschlusskundgebung auf dem Untermarkt. Der Platz vor dem Alten Rathaus ist brechend voll. Trotz des Regens sind hier mindesten 600 Menschen versammelt, um den Reden zu folgen, die dank einer besseren Anlage gut zu verstehen sind. Den Auftakt machen Marvin Bruckmann von der Grünen Jugend und Leon Reinecke von den Jusos. Sie machen deutlich, wie wichtig Veranstaltungen wie die heutige sind. Die unselige Verbrüderung von alten und neuen Nazis, Corona-Kritikern und Schwurblern sei inzwischen zu einer Gefahr für unsere Demokratie geworden. Leon Reinecke verweist auf Bedrohungen, die beispielsweise gegen die Presse immer wieder geäußert werden. So hatten schon vor längerer Zeit Teilnehmer der Montagsmärsche in Telegram-Gruppen dazu aufgerufen an der RuhrkanalNEWS-Redaktion vorbeizugehen und dort (gewaltsam) deutlich zu machen, was man von der Berichterstattung halte. Gegen die Hattinger WAZ wurden in besagter Gruppe vergleichbare Drohungen ausgesprochen.

Dass diese Äußerungen nicht zu unterschätzen sind, zeigt sich am 26. März 2023 auch daran, dass die beiden WDR-Reporter, aufgrund schlechter Erfahrungen aus der Vergangenheit, nur mit Begleitung durch Personenschützer darüber berichten, was in Hattingen auf bei den Demos passiert.

Demonstrationsrecht auch für Schwurbler

Leon Reinecke zitiert aus einer Hattinger Telegram-Gruppe der Montagsmarschierer. Dort werden demnach unwidersprochen verfassungsfeindliche und strafbare Parolen gepostet. „Kevin G., ein überregional bekannter Rechtsextremer ist ebenfalls Mitglied bei „Hattinger für Frieden“. Bekannt sind seine Aussagen wie „Die Scharfschützen gestern auf den Dächern hätten Helden werden können. Sie hätten uns von den Verrätern und Schädlingen der Gesellschaft befreien können. Mal wieder verkackt.“ Er schrieb dies nach einem Besuch der deutschen Regierung bei Frankreichs Präsident Macron“, zitiert Leon Reinecke aus der Telegram-Gruppe.

Schwurbler am Reschop-Carré (Foto: RuhrkanalNEWS)
Schwurbler am Reschop-Carré (Foto: RuhrkanalNEWS)
Schwurbler am Reschop-Carré (Foto: RuhrkanalNEWS)

Angesichts dieser verbalen Ausfälle der selbst ernannten Widerstandskämpfer in einer Diktatur, die Leon Reinecke anführen kann, ist es verständlich, dass er und alle anderen Redner, darunter Bürgermeister Dirk Glaser (parteilos), erleichtert sind, dass die Hattingerinnen und Hattinger heute ein starkes Zeichen für die Demokratie und das Grundgesetz zeigen. Gleichzeitig betonen alle, dass es natürlich auch das gute demokratische Recht der Schwurbler ist, eine Demonstration anmelden zu können. Und das bedeutet auch, dass die Demo sogar von der Polizei beschützt wird, selbst wenn die Montagsmarschierer trotzdem nicht erkennen, was für ein Widerspruch zum Diktaturvorwurf das ist.

1 Kommentar zu "GROSSER ANDRANG BEI „BUNTES HATTINGEN GEGEN RECHTS“"

  1. Zur Reihenfolge des Berichtes: Das erfreuliche Treffen auf dem Untermarkt hätte ich gern zu Beginn gelesen, das in Hattingen mittlerweile zum wöchentlichen Dauer-Unfug ausgeuferte rechtslastige Protestier-Gehabe hätte man am Schluss verkürzt anfügen können.

Kommentare sind deaktiviert.