Wenn die Sonne dem Freibad hilft

Das Freibad Sprockhövel freut sich über das gespendete Balkonkraftwerk. (Foto: Holger Grosz, RuhrkanalNEWS)

Sprockhövel – Es gibt Orte, die sind mehr als nur eine Adresse. Das Freibad Sprockhövel gehört dazu. Für viele Menschen in der Stadt ist es ein Stück Kindheit, Sommerferien, Pommesgeruch, nasse Handtücher auf der Wiese und Fahrradständer voller Räder. Morgens ins Freibad, zur Muppet-Show nach Hause und danach wieder zurück ins Wasser. So erzählte es einer der Beteiligten am Mittwoch (13. Mai 2026) bei der offiziellen Vorstellung der neuen Solaranlage.

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Diese Erinnerungen erklären vielleicht auch, warum Hilfe für das Freibad in Sprockhövel oft erstaunlich unkompliziert funktioniert. Wenn es um das Freibad geht, wird nicht lange geredet. Dann wird gemacht.

So war es auch bei dem neuen Balkonkraftwerk, das nun auf dem Technikgebäude des Kinderplanschbeckens installiert wurde. Gespendet und montiert wurde die Anlage von der Firma MAKS Solartechnik. Der Förderverein Freibad Sprockhövel hatte die Idee, die im vergangenen Jahr installierte Wärmepumpe für das Kinderplanschbecken mit Solarstrom zu unterstützen.

„Wir alle wissen, das Freibad hat in diesem Jahr sein 70-jähriges Jubiläum und ist in einem guten Zustand. Aber es geht auch um Zukunftsfähigkeit“, hieß es aus dem Förderverein. Dazu gehöre auch die Ausstattung mit erneuerbaren Energien. Die Wärmepumpe sei bereits ein wichtiger Schritt gewesen. Da lag der Gedanke nahe, direkt auf dem kleinen Technikgebäude zusätzlich ein Balkonkraftwerk zu installieren.

Mit MAKS Solartechnik fand sich schnell ein Partner, der nicht nur zusagte, sondern die Anlage auch spendete und montierte. Viel Bürokratie habe es nicht gegeben. „Wir haben die Bürokratie abgeschnitten und einfach gemacht“, sagte Marcus Niedergethmann mit einem Lächeln. Die Umsetzung sei auf kurzem Wege erfolgt. Der Platz auf dem Technikgebäude war ideal, größere Kabelarbeiten waren nicht nötig.

Die Anlage hat eine Leistung von rund 1.900 Watt. Ins öffentliche Netz eingespeist werden dürfen gesetzlich maximal 800 Watt. Im Freibad dürfte davon allerdings kaum etwas ankommen, denn direkt darunter arbeitet die Wärmepumpe. Der erzeugte Strom wird also voraussichtlich größtenteils direkt im Bad verbraucht. „Sämtliche Energie von den Modulen wird unten direkt genutzt“, erklärte Marcus Niedergethmann. Für das Freibad bedeutet das eine spürbare Entlastung. Grob geschätzt könne die Anlage im Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen. Genannt wurde vor Ort ein Betrag von etwa 600 Euro jährlich. Haben oder nicht haben.

Natürlich ist dieses Balkonkraftwerk kein riesiger Wurf, der alle energetischen Fragen des Freibades löst. Aber es ist ein sichtbarer Baustein. Ein kleines Kraftwerk auf dem Dach, das genau dort Strom liefert, wo er gebraucht wird. Gleichzeitig steht es für etwas Größeres: für den Willen, das Freibad Schritt für Schritt fit für die Zukunft zu machen.

Denn die nächsten Aufgaben sind bereits im Blick. Eine größere Grundrenovierung des Freibades ist geplant. Dabei geht es nicht nur um Becken und bauliche Fragen, sondern auch um energetische Themen. Förderanträge laufen. Nach einem Gutachten steht eine Summe von rund 5,5 Millionen Euro im Raum. Ob und wann die Fördermittel fließen, bleibt abzuwarten. Im Förderverein rechnet man vorsichtig mit einem Zeitraum von etwa zwei Jahren.

Bürgermeisterin Sabine Noll nutzte den Termin, um die Bedeutung des Freibades noch einmal deutlich zu machen. Das Bad sei ein Ort, mit dem sich viele Menschen in Sprockhövel stark identifizieren. Gerade deshalb sei es wichtig, es zu erhalten, zu pflegen und weiterzuentwickeln. „Das zeigt auch, dass wir alle dahinterstehen“, sagte sie.

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