Hattingen- Als NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) aus ihrem Wagen steigt, kann man den Eindruck gewinnen, sie treffe sich mit guten Bekannten. Sie kennt die meisten Akteure auf die sie trifft mit Namen, eine herzliche Begrüßung, so wie es ein offizieller Termin noch soeben zulässt, ist die Folge. Die Ministerin ist schon bei vielen Projekte der hwg in Hattingen gewesen. In ihrer Rede macht sie deutlich, wie viele Maßnahmen hier durch ihr Ministerium nicht nur gefördert, sondern auch erfolgreich umgesetzt wurden.

Ina Scharrenbach konnte auch eine der sanierten Wohnungen besichtigen (Foto: Holger Grosz)
„Ich bin inzwischen Expertin für die Südstadt“, sagt sie nur halb im Scherz und blick dabei zu hwg Vorstand David Wilde. Grund für den heutigen (27. August 2026) großen Bahnhof sind die „WohneNRW-Tage“ und auch die beispielhafte Sanierung von Wohnhäusern in der Goethestraße. Hier wurde eine Grundsanierung vorgenommen, bei der die Bewohnerinnen und Bewohner nicht umziehen mussten. Vereinfacht gesagt, bekamen die Häuser eine neue Außenhülle, die Heizung wurde auf Wämepumpen umgerüstet und das Dach besteht jetzt aus Solarzellen. Dachziegel oder andere Abdeckungen darunter gibt es nicht. „Unsere Mieterinnen und Mieter können ab jetzt mit Nebenkosten rechnen, bei denen sie nicht mehr von schwankenden Preisen für fossile Brennstoffe abhängig sind“, sagt David Wilde zufrieden.
Kaltmiete steigt, Nebenkosten sinken
Insgesamt wird es für die Bewohner der Wohnungen nicht teurer, wahrscheinlich sogar preiswerter. Die Kaltmiete steigt von rund 5,75€ pro Quadratmeter zwar auf ungefähr 7,50€, die Nebenkosten sinken aber gleichzeitig deutlich. Um welche Summe sie genau sinken wird, konnte heute noch niemand sagen. Das lasse sich erst nach der ersten Abrechnungsperiode seriös beziffern. „Aber bei vielen Altbauten sind die Nebenkosten inzwischen eine zweite Kaltmiete“, sagt Ina Scharrenbach. Das sei in den jetzt sanierten Wohnungen nicht mehr der Fall.
Bauministerin Ina Scharrenbach in Hattingen (Filmbeitrag RuhrkanalNEWS)
Unabhängig von Öl und Gas heizen
Die Modernisierung wurde als sogenannte „Serielle Sanierung“ durchgeführt. Fertige Gebäudeelemente werden dabei an der Baustelle angeliefert und vor Ort nur noch montiert. (RuhrkanalNews berichtete) . Die Gebäude wurden dabei von niedrigsten energetischen Standard („Worst performing buildings“) auf einen Net-Zero-Standard gebracht. Das bedeutet, dass sie quasi klimaneutral sind. Die hwg ist das erste Unternehmen im Ennepe-Ruhr-Kreis, das Häuser auf diese Weise in einen modernen Zustand versetzt hat. (RuhrkanalNEWS berichtete) .

Bürgermeisterin Melanie Witte-Lonsing (SPD) ist in ihrer Rede voll des Lobes für die hwg. „Die hwg ist für Hattingen dabei weit mehr als ein Wohnungsunternehmen. Sie ist eine wichtige und verlässliche Partnerin unserer Stadt. Als Wohnungsbaugenossenschaft steht sie für soziale Verantwortung, genossenschaftliche Werte und die Idee, Wohnraum dauerhaft für Menschen in unserer Stadt zu sichern. Sie schafft und erhält Wohnungen für unterschiedliche Generationen und Lebenssituationen und übernimmt zugleich Verantwortung für die Quartiere, in denen ihre Mieterinnen und Mieter leben“, sagt sie.
Witte-Lonsing ist vor allem erfreut darüber, dass die Modernisierung gelungen ist und gleichzeitig bezahlbarer Wohnraum erhalten blieb. Das sei aber eben nur mit öffentlicher Förderung möglich, so wie es in der Goethestraße geschehen sei. Und die Sanierung der nächsten Häuser steht auch schon bevor. In der Droste-Hülshoff-Straße bekommen die Bewohner ebenfalls neue, moderne Wohnungen.


























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