Hattingen – Seit Herbst 2024 sind Teile des Hochofens 3 im LWL-Museum Henrichshütte für Besucherinnen und Besucher gesperrt. Grund dafür sind Korrosionsschäden, die sowohl kleinere Komponenten wie Ventile sowie Wasser- und Ölleitungen als auch größere Anlagenteile wie die sogenannte Heißwindleitung betreffen.
Inzwischen hat die umfassende Sanierung des ältesten Hochofens im Ruhrgebiet eine neue Phase erreicht. Nach intensiver Baudokumentation und erfolgreichen Ausschreibungen wurde die Baustelle bereits im Jahr 2025 eingerichtet. Im Zuge der sogenannten „Entfeinerung“ konnten erste Bauteile fachgerecht demontiert und gesichert werden. Besonders eindrucksvoll verlief dabei der Ausbau eines rund 150 Zentimeter langen, feuerfest ausgekleideten und mannshohen Leitungsstücks. Aufgrund seiner markanten Form erhielt es den Spitznamen „Donut“ und soll künftig als Exponat im Museum präsentiert werden.
Sanierungsarbeiten im LWL-Museum Henrichshütte
Seit dem 12. Mai 2026 wird der Hochofen nun großflächig mit Wasserstrahltechnik bearbeitet. Dieses Verfahren gilt als besonders umweltfreundlich, da es nahezu staubfrei arbeitet und anfallender Rost direkt aus dem Wasser gefiltert wird. Allerdings bringt die Methode eine erhebliche Geräuschentwicklung mit sich.
Die Museumsleitung weist darauf hin, dass es im Zuge dieser Arbeiten zu Lärmbelästigungen kommen kann. Die Arbeiten finden voraussichtlich bis in den Juni hinein statt und werden werktags überwiegend in der Zeit von 8 bis 16 Uhr durchgeführt. „Die Geräuschentwicklung ist leider nicht zu vermeiden und für alle Beteiligten eine Herausforderung – für unsere Besucherinnen und Besucher ebenso wie für Anwohnende sowie Beschäftigte im Gewerbe- und Landschaftspark. Wir bitten ausdrücklich um Verständnis“, so Museumsleiter Robert Laube.
Rücksicht auf dem Gelände
Dass Rücksicht genommen wird, zeigte sich bereits zu Beginn der Arbeiten: Für eine auf dem Gelände stattfindende Hochzeit wurden die Arbeiten kurzfristig unterbrochen, um die Zeremonie nicht zu stören.
Arbeiten am Hochofen 3 (Foto: LWL-Museum Henrichshütte)


Die Sanierung verfolgt das Ziel, Hochofen 3 langfristig zu erhalten. Nach der Reinigung wird die Oberfläche geölt, um den Rost dauerhaft zu stoppen. Der Ofen bleibt dabei in seiner charakteristischen Erscheinung als Arbeitsort erhalten, erhält jedoch gewissermaßen ein „Facelift“. Demontierte Bauteile werden nach ihrer Restaurierung wieder an ihren ursprünglichen Platz zurückgeführt.
Der aktuelle Bauabschnitt soll im Laufe des Jahres 2026 abgeschlossen werden. Für 2027 sind weitere Maßnahmen geplant, für die derzeit sogenannte Musterbaustellen eingerichtet werden. Parallel dazu entsteht ein Masterplan, der neben der Aufwertung der Anlage vor allem den nachhaltigen Erhalt der historischen Bausubstanz durch langfristige Pflegekonzepte sicherstellen soll.
Die Museumsleitung bedankt sich ausdrücklich bei allen Betroffenen für ihr Verständnis während der Bauarbeiten.




























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