VOR DER KITA WÄCHST DIE REGENBOGEN-STEINSCHLANGE

Erzieherin Melanie Mehring (links) und Ursula Thom, die Leiterin der Kindertageseinrichtung (rechts) (Foto: Stadt Hattingen)

Hattingen- Farbenfrohe Bilder flattern am Zaun und eine bunte Schlange aus bemalten Steinen ziert den Boden. Jeder, der vorbeiläuft, sieht: Hier waren Kinder am Werk. Seit dem 16. März ist die städtische Kita Oberwinzerfeld zwar wie alle anderen Kitas aufgrund des Corona-Virus geschlossen und nur noch für die Notbetreuung geöffnet, aber den Kontakt mit ihren Kita-Kindern halten die Erzieherinnen der Einrichtung dennoch aufrecht.

Städtische Kita Oberwinzerfeld hält auf kreative Weise den Kontakt zu den Kita-Kindern

75 Kinder besuchen die städtische Kindertageseinrichtung normalerweise. In die Notbetreuung kommen davon täglich bislang etwa fünf bis sieben Kinder. Um mit allen Kindern und ihren Eltern in Kontakt zu bleiben, haben sich die Erzieherinnen in den vergangenen Wochen einiges einfallen lassen. Zu Ostern erhielt jedes Kind eine Postkarte mit Grüßen und „um die Zeit, in der wir uns nicht sehen können zu verkürzen, haben wir die Aktion ‚Zaunausleihe‘ gestartet“, erklärt Ursula Thom, die Leiterin der Kindertageseinrichtung. Dabei können die Kinder in der Kita anrufen und sich ein Spiel, Buch oder Puzzle ausleihen, das sie ganz besonders vermissen. Die Erzieherinnen packen es dann in eine Tasche und hängen diese an den Zaun. Dort können die Kinder es dann abholen. Das Angebot kommt gut an. „Jeden Tag ruft jemand an und wir führen dann teilweise lange Gespräche mit den Kindern“, erzählt Ursula Thom. „Dabei merken wir, dass die Kinder in erster Linie natürlich ihre Freunde vermissen, aber auch den Ort Kindergarten und ihre Erzieherinnen.“

Die Steinschlange wächst…(Foto: Stadt Hattingen)

Auch Ursula Thom und ihren Kolleginnen fehlen die Kinder sehr. „Wir wünschen uns Normalität und ein lebendiges Haus mit Kinderlachen zurück“, betont die Leiterin der Kindertageseinrichtung. Aber bis das wieder möglich ist, machen alle mit kreativen Einfällen das Beste aus der Situation. So einen kreativen Einfall hatte Erzieherin Melanie Mehring. „Ich habe das bekannte Bilderbuch ‚Die kleine Raupe Nimmersatt‘ von Eric Carle vorgelesen und davon ein Video gemacht. Das Video wurde dann für die Kinder zum Anschauen an den Elternrat verschickt mit dem Aufruf im Anschluss Bilder von der kleinen Raupe zu malen“, erzählt Melanie Mehring. Diese Bilder schmücken nun den Zaun vor der Einrichtung und „die Raupe lebt“, lacht Ursula Thom, denn es kommen immer mehr Bilder hinzu.

„Auch unser Förderverein hatte eine schöne Idee: Eine Regenbogen-Steinschlange“, erzählt Ursula Thom. Dabei können die Kinder sich einen hübschen Stein suchen und ihn bunt anmalen. Dann wird er am Zaun vor der Kita abgelegt und alle können zusehen, wie die Schlange wächst und wächst. Etliche Steine sind schon zusammengekommen. Mitmachen dürfen alle, die Lust dazu haben. So wird die Welt vor der Kindertageseinrichtung mit Regenbogen-Steinschlange und farbenfrohen Bildern der kleinen Raupe ein wenig bunter.

Weitere kreative Ideen sollen folgen. Bis dahin senden die Erzieherinnen der städtischen Kita Oberwinzerfeld herzliche Grüße an ihre Enten-, Katzen- und Mäuse-Kinder und die Eltern und hoffen, dass bald auch der persönliche Kontakt wieder möglich sein wird.

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