DONNERSTAG BLEIBEN DIE SIRENEN STUMM – BUNDESWEITER WARNTAG 2021 FÄLLT AUS

Bundesweiter Warntag 2021 fällt ausWarntag 2021 fällt aus (Grafik: Höffken)

Ennepe-Ruhr-Kreis- Der ursprünglich für kommenden Donnerstag geplante diesjährige bundesweite Warntag fällt aus. Darauf haben sich die Innenminister von Bund und Ländern verständigt. 

Beim ersten bundesweiten Warntag am 10. September 2020 erfolgte die Weitergabe der Alarmierungen nicht wie geplant. Unter anderem kam die Meldung der Warn-Apps Nina und Katwarn teilweise erst mit einer guten halben Stunde Verspätung auf den Smartphones an. Wäre es tatsächlich ein Ernstfall gewesen, hätten viele Bürger nichts mitbekommen. Das Bundesinnenministerium (BBK) hatte den Probealarm deshalb damals als „fehlgeschlagen“ bezeichnet.

„Im Ennepe-Ruhr-Kreis gab es allerdings beim letzten Warntag 2020 keine Klagen“, sagte stellv. Kreisbrandmeister Christian Zittlau vom Sachgebiet Feuer-, Katastrophen- und vorbeugender Brandschutz der Kreisverwaltung Schwelm auf Nachfrage zu ruhrkanal.news.

Jetzt sollen zuerst die Systeme zur Warnung der Bevölkerung ausgebaut sowie neue Warnkanäle erschlossen werden. Das Bundesinnenministerium will den Aufbau neuer Sirenen und die Instandsetzung vorhandener Sirenen in den kommenden zwei Jahren mit 88 Millionen Euro fördern. Zuständig sind auf Bundesebene das BBK, auf der Ebene der Länder die jeweiligen Innenministerien und auf der Ebene der Kommunen in der Regel die für den Katastrophenschutz zuständigen Behörden.

Somit werden am 9. September 2021 in ganz Deutschland keine Warn-Apps piepen, Sirenen heulen, Rundfunkanstalten ihre Sendungen unterbrechen und Probewarnungen auf digitalen Werbetafeln erscheinen. Zur Warnung der Bevölkerung nutzen Bund, Länder und Kommunen alle verfügbaren Kommunikationskanäle: so etwa das vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) betriebene Modulare Warnsystem und die Warn-App NINA, eine Vielzahl von Medien und Rundfunksendern bis hin zu Sirenen und Lautsprecherdurchsagen vor Ort.

Mithilfe des Modularen Warnsystems wird eine Probewarnung an alle daran angeschlossenen Warnmultiplikatoren versendet. Warnmultiplikatoren sind ein Adressatenkreis, der Warnmeldungen weitergibt. Hierbei kann es sich z. B. um einen Radio- oder Fernsehsender handeln, der seine laufende Sendung unterbricht und die Meldung verliest bzw. einen Crawler (Lauftext) in die laufende Fernsehsendung einblendet, oder eine Leitstelle, die ihre Sirenen auslöst.
Diese Warnmultiplikatoren leiten die Probewarnung an die Endgeräte wie zum Beispiel Radios oder die Warn-App NINA und damit direkt an die Bürgerinnen und Bürger weiter. Zeitgleich werden auf Ebene der Länder, in den Landkreisen und in den Kommunen außerdem weitere verfügbare kommunale Warnmittel ausgelöst, zu denen beispielsweise Sirenen und Lautsprecherwagen zählen können.

Bundesweiter Warntag jetzt wieder 2022

Auf Grundlage eines Beschlusses der Innenministerkonferenz sollte der bundesweite Warntag ab dem Jahr 2020 jährlich an jedem zweiten Donnerstag im September stattfinden. Ziel sollte sein, die Akzeptanz und das Wissen um die Warnung der Bevölkerung in Notlagen zu erhöhen und damit deren Selbstschutzfertigkeiten zu stärken.
Die Wichtigkeit und Aktualität des Themas Warnung zeigt sich auch durch die Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus und dem Jahrhundert-Hochwasser in diesem Jahr.

Ergänzung: Sirenen im Ennepe-Ruhr-Kreis

Die aktuell vorhandenen Sirenen verteilen sich wie folgt: Breckerfeld 4, Ennepetal 13, Gevelsberg 8, Hattingen 6, Herdecke 7, Schwelm 7, Sprockhövel 11 und Wetter/Ruhr 13. In Witten werden die vor Jahren abgebauten Sirenen zurzeit wieder in Betrieb genommen.

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