BAUERNHAUS AUF DER HOMBERGSTRASSE ABGERISSEN

Das Gebäude des früheren Bauernhofes Küppers auf der Hombergstraße wurde abgerissen. (Foto: Höffken)

Sprockhövel – Jahrzehntelang kauften Familien auf dem früheren Bauernhof Küppers auf der Hombergstraße Kartoffeln, Gemüse und Eier. Seit Jahren steht das Gebäude leer und verfällt. Ab heute (31. Oktober 2022) wird es abgerissen.

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Die Stadtverwaltung beschäftigte seit längerem die Planung des neuen Eigentümers, auf diesem Grundstück Hombergstr. 17 eine Seniorenresidenz für 80 Bewohner zu errichten. Des Weiteren ist im hinteren Gelände die Errichtung eines Wohngebäudes mit 17 Wohneinheiten und einer Nebenanlage für Fahrradabstellplätze und Entsorgungscontainer geplant.

Zudem sind insgesamt 35 Pkw-Stellplätze auf dem Grundstück vorgesehen. Die Pflegeeinrichtung ist als dauerstationäre und teilstationäre Pflege, sogenannte eingestreute Kurzzeitpflegeplätze, geplant. Das Haus bietet gemäß Bauantrag und Baubeschreibung ausschließlich Einzelzimmer mit eigenem Duschbad an. Alle Bewohnerzimmer und Bäder sind barrierefrei geplant und einige Bewohnerzimmer sollen komplett rollstuhlgerecht werden.

Viele Anwohner der Hombergstraße verfolgten bisher die öffentlichen Sitzungen der städtischen und politischen Gremien. Die Anwohner sahen zwar die Notwendigkeit der Schaffung von Pflegeplätzen und betonten, dass die Einrichtung einer Seniorenresidenz in ihrem Wohngebiet von ihnen generell befürwortet wird.

Dennoch wurden kritische Fragen gestellt, die die seit Jahren unzumutbare Verkehrssituation an der Hombergstraße betreffen, die heute schon überlastete Parkraumsituation, die dringende Sanierungsbedürftigkeit des dortigen Mischwasserkanals und die zu befürchtende Überlastung des Kanals durch den Anschluss der Seniorenresidenz mit 80 Wohneinheiten plus 17 Wohneinheiten.

Anbindung an die L70N erforderlich

Die Anwohner gaben zu bedenken, dass auf dem Grundstück Hombergstraße 17 ca. 4000 qm Fläche versiegelt werden sollen (zwei Gebäudekomplexe, Stellflächen, Terrassen, Gehwege), so dass es eine signifikante Zunahme an Oberflächenwasser bei Regenereignissen geben könnte.

Auch der früher geplante Standort der Müllcontainer vor dem Gebäude und direkt vor den angrenzenden Wohngebäuden wurde in Frage gestellt, zumal das Abfallaufkommen im Pflegebereich beträchtlich ist. Viele Anwohner der Hombergstraße sahen außerdem die Notwendigkeit, das neue Seniorenzentrum hauptsächlich über die L70N anzuschließen, damit verbunden auch den gesamte Ver- und Entsorgungsverkehr incl. der Müllentsorgerfahrzeuge. Eine Überbelastung der Hombergstraße würde dadurch vermieden.

Fußgänger, Autofahrer und Radfahrer wurden von der plötzlichen Straßen- und Wegesperrung „überrascht“. (Foto: Höffken)

Gebäudeabriss unter viel Staubentwicklung

Seit heute (31. Oktober 2022) nun wird das inzwischen zur Bauruine mutierte Gebäude abgerissen. Dazu wurde kurzerhand mittags sogar spontan die Hombergstraße im Bereich des Abrisshauses beidseitig abgesperrt, als der Bagger auf die Straße fuhr und von dort die Abrissarbeiten vorübergehend durchführte.

Einige Autofahrer, Fußgänger und zahlreiche Radfahrer waren dadurch irritiert, dass ihnen der Weg urplötzlich versperrt wurde. An dem heutigen Brückentag nutzten viele Radfahrer die über die Hombergstraße vorgegebene Umleitung, um auf der Glückauftrasse weiterzukommen, da der Bau der neuen L70N diese Umleitung vorgibt. „Bei Gefahr im Verzug kann ich eine Straße jederzeit vollständig auch ohne Ankündigung und Genehmigung sperren“, erklärte einer der Bauarbeiter ruhrkanalNEWS vor Ort auf die Frage nach der Vollsperrung.  

Warum bei den Abrissarbeiten heute die enorme Staubentwicklung nicht durch Wasserbenetzung minimiert wurde, blieb den Anwohnern ein Rätsel. Auch sorgten sich einige Zuschauer um das Wohl der Arbeiter, da diese keine Schutzhelme trugen. Eine kurze vorherige Information an die Anwohner über die Abrisstätigkeiten wäre auch wünschenswert gewesen.

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