Hattingen – Drei Hochbeete stehen seit Donnerstag (27. August26) dem Stadtmuseums in Blankenstein. Noch ist darin nicht viel Grün zu entdecken. Doch im kommenden Jahr sollen hier Pflanzen wachsen, die eine besondere Eigenschaft besitzen: Aus ihnen lassen sich Farben gewinnen.
Der neue „Färbergarten“ ist eines der Projekte, die in Blankenstein im Vorfeld der IGA 2027 entstehen. Die Idee stammt aus dem Umfeld des Stadtmuseums und seines Fördervereins. Gefördert wird das Vorhaben über den Verfügungsfonds mit Mitteln der Städtebauförderung von Bund, Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Hattingen.
Hinter den drei Hochbeeten steckt dabei mehr als ein wenig zusätzliches Grün auf der Museumsterrasse. Sie sollen künftig Bestandteil der Museumspädagogik werden. Geplant sind Workshops für Kinder und Erwachsene. Dabei kommt die Farbe nicht fertig aus dem Geschäft – sie soll zunächst im eigenen Garten wachsen.
Bestimmte Pflanzen, Blüten oder auch Gemüse liefern natürliche Farbstoffe. Ein einfaches Beispiel ist die Rote Beete. Wer sie schon einmal in der Küche verarbeitet hat, weiß, wie überzeugend sie ihre Farbe hinterlassen kann. Im Färbergarten sollen verschiedene geeignete Pflanzen angebaut werden. Aus ihnen können die Teilnehmer später selbst Farben herstellen und damit arbeiten.
Und genau hier bekommt der Färbergarten einen besonderen Bezug zu Blankenstein und zur IGA 2027. Eine Schlüsselrolle spielt dabei der denkmalgeschützte Gethmannsche Garten. Die Unternehmerfamilie Gethmann war eng mit der Textilherstellung verbunden, in Blankenstein wurden Wollstoffe produziert. Pflanzen liefern Farbstoffe, mit denen sich Textilien färben lassen – damit führt ein überraschend kurzer Weg von den neuen Hochbeeten am Stadtmuseum zur Geschichte des Ortes.
Der Färbergarten verbindet so Natur, Handwerk und Blankensteiner Geschichte. Was zunächst wie drei neue Pflanzkästen aussieht, kann später erzählen, wie aus einer Pflanze eine Farbe und aus dieser Farbe ein gefärbter Stoff wird. Gleichzeitig entsteht eine Verbindung zum Gethmannschen Garten und damit zu einem wichtigen Schauplatz der IGA 2027.
Gebaut wurden die drei Hochbeete mit Unterstützung der Hattinger Ideenschmiede. Rainer Sommer, Mitglied sowohl im Förderverein des Stadtmuseums als auch in der Ideenschmiede, kümmerte sich um die Konstruktion. Wert wurde auch auf die Herkunft des Materials gelegt: Verwendet wurde in Deutschland gewachsenes Holz.
Die Beete sind bis ins Detail durchdacht. Im Inneren wird eine Drainage eingebaut, damit bei Starkregen überschüssiges Wasser ablaufen kann. Im unteren Bereich gibt es hinter Türen Stauraum für Gießkanne, kleine Schaufeln und anderes Gartenwerkzeug. Gestrichen wurde das Holz in jenem kräftigen Rot, das man von vielen schwedischen Holzhäusern kennt.
Auch an die kleinen Gärtner wurde gedacht. Weil die Hochbeete eine angenehme Arbeitshöhe für Erwachsene haben, sollen zusätzlich kleine Bänke beziehungsweise Tritte entstehen. So können auch Kinder bequem an die Pflanzen herankommen und später selbst mitarbeiten.
Für Otfried Priegnitz, Vorsitzender des Fördervereins des Stadtmuseums, steckt genau darin der Sinn des Projektes. Die Pflanzen sollen nicht einfach nur schön aussehen. Vor allem Kinder sollen erleben können, wo Farben herkommen und wie sie selbst hergestellt werden können.
Für den Färbergarten wurden 2.500 Euro aus dem Verfügungsfonds bewilligt. Ganz reicht diese Summe für das Projekt allerdings nicht aus. Die darüber hinausgehenden Kosten übernimmt der Förderverein aus eigenen Mitteln. Das Geld stammt unter anderem aus Einnahmen bei Veranstaltungen und fließt damit wieder unmittelbar in die Arbeit des Museums und seine museumspädagogischen Angebote.
Ganz fertig waren die Hochbeete am Donnerstag noch nicht. Hier fehlte noch ein Griff, dort musste noch etwas montiert werden. Zum Museumsfest am kommenden Sonntag sollen sie sich den Besuchern aber bereits präsentieren können. Die eigentliche Bepflanzung folgt anschließend Schritt für Schritt.
Noch sehen die drei roten Hochbeete eher nach Handwerk als nach Garten aus. Im kommenden Jahr wird es dort deutlich bunter – mit Farben, die nicht aus der Tube kommen, sondern vorher mitten in Blankenstein gewachsen sind.


























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