FAHRRADFÜHERERSCHEIN MIT BRIEF UND SIEGEL

Die Gruppe der Schüler mit den Prüfern (Foto: Pielorz)

Hattingen- Ziel der Verkehrserziehung und Mobilitätsbildung in der Grundschule ist es, die Schüler zu selbstständigen, sicheren, umweltbewussten und nachhaltig handelnden Verkehrsteilnehmern zu erziehen. Der Unterricht knüpft an die Erfahrungen der Kinder an ihrem Wohnort an. Inhaltliche Schwerpunkte sind in den Klassen 1 und 2 der Schulweg und die Verkehrsteilnahme als Fußgänger und als Mitfahrer in Bus und Bahn sowie im Pkw. Die Radfahrausbildung wird in den Klassen 3 und 4 behandelt und schließt mit einer Fahrradprüfung ab. Die gab es jetzt auch für Schüler und Schülerinnen der Grundschule Erik Nölting in Welper aufgrund einer Elterninitiative unter Federführung von Olaf Scherff.

Erfolgreich bestanden. Der Fahrradführerschein ist der Beweis (Foto: Pielorz)

Aufgrund der Corona-Pandemie handelte es sich dabei nicht um eine schulische Veranstaltung. Gleichwohl stellte man den Schulhof zur Verfügung. „Ohne die Initiative der Eltern hätte es in diesem Jahr keine Fahrradprüfung gegeben. Aber die Kinder haben seit der dritten Klasse geübt und wollten ihr Können natürlich auch zeigen“, so Familienvater Olaf Scherff, von dem die Initiative ausging. Er trommelte einige Eltern zusammen, führte die Gespräche mit der Polizei und dem Hausmeister der Schule, kümmerte sich um die Übungsstrecke und die Logistik. Besonderes Highlight: Wer Scherff die Daten und ein Foto seines Kindes im Vorfeld zur Verfügung stellte, der konnte den Nachwuchs mit einem Fahrradführerschein im Scheckkartenformat überraschen. Quasi ein Dokument „wie die Großen.“ Leider schafften es nicht alle Eltern, diese Daten pünktlich zu liefern – ihre Kinder nahmen dann zwar an der Fahrradprüfung teil und erhielten die begehrte Prüfplakette, allerdings leider nicht den kleinen „Führerschein“.

Die siebenminütige Prüfrunde in Welper zu absolvieren, war für die meisten der in vier Gruppen aufgeteilten 40 Kinder kein Problem. Bestand doch auch in den Wochen vorher die Möglichkeit für Extraübungen der Strecke, die unter anderem über die Straßen Käthe Kollwitz, Heinrich Zille und Richard Dehmel führte. Im Großen und Ganzen zeigten sich die Erwachsenen mit dem Nachwuchs zufrieden, stellten aber auch Unsicherheiten fest, die weitere Fahrpraxis notwendig machen. Ist eben wie beim Autofahren – wer die Fleppe besitzt, ist noch nicht der große Könner hinter dem Steuer.

Das Fahrrad bekommt eine Plakette (Foto: Pielorz)

An der Prüfung teilnehmen konnten nur die Kinder, die über ein verkehrssicheres Fahrrad verfügten. Da hat der Gesetzgeber klare Vorgaben gemacht: zwei voneinander unabhängige Bremsen (für Kinder möglichst Hand- und Rücktrittbremse) eine Klingel, die nicht zu leise sein sollte eine Lampe (vorne) ein weißer Reflektor (vorne) ein Rücklicht mit Reflektor ein roter Reflektor (hinten) vier gelbe Speichenreflektoren (Katzenaugen) oder reflektierende weiße Streifen an den Reifen oder in den Speichen rutschfeste und festverschraubte Pedalen, die mit je zwei Pedalreflektoren ausgestattet sind. Zugelassen sind auch Lampen mit Akku- oder Batteriebetrieb, die ein Prüfzeichen aufweisen, nämlich Wellenlinien mit dem Buchstaben K und der Prüfziffer.

Nach erfolgreicher Fahrrunde gab es die Belohnung: die Plakette am Fahrrad und für die meisten Kinder einen coolen Fährerschein.

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